Kaspersky-Warnung, Millionen

Kaspersky-Warnung: 4,7 Millionen Angriffe auf Zoom und Outlook

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 13:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kaspersky registrierte binnen eines Jahres 4,78 Millionen Angriffe mit getarnter Software. Zoom und Outlook sind die häufigsten Ziele der Cyberkriminellen.

Kaspersky-Report: Millionen Angriffe über gefälschte Arbeitsplatz-Software
Ein Laptop-Bildschirm auf einem Büro-Schreibtisch, der eine Software-Oberfläche zeigt, um die Bedrohung durch Cyberangriffe zu symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Cybersicherheitsunternehmen Kaspersky hat eine besorgniserregende Zunahme von Angriffen festgestellt, die sich als gängige Software-Tools für den Arbeitsplatz tarnen.

In einem Zeitraum von zwölf Monaten, der von Juli 2025 bis Juni 2026 reichte, identifizierten die Sicherheitssysteme des Anbieters insgesamt 4.781.846 solcher Angriffsversuche. Die Kriminellen nutzen dabei das Vertrauen der Nutzer in bekannte Marken aus, um Schadsoftware in Unternehmensnetzwerke und private Arbeitssysteme einzuschleusen.

Zoom und Outlook als primäre Ziele für Nachahmungen

Die Analyse der weltweit gesammelten Daten zeigt deutliche Schwerpunkte bei den missbrauchten Markennamen. Besonders im Fokus steht die Videokonferenz-Plattform Zoom. Laut den vorliegenden Zahlen war Zoom mit 2.658.283 registrierten Angriffen das am häufigsten nachgeahmte Tool.

Die Angreifer setzen hierbei offenbar auf die weite Verbreitung der Software im Homeoffice und im hybriden Arbeitsalltag, um Nutzer zum Download schädlicher Dateien zu verleiten, die als legitime Updates oder Installationsdateien getarnt sind.

An zweiter Stelle der meistgenutzten Tarnungen folgt der E-Mail-Dienst Microsoft Outlook. Kaspersky dokumentierte in diesem Zusammenhang 1.546.122 Angriffe. Da Outlook eine zentrale Schnittstelle in der geschäftlichen Kommunikation darstellt, bietet die Nachahmung dieses Dienstes für Cyberkriminelle ein hohes Potenzial, um an sensible Zugangsdaten oder interne Informationen zu gelangen.

Breite Streuung über Microsoft-Produktivitätsanwendungen

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Neben den Spitzenreitern zeigt die Statistik, dass auch andere Anwendungen aus dem Microsoft-Ökosystem regelmäßig für Cyberangriffe instrumentalisiert werden. Cloud-Dienste und Kollaborationswerkzeuge stehen dabei besonders unter Beobachtung:

  • Microsoft OneDrive wurde in 197.030 Fällen als Tarnung für Angriffe missbraucht.
  • Die Tabellenkalkulation Excel diente in 151.948 Fällen als vermeintlicher Absender oder Träger schädlicher Inhalte.
  • Das Kommunikationstool Microsoft Teams wurde für 111.402 Angriffe nachgeahmt.

Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich die Bedrohungslage nicht auf ein einzelnes Werkzeug beschränkt, sondern die gesamte Bandbreite der täglichen digitalen Arbeitsmittel umfasst.

Downloader und Trojaner als bevorzugte Malware-Typen

Hinsichtlich der technischen Umsetzung der Angriffe lassen sich klare Muster erkennen. Die am häufigsten eingesetzte Malware-Kategorie war die der sogenannten Downloader. Diese wurden in 2.733.204 Fällen registriert. Downloader dienen in der Regel dazu, nach einer ersten Infektion weitere, oft noch gefährlichere Schadprogramme unbemerkt aus dem Internet nachzuladen.

Ebenfalls eine erhebliche Bedrohung stellen Trojaner dar, von denen Kaspersky 989.377 Vorkommen verzeichnete. Diese Programme tarnen sich als nützliche Software, führen aber im Hintergrund schädliche Funktionen aus, wie etwa das Ausspähen von Passwörtern oder die Verschlüsselung von Daten.

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Zudem wurden in 341.165 Fällen gezielt Exploits eingesetzt, um bestehende Sicherheitslücken in den nachgeahmten Programmen oder den Betriebssystemen der Opfer auszunutzen.

Strategische Planung vor der Geschäftssaison

Nach Einschätzung der Analysten von Kaspersky erfolgt die Häufung dieser Angriffe nicht zufällig. Die Kampagnen zielen darauf ab, IT-Systeme von Unternehmen gezielt vor dem Start der intensiven Geschäftssaison zu kompromittieren. Durch die Platzierung von Malware in einer Phase, in der viele Organisationen ihre Aktivitäten hochfahren, versuchen die Angreifer, sich frühzeitig dauerhaften Zugriff auf Netzwerke zu sichern.

Sicherheitsexperten raten Unternehmen und Angestellten daher zu erhöhter Wachsamkeit. Da die Angriffe technisch oft hochprofessionell wirken und legitime Benutzeroberflächen täuschend echt nachbilden, bleibt die Verifizierung von Download-Quellen und die Nutzung aktueller Schutzsoftware eine der wichtigsten Verteidigungslinien gegen diese Form der Cyberkriminalität.

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