Kefir-Boom, Spaniens

Kefir-Boom: Spaniens Konsum springt um 71% in zwölf Monaten

22.06.2026 - 10:44:13 | boerse-global.de

Kefir-Konsum in Spanien steigt um 71 Prozent. Studien untersuchen Darm-Hirn-Achse und neue Risikofaktoren für Darmerkrankungen.

Kefir-Hype in Spanien: Fermentierte Lebensmittel im Fokus der Forschung
Kefir-Boom - Ein Stillleben mit verschiedenen fermentierten Lebensmitteln wie Kombucha, Sauerkraut, Kefir und Sauerteigbrot auf einem Holztisch. 22.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

erleben einen regelrechten Hype. Die Wissenschaft untersucht fermentierte Lebensmittel intensiver denn je. Besonders Milchprodukte zeigen starke Marktbewegungen.

In Spanien wuchs der Kefir-Konsum innerhalb von zwölf Monaten um 71 Prozent. Das Marktvolumen liegt bei rund 145 Millionen Euro. Der Grund: Kefir enthält neben Bakterien auch Hefen – das unterscheidet ihn von herkömmlichem Joghurt. Diese Mischung fördert die Aufnahme von Calcium und Eisen und wirkt entzündungshemmend.

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Joghurt ist nicht gleich Joghurt

Bei der Auswahl von Joghurtprodukten gibt es große Unterschiede. Griechischer Joghurt liefert etwa 10 Gramm Protein pro 100 Gramm. Klassischer Naturjoghurt ist mit rund 60 Kalorien die leichtere Alternative.

Die probiotische Wirkung entfalten nur unpasteurisierte Produkte mit lebenden Kulturen wie Lactobacillus oder Bifidobacterium. Pasteurisiertes Sauerkraut liefert zwar Ballaststoffe und Postbiotika – aber keine lebenden Mikroorganismen mehr.

Darm-Hirn-Achse im Fokus der Forschung

Die Forschung zur Darm-Hirn-Achse gewinnt an Bedeutung. Ein Großteil des Serotonins wird im Darm produziert. Studien untersuchen daher darmzentrierte Ansätze zur Behandlung von Depressionen und Stimmungsschwankungen. Eine gestörte Darmflora gilt als potenzieller Risikofaktor.

Der Lebensmittelkonzern Danone startete eine dreijährige Forschungskooperation mit der spanischen Organisation CSIC. Ziel: den Beitrag von Joghurt zur Lebenserwartung und Diabetes-Prävention untersuchen. Eine begleitende Kefir-Studie läuft mit 500 Teilnehmern über ein Jahr. Schätzungen zufolge entsprechen 80 Prozent der spanischen Kefir-Produkte nicht der traditionellen Milchmatrix.

Überraschende Erkenntnisse aus Kuwait

Auf der Fachkonferenz ENDO 2026 in Chicago präsentierte das Dasman Diabetes Institute neue Ergebnisse. Bei Mäusen führte ein vollständiger Zucker-Verzicht bei gleichzeitiger fettarmer Ernährung zu Darmschäden. Die Glukosetoleranz verschlechterte sich. Nützliche Lactobacillus-Bakterien gingen zurück, Entzündungsmarker wie IL-1? und IL-6 stiegen an.

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Neue Tests und Risikofaktoren

Ein neu entwickelter Test nutzt ein Virus im Bakterium Bacteroides fragilis als Marker. Er identifizierte 40,6 Prozent der Darmkrebsfälle. Die Spezifität lag bei 83,3 Prozent.

Forscher identifizierten zudem die Genvariante HLA-DRB1*01:03 als Risikofaktor für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Bei 3,5 Prozent der betroffenen Patienten fanden sich Autoantikörper gegen das Protein IL-10.

Wer fermentierte Lebensmittel meiden sollte

Fachleute empfehlen ein bis zwei Portionen fermentierte Lebensmittel täglich. Sie stabilisieren die Mikrobiom-Vielfalt und fördern die Produktion kurzkettiger Fettsäuren sowie der Vitamine K und B.

Doch nicht jeder verträgt die Produkte. Menschen mit Histamin-Unverträglichkeit sollten fermentierte Lebensmittel meiden. Bei Bluthochdruck ist Vorsicht geboten – fermentiertes Gemüse wie Kimchi oder Sauerkraut enthält oft viel Salz. Auch bei ausgeprägter Immunschwäche können lebende Bakterienkulturen ein Risiko darstellen.

Eine pflanzenbasierte Ernährung gilt generell als förderlich für die Darmgesundheit. Vegane Probiotika bieten eine Alternative zu milchbasierten Produkten.

de | wissenschaft | 69601515 |