Keto-Diät: 67% Reduktion von Leberfett in fünf Monaten
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen aus dem September 2026 geben neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen Lebensstil und der Entstehung einer metabolischen Fettleber (MASLD). Im Zentrum der Forschung steht dabei der Einfluss von häufigem Konsum von Fertiggerichten sowie die Wirksamkeit spezifischer Ernährungsformen zur Reduktion von Leberfett.
Erhöhtes Fettleberrisiko durch häufige Take-away-Mahlzeiten
Eine chinesische Studie, deren Ergebnisse im September 2026 veröffentlicht wurden, zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem häufigen Verzehr von Take-away-Mahlzeiten und einem erhöhten Risiko für eine metabolische Fettleber bei Männern.
Den Daten zufolge steigern vier oder mehr solcher Mahlzeiten pro Woche das Risiko um etwa 30 % im Vergleich zu einem Konsum von weniger als einer Mahlzeit wöchentlich. Britische Datensätze aus derselben Untersuchung deuten sogar auf ein um 66 % erhöhtes Risiko hin.
Interessanterweise lässt sich dieser Effekt bei Frauen nicht nachweisen. Auch bei einem moderaten Konsum von ein bis drei Take-away-Gerichten pro Woche stellten die Forscher keinen klaren statistischen Zusammenhang fest. Die Analyse basierte auf Daten von mehr als 100.000 Personen, darunter 3.186 chinesische Erwachsene sowie 99.781 Teilnehmer aus der UK Biobank. Ein direkter Beweis für eine Kausalität konnte jedoch nicht erbracht werden.
Effektivität der Keto-Diät bei der Reduktion von Leberfett
Parallel zu den Risikoanalysen untersuchten Forscher im Rahmen einer klinischen Studie die Wirksamkeit verschiedener Diäten. Dabei erwies sich eine ketogene Ernährung (Keto) als besonders effektiv.
Bei den Teilnehmern, die über einen Zeitraum von etwa fünf Monaten einen Gewichtsverlust von rund 10 % erzielten, senkte die Keto-Diät das Leberfett um 67 %. Im Vergleich dazu erreichten die Mittelmeer-Diät und eine fettarme Ernährung jeweils eine Reduktion um 45 %.
Die Studie, die unter anderem vom National Institutes of Health (NIH) finanziert wurde, zeigte zudem, dass die ketogene Ernährung die Insulinwirkung in der Leber zwei- bis dreimal stärker verbesserte als die Vergleichsdiäten. Während der Blutzuckerspiegel unter Keto um 20 % sank, betrug der Rückgang bei den anderen Diätformen lediglich 8 %.
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Besonders deutlich war der Effekt bei Probanden mit einer Diabetes-Vorstufe: In der Keto-Gruppe verschwand diese bei 50 % der Teilnehmer, während dies in der Mittelmeer-Gruppe bei 29 % und in der fettarmen Gruppe bei nur 7 % der Fall war.
Metabolische Risiken und Begleiterkrankungen
Die Forschungsergebnisse unterstreichen die weitreichenden Folgen von Stoffwechselstörungen. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2026 (Gastro Hep Advances) weist darauf hin, dass bereits ein zuckerhaltiges Getränk pro Tag das Risiko für Magenkrebs um das 2,45-Fache erhöhen kann.
Zudem wurde in einer Untersuchung von JAMA Oncology festgestellt, dass kombinierte Therapien bei Prostatakarzinom im ersten Jahr bei fast 40 % der Patienten zu einem metabolischen Syndrom führen können.
Ernährungsexperten betonen in diesem Zusammenhang, dass medikamentöse Unterstützungen, wie sie etwa durch Wirkstoffe wie Semaglutid möglich sind, allein oft nicht für einen langfristigen Erfolg ausreichen. Seit Anfang September 2026 ist die Abnehmpille Wegovy in deutschen Apotheken verfügbar, wobei die Kosten laut Erhebungen aus dem Frühjahr 2026 zwischen 43 und 122 Euro pro Woche liegen.
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Fachleute raten dringend dazu, den Fokus auf den Erhalt der Muskelmasse durch Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung zu legen, wobei Gemüse und Proteine etwa 80 % der Nahrungsaufnahme ausmachen sollten.
Früherkennung und Prävention im Fokus
Ein weiteres kritisches Feld bleibt die Früherkennung von Folgeerkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) wies im September 2026 darauf hin, dass herkömmliche Kreatinin-Werte allein unzureichend für die Früherkennung chronischer Nierenerkrankungen (CKD) sind. Da etwa 50 % der Patienten mit Herzschwäche auch an einer oft unerkannten CKD leiden, wird eine Kombination aus Blut- und Urintests empfohlen.
Daten der NAKO-Studie belegen die Relevanz: Rund 18,4 % der Erwachsenen weisen auffällige Nierenwerte auf, doch nur 5 % der Betroffenen wissen davon. Die wirtschaftliche Belastung ist erheblich; so beliefen sich die Kosten für Nierenerkrankungen im Jahr 2020 auf über 24 Milliarden Euro, was etwa 5 % der gesamten Gesundheitsausgaben entspricht.
Neue Ansätze, wie der Einsatz von Dapagliflozin zur Reduktion akuter Nierenschädigungen nach Herzoperationen, befinden sich derzeit in der klinischen Erprobung.
