Kawasaki und Hyundai: Werksdaten trainieren KI für Industrie-Roboter
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 10:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kawasaki Heavy Industries und die Hyundai Motor Group greifen verstärkt auf ihre industrielle Fertigungsexpertise und bestehende Betriebsdaten zurück, um Physical-AI-Lösungen für Industrieautomation und Robotik zu trainieren und zu validieren. Beide Konzerne verknüpfen ihre Werksprozesse mit fortschrittlichen Robotiksystemen, digitalen Zwillingen und KI-gestützter Simulation, um Abläufe in hochkomplexen Umgebungen zu automatisieren.
Kawasakis Investitionsplan für Robotik und Schiffbau
Am 6. Oktober 2026 stellte Kawasaki Heavy Industries eine Strategie mit rund 550 Milliarden Yen an Wachstumsinvestitionen für die Geschäftsjahre 2027 bis 2030 vor.
Bis zum Geschäftsjahr 2030 strebt das japanische Industrieunternehmen einen Umsatz von über 3,3 Billionen Yen sowie einen Geschäftsgewinn von über 330 Milliarden Yen an. Rund 7,5 Milliarden Yen fließen in die Halbleiterrobotik, deren Produktionskapazität bis zum Geschäftsjahr 2029 verdoppelt werden soll.
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Für den Privatkundenbereich plant Kawasaki die Markteinführung des Roboters Home LEO im Geschäftsjahr 2028. Den humanoiden Roboter Kaleido, der in der 9. Generation vorliegt, will das Unternehmen um 2030 für Transportaufgaben und Kontrollgänge in kontrollierten Umgebungen in die Praxis bringen.
Zudem plant Kawasaki die Fertigstellung eines Simulators für 2027, eine Demonstration des Konzepts CORLEO auf der Riad Expo 2030 sowie Weiterentwicklungen wie CORLEO X und Erlebnisanlagen für 2035.
Besondere Bedeutung hat der Einsatz intelligenter Maschinen im Schiffbau: Für das Sakaide-Werk in Japan sind über zehn Jahre Investitionen von rund 100 Milliarden Yen vorgesehen, wobei der Vollbetrieb automatisierter Schiffbauroboter ab dem Geschäftsjahr 2028 angestrebt wird.
Am 6. Oktober 2026 zeigte Kawasaki erstmals einen vierbeinigen Roboter, der Schiffsrümpfe erklimmen und Schweißarbeiten übernehmen soll. Das 60 × 44 × 29 Zentimeter große Gerät haftet per Elektromagneten am Rumpf und bestimmt über Kameras und Sensoren die Beschaffenheit von Schweißnähten sowie den erforderlichen Arbeitsaufwand.
Erste Tests im Werk Sakaide sind für 2027 angesetzt, die praktische Nutzung ist ab 2028 geplant. Ergänzend dazu kooperiert Kawasaki seit Juli 2026 mit NVIDIA bei Physical AI, digitalen Zwillingen und Schiffbausimulationen und beteiligt sich am Unternehmenskonsortium Noetra, das mit 44 Partnern bis zum Geschäftsjahr 2030 eine sogenannte Real-World Native AI anstrebt.
Hyundais Automatisierungsoffensive und der Einsatz humanoider Roboter
Auch die Hyundai Motor Group nutzt reale Fabrikumgebungen, um KI-gestützte Robotiksysteme in die Serienfertigung zu integrieren. Die Gruppe behauptet seit 2022 vier Jahre in Folge ihren Rang unter den drei weltweit absatzstärksten Automobilherstellern.
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Hyundai Motor und Kia erwirtschafteten 2025 gemeinsam über 300 Billionen Won Umsatz und einen Betriebsgewinn von 20,546 Billionen Won; für 2026 wird ein gemeinsamer Betriebsgewinn von über 21 Billionen Won erwartet.
Im ersten Halbjahr 2026 legten die weltweiten Hybridverkäufe bei Hyundai um 18 Prozent auf 363.000 Fahrzeuge zu, während Kia ein Plus von 47 Prozent auf 316.000 Einheiten verzeichnete. Gleichzeitig belastete ein Gewerkschaftsstreik bei Hyundai Motor im Jahr 2026 das Ergebnis mit geschätzten kumulierten Absatzverlusten von über 2,3 Billionen Won.
Um Produktion und Technologien auszubauen, plant die Gruppe ab 2026 über fünf Jahre hinweg Investitionen in Höhe von 125,2 Billionen Won in Südkorea. Davon entfallen 9 Billionen Won bis 2029 auf Saemangeum und 42 Billionen Won über zehn Jahre auf Yeongnam. Zudem plant Hyundai Steel ein Werk in den USA mit einem Volumen von 5,8 Milliarden US-Dollar.
Als Vorzeigeprojekt hochautomatisierter Fertigung dient die Hyundai Motor Group Metaplant America im US-Bundesstaat Georgia. Die 12-Milliarden-US-Dollar-Anlage umfasst 2.900 Acres und wurde 2026 vom Fachmagazin ASSEMBLY Magazine als Montagefabrik des Jahres ausgezeichnet.
Neben den Modellen Hyundai Ioniq 5, Ioniq 9 und Kia Sportage Hybrid soll 2026 ein viertes Modell hinzukommen. Langfristig zielt der Standort auf 580.000 Einheiten pro Jahr über bis zu zehn Modelle und bis zu 8.500 Beschäftigte bis 2030. Aktuell sind dort über 1.000 Roboter in Betrieb, darunter 600 Schweißroboter, die 95 Prozent der Karosserieverbindungen fertigen.
Ab Anfang 2028 soll zudem der humanoide Roboter Atlas für die Teilebereitstellung eingesetzt werden, bevor bis 2030 breitere Aufgaben in der Fahrzeugmontage folgen könnten.

