KBV-Leitfaden: So sollen Arztpraxen Medikamente und Notstrom für Krisen sichern
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 19:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deNiedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten stehen vor wachsenden Anforderungen an die Resilienz ihrer Einrichtungen. In der 22-seitigen Broschüre »Vorsorge in Praxen für Krisen und Katastrophen« thematisiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) konkrete Handlungsschritte für den ambulanten Sektor. Praxen sollen sich demnach gezielt auf mögliche Lieferengpässe sowie einen erhöhten Arzneimittelbedarf einstellen.
Zu den zentralen Empfehlungen zählt die Nutzung verlässlicher Bezugsquellen über Apotheken und Lieferanten. Zudem rät die KBV dazu, sinnvolle Mindestbestände an Medikamenten, Impfstoffen, Verbrauchsmaterialien und Schutzausrüstung anzulegen. Auch grundlegende Notfallgüter wie Trinkwasser und Batterien gehören zu den aufgeführten Vorräten, um den Praxisbetrieb bei unvorhergesehenen Ereignissen aufrechtzuerhalten.
Priorisierung von Patientengruppen in Krisensituationen
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Ausarbeitung liegt auf der Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung unter erschwerten Bedingungen. Die KBV weist darauf hin, dass Ärzte und Psychotherapeuten mit Kassenzulassung gesetzlich verpflichtet sind, die Versorgung gesetzlich Versicherter auch während Notlagen sicherzustellen.
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Kommt es zu Engpässen oder außergewöhnlichen Belastungen, empfiehlt die KBV eine frühzeitige Priorisierung der Patienten. Im Fokus stehen dabei Notfälle, akut Erkrankte, besonders gefährdete Personengruppen sowie chronisch kranke Patienten. Durch klare Abläufe soll gewährleistet werden, dass Schutzbedürftige und Personen mit dringendem Behandlungsbedarf auch bei knappen Ressourcen kontinuierlich betreut werden.
Schutz vor Infrastrukturausfällen, Bränden und Cyberrisiken
Über Materialengpässe hinaus adressiert die Broschüre Gefahren für die technische und physische Infrastruktur. Behandelt werden Vorkehrungen gegen Brände, Gewaltakte, Stromausfälle und Cyberangriffe.
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Besondere Aufmerksamkeit widmet der Leitfaden der Notstromversorgung. Diese ist insbesondere für die ununterbrochene Kühlung temperatursensibler Arzneimittel erforderlich. Für den Fall gravierender IT-Ausfälle empfiehlt die KBV Maßnahmen zur Absicherung von Systemen und Konzepten, die den Zugriff auf Patientendaten auch dann ermöglichen, wenn digitale Praxisverwaltungssysteme nicht verfügbar sind.
