Kenia-Hack, Präsidenten-Website

Kenia-Hack: Präsidenten-Website erbeutet, 310.000 Euro Lösegeld gefordert

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 19:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kenias Präsidenten-Website wurde von Hackern attackiert. Die Täter fordern fünf Bitcoin Lösegeld. Weltweit mehren sich Cyberangriffe auf staatliche Infrastruktur.

Hackerangriff auf Kenias Präsidenten-Website: Lösegeld in Bitcoin gefordert
Digitales Vorhängeschloss mit Binärcode über einem Regierungsgebäude bei Nacht, symbolisiert einen Cyberangriff auf Regierungssysteme. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Hacker haben am heutigen Samstag die offizielle Website von Kenias Präsident William Ruto angegriffen und ein Lösegeld von fünf Bitcoin gefordert – umgerechnet rund 41,3 Millionen Kenia-Schilling (etwa 310.000 Euro). Der Vorfall reiht sich in eine weltweite Serie von Cyberangriffen auf staatliche Infrastruktur ein, die auch deutsche Behörden alarmieren dürfte.

Angriff auf höchster Ebene

Die Angreifer verschafften sich Zugang zur Präsidenten-Website, veränderten die Startseite und stellten ihre Lösegeldforderung. Informationsminister William Kabogo bestätigte den Vorfall und erklärte, dass die Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) sowie das Nationale Cybersicherheits-Kommandozentrum (NC4) sofort ihre Notfallprotokolle aktiviert hätten.

Die Website wurde vorsorglich vom Netz genommen, um weiteren unbefugten Zugriff zu verhindern. Nach Angaben der Regierung blieb die Schadsoftware auf die Startseite beschränkt – sensible Daten seien nicht abgeflossen oder gestohlen worden. Die Wiederherstellungsarbeiten liefen den ganzen Tag über auf Hochtouren.

Bermuda-Report: Millionen-Schäden durch Ransomware

Ein am Freitag veröffentlichter Bericht eines gemeinsamen Untersuchungsausschusses in Bermuda wirft ein Schlaglicht auf die finanziellen Folgen solcher Angriffe. Demnach gab die Inselregierung nach einem schweren Cyberangriff im September 2023 rund 4,4 Millionen US-Dollar (etwa 4 Millionen Euro) aus – ein Teil davon floss vermutlich als Lösegeld.

Der Ausschussvorsitzende Lawrence Scott deutete an, dass die Summe nicht allein für Wiederherstellungsmaßnahmen verwendet wurde. Die Angreifer – möglicherweise die berüchtigte Gruppe ALPHV/BlackCat – hatten sich zehn Tage vor ihrer Entdeckung Zugang zu den Systemen verschafft und sämtliche Backups gelöscht. Zwar wurden persönliche Daten kompromittiert, doch Gesundheits- und Finanzdaten blieben nach Angaben des Ausschusses sicher. Besonders brisant: Die Regierung war bereits im Mai 2023 vor kritischen Cybersicherheitslücken gewarnt worden.

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US-Kommunen im Dauer-Ausnahmezustand

Auch in den Vereinigten Staaten kämpfen Kommunen weiter mit den Folgen von Hackerangriffen. Der Delaware County bestätigte, dass ein wochenlanger Ausfall der Regierungskommunikationssysteme auf einen Cyberangriff zurückgeht, der bereits am 26. Juni begann. Die IT-Abteilung legte daraufhin die gesamten Netzwerke lahm – mit drastischen Folgen: Telefon, Internet und interne Finanzsoftware fielen aus.

Während die kritischen Systeme für Gerichte, Staatsanwaltschaft und Sheriff-Büro inzwischen wieder laufen, sind die öffentlichen Bibliotheken des Countys weiterhin betroffen. Die Behörden betonen, diesmal kein Lösegeld gezahlt zu haben – anders als noch bei einem separaten Angriff im Jahr 2020.

In Milford, New Hampshire, legte ein Cybervorfall seit dem 15. Juli die kommunalen Dienste für rund 16.700 Einwohner lahm. Die Wasserabrechnung musste eingestellt werden, der Zugang des Gemeindeschreibers zu staatlichen Systemen wurde gekappt. Spezialisten für digitale Forensik wurden eingeschaltet – nachdem bereits im Mai 2026 ein ungeschützter Speicher aufgefallen war.

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Weitere Vorfälle: Von Fax-Dienst bis Schul-Datenleck

Die Serie digitaler Angriffe setzt sich international fort:

  • Poughkeepsie, New York: Das Rathaus musste am Samstag vorzeitig schließen – ein unidentifizierter Computerfehler verhinderte den Druck von Dokumenten im Büro des Kämmerers. Die IT-Abteilung arbeitet an der Eingrenzung, die Wiedereröffnung ist für Montag geplant.
  • St. Joseph County: Eine mit dem Iran in Verbindung gebrachte Hackergruppe behauptet, zwei Terabyte an Daten erbeutet zu haben. Die lokalen Behörden erklärten, der Vorfall betreffe lediglich einen externen Fax-Dienst – die eigenen Server seien nicht kompromittiert.
  • Louisiana: Die Tourismusbehörde des Bundesstaates konnte einen Credential-Harvesting-Angriff abwehren. Die Cybersicherheitssoftware schlug Alarm, woraufhin die Server proaktiv heruntergefahren wurden.
  • Lehighton Area School District, Pennsylvania: Ein Datenleck legte die Sozialversicherungsnummern von Mitarbeitern und Rentnern auf einer öffentlichen Website offen. Die Ermittlungen laufen auf Bundes- und Staatsebene.

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