Keimfallen, Küche

Keimfallen in der Küche: 100.000 Bakterien bei jedem Druck

Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BfR-Studie zeigt Milliarden Keime in Küchenschwämmen. Hygienetipps für Küche, Bad und Reise sollen Infektionsrisiken senken.

Keimfallen im Haushalt: Küchenschwämme und versteckte Hygiene-Risiken
Ein gebrauchter Küchenschwamm auf einer sauberen Arbeitsplatte in der Küche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), über die die Stiftung Warentest Ende Juli 2026 berichtete, zeigen eine erhebliche Keimbelastung in gewöhnlichen Küchenschwämmen. Auch wenn diese optisch sauber erscheinen, lassen sich Erreger wie Salmonellen, E. coli und Staphylococcus aureus nachweisen. Die Analyse verdeutlicht, dass die poröse Struktur dieser Reinigungsutensilien ideale Bedingungen für die Vermehrung von Mikroorganismen bietet.

Keimreservoir in der Küchenreinigung

In der aktuellen Auswertung der BfR-Studie wird dargelegt, dass sich Keime in einem einzelnen Schwammabschnitt auf eine Anzahl von mehreren Milliarden vermehren können. Diese Mikroorganismen sind zudem in der Lage, Phasen der Austrocknung zu überleben. Ein besonderes Risiko geht von der mechanischen Nutzung aus: Bereits durch leichten Druck werden bei Kontakt mit Oberflächen bis zu 100.000 Bakterien freigesetzt. Besonders kritisch bewerten Experten die Vermehrung von Salmonella Enteritidis und Staphylococcus aureus innerhalb der Schwammstruktur.

Als Schutzmaßnahme wird empfohlen, Küchenschwämme mindestens einmal wöchentlich auszutauschen. Nach dem Kontakt mit rohem Fleisch sollten die Utensilien unmittelbar entsorgt werden. Eine Aufbereitung ist laut den Empfehlungen nur bedingt möglich; eine Behandlung für zwei Minuten in Wasser mit einer Temperatur von über 70 Grad Celsius kann die Keimbelastung jedoch reduzieren.

Hygienemanagement in Wohn- und Sanitärbereichen

Neben der Küche identifizieren Fachberichte weitere Bereiche im Haushalt, die ein erhöhtes Hygienerisiko bergen. So weist die Techem GmbH darauf hin, dass längere Abwesenheiten, etwa während der Ferienzeit, das Wachstum von Legionellen in Trinkwasserleitungen begünstigen. Diese Bakterien vermehren sich bevorzugt bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius und können beim Duschen über Aerosole aufgenommen werden. Ab einer Temperatur von 60 Grad Celsius sterben die Erreger ab. Gemäß der Trinkwasserverordnung besteht für entsprechende Anlagen eine Prüfpflicht alle drei Jahre.

Auch Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen erfordern regelmäßige Wartung, um Schimmelbildung vorzubeugen. Experten raten dazu, das Flusensieb alle ein bis drei Monate zu reinigen und die Türdichtung monatlich zu kontrollieren. Eine Tiefenreinigung mit einem Waschgang bei 60 bis 90 Grad Celsius sollte vierteljährlich durchgeführt werden. In Badezimmern gilt zudem eine relative Luftfeuchtigkeit von 75 bis 97 Prozent als kritisch, da dies nicht nur die Schimmelbildung fördert, sondern auch die Ansiedlung von Schädlingen wie Silberfischchen begünstigt.

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Risiken auf Reisen und im öffentlichen Raum

Die Problematik der Keimbelastung beschränkt sich nicht auf das private Umfeld. Eine Studie von Travelmath identifizierte verschiedene Kontaktflächen in Flugzeugen als relevante Keimquellen. Insbesondere die Klapptische an den Sitzen weisen demnach eine hohe Bakteriendichte auf. Reisenden wird empfohlen, diese Flächen vor der Nutzung mit Desinfektionstüchern zu reinigen. Weitere kritische Punkte sind Sicherheitsgurte, Toilettentüren und die dortigen Wasserentnahmestellen.

Im Bereich der öffentlichen Gesundheit registrierte das Robert Koch-Institut (RKI) im Jahr 2026 zudem eine früh einsetzende Saison für Vibrionen-Infektionen, wobei bislang 17 Fälle gemeldet wurden. Diese Bakterien vermehren sich in Gewässern wie der Ostsee bei Temperaturen über 18 Grad Celsius. Gefährdet sind vor allem Personen mit geschwächtem Immunsystem oder offenen Wunden.

Präventive Maßnahmen im Alltag

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Als eine der effektivsten Methoden zur Infektionsprävention gilt das korrekte Händewaschen. Fachleute benennen acht spezifische Zeitpunkte, zu denen eine Reinigung zwingend erfolgen sollte, darunter nach dem Aufenthalt im Freien, nach dem Kontakt mit Tieren oder vor der Zubereitung von Speisen. Da Hände als Überträger für Millionen von Keimen fungieren, ist diese einfache Maßnahme grundlegend für die Haushaltshygiene.

Zur Bekämpfung bereits vorhandener Belastungen, etwa durch Schimmel an Wänden, empfehlen Experten die Anwendung von Isopropylalkohol mit einer Konzentration von mindestens 70 Prozent oder Wasserstoffperoxid. Bei einem Befall, der eine Fläche von 0,5 Quadratmetern überschreitet, sollte jedoch ein Fachbetrieb hinzugezogen werden. Eine dauerhafte Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden wird durch regelmäßiges Stoßlüften und die Einhaltung einer relativen Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent erreicht.

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