Kempten und Oberallgäu: Sieben PSNV-Verantwortliche bündeln ihre Kräfte
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Bewältigung schwerer Unglücksfälle, Unfälle oder Katastrophen stellt Rettungskräfte und Kommunen vor komplexe Herausforderungen, die über die rein medizinische und technische Hilfe hinausgehen. Um Menschen in akuten seelischen Ausnahmesituationen verlässlich beizustehen, setzen die kreisfreie Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu auf eine enge Kooperation.
Beide Gebietskörperschaften bauen ihre Strukturen der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) gemeinsam aus. Für diese anspruchsvolle Aufgabe stehen fortan fünf Leiterinnen und Leiter PSNV sowie zwei Fachberater PSNV zur Verfügung, wie regionale Medien Ende Oktober 2026 berichteten.
Vernetzung über kommunale Grenzen hinweg
Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, die fachliche Begleitung und Koordination der psychosozialen Unterstützung über die Grenzen der einzelnen Kommunen hinweg sicherzustellen. Durch die Bündelung der Ressourcen soll das Angebot bedarfsgerecht weiterentwickelt und an die Erfordernisse künftiger Einsatzlagen angepasst werden.
Belastende Ereignisse machen an Verwaltungsgrenzen nicht halt, weshalb einheitliche Standards und abgestimmte Abläufe im Allgäu als zentraler Faktor für eine schlagkräftige Krisenintervention gelten.
Ein wesentlicher Schritt zur Umsetzung dieser Zusammenarbeit erfolgte Ende September im Landratsamt Oberallgäu. Dort kamen die ernannten PSNV-Verantwortlichen zu einem ersten gemeinsamen Treffen zusammen. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft standen das gegenseitige Kennenlernen, die detaillierte Abstimmung der jeweiligen Aufgabenfelder sowie die strategische Planung der künftigen Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis.
Fester Bestandteil des Bevölkerungsschutzes
Die Psychosoziale Notfallversorgung bildet einen fest verankerten Bestandteil des übergeordneten Bevölkerungsschutzes. Ihr Handlungsfeld gliedert sich im Wesentlichen in zwei Säulen: die Unterstützung von betroffenen Zivilpersonen sowie die Fürsorge für die eingesetzten Rettungs- und Sicherheitskräfte.
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Nach schweren Ereignissen wie Verkehrsunfällen, plötzlichen Todesfällen im häuslichen Umfeld oder Großschadenslagen richtet sich die PSNV unmittelbar an primär Betroffene, Angehörige, Zeugen und Hinterbliebene. Ziel ist es, den Schock abzufedern, erste Orientierung zu bieten und die seelische Widerstandskraft unmittelbar nach einem traumatischen Erlebnis zu stabilisieren.
Ebenso relevant ist der Schutz der Helferinnen und Helfer selbst. Feuerwehrleute, Notfallsanitäter, Polizeikräfte und weitere Hilfsorganisationen sind im Einsatzgeschehen regelmäßig extremen psychischen Belastungen ausgesetzt.
Fachberater und Führungsstrukturen der PSNV stellen sicher, dass Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen adäquate Nachbesprechungen und bei Bedarf strukturierte Unterstützung erhalten, um langfristigen Traumafolgen vorzubeugen.
Fachliche Koordination für den Ernstfall
Mit der Benennung von fünf Führungskräften für die Einsatzleitung der PSNV und den zwei Fachberatern institutionalisieren Kempten und das Oberallgäu die psychosoziale Krisenintervention im Gefüge der Gefahrenabwehr.
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Fachberater stehen den Einsatzleitungen im Katastrophenfall oder bei größeren Einsatzlagen beratend zur Seite, während die Leitungsfunktionen eine geordnete Zuführung von Kriseninterventionsteams und Seelsorgern an den Einsatzort koordinieren.
Die interkommunale Verzahnung der PSNV-Verantwortlichen soll künftig gewährleisten, dass im Ernstfall qualifizierte Hilfe rasch, strukturiert und abgestimmt dort ankommt, wo Menschen Beistand benötigen. Durch die gemeinsame Vorbereitung wird die Widerstandsfähigkeit der regionalen Rettungsinfrastruktur nachhaltig gestärkt.
