Karriereeinstieg, Praktika-Kontakte

Karriereeinstieg: 62% landen über Praktika-Kontakte in Festanstellung

31.05.2026 - 20:30:29 | boerse-global.de

Praktika bleiben der wichtigste Karrieretreiber, doch KI verändert Junior-Rollen massiv. Konzerne investieren in Weiterbildung.

Karriereeinstieg: 62% landen über Praktika-Kontakte in Festanstellung - Foto: über boerse-global.de
Karriereeinstieg: 62% landen über Praktika-Kontakte in Festanstellung - Foto: über boerse-global.de

Der Einstieg in Großkonzerne und Unternehmensberatungen hat sich grundlegend gewandelt. Technologische Innovationen wie Künstliche Intelligenz und neue Arbeitsmodelle verschieben die Anforderungen an Berufseinsteiger massiv.

Praktika als Türöffner – mit steigenden Hürden

Das Praktikum bleibt der wichtigste Weg in den Job. Rund 62 Prozent der Berufseinsteiger landen laut Staufenbiel-Studie über Kontakte aus vorherigen Praktika in ihrer ersten Festanstellung. Die Vergütung variiert stark: In Unternehmensberatungen und Investmentbanking zahlen Unternehmen zwischen 1.800 und 2.500 Euro monatlich. Im Technologiesektor sind es 1.200 bis 1.800 Euro, im Mittelstand 800 bis 1.200 Euro.

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Top-Unternehmen verlangen lange Vorlaufzeiten. Bewerbungsfristen von vier feis sechs Monaten vor dem geplanten Start sind üblich. Wer zu spät dran ist, hat schlechte Karten.

Parallel gewinnen unkonventionelle Wege an Bedeutung. Im Mai 2026 dokumentierten Berichte Fälle, in denen Absolventen Vollzeitstellen im Projektmanagement über soziale Netzwerke wie Facebook fanden – nachdem sie zuvor in Teilzeit für die Unternehmen gearbeitet hatten.

KI verändert die Junior-Rollen massiv

Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend repetitive Aufgaben. Die Folge: In der Beratung werden weniger Junior Consultants für Zuarbeiten gebraucht. Stattdessen steigt die Nachfrage nach erfahrenen Managern.

Eine Umfrage von The Strategy Collective unter 65 Strategieverantwortlichen zeigt: Fast die Hälfte der Befragten bindet Junioren wegen KI seltener in strategische Kernarbeit ein. Die größte Hürde für den Nachwuchs? Mangelnde Praxisnähe in der Ausbildung.

Besonders betroffen sind Bereiche wie Marktforschung und operative Prozessoptimierung. Weniger anfällig zeigen sich klassische Strategieberatung, Change Management und B2B-Preismanagement.

Weiterbildung als Bindungsinstrument

Die Fluktuation in Beratungen ist hoch. Bereits 2022 lag die Rate bei rund 30 Prozent der Beratungen bei über 15 Prozent. Konzerne reagieren mit massiven Investitionen in interne Aus- und Weiterbildung.

Bain & Company setzt auf globale Flagship-Trainings auf jedem Karrierelevel. Zum Pflichtprogramm gehören Schulungen in Datenanalyse, KI und Unconscious Bias. Bereits 2022 gründete das Unternehmen eine Sustainability Academy für die DACH-Region.

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Roland Berger fährt ähnliche Strategie. Susanne Hofer (HR Manager) verwies im Juni 2026 auf verpflichtende Bootcamps für Neueinsteiger und vor Karriereschritten. Dazu kommen KI-Schulungen, E-Learning-Plattformen und Unterstützung bei akademischen Weiterbildungen wie Master-, PhD- oder MBA-Programmen.

Homeoffice und IT-Integration: Die unsichtbaren Karrierefallen

Die Debatte um Präsenzpflicht bleibt ein zentraler Karrierefaktor. Berichte vom Mai 2026 zeigen: Die Wahl des Arbeitsortes hat oft indirekte Auswirkungen auf den Aufstieg – auch wenn Konzerne das selten offen thematisieren.

Gleichzeitig verschmelzen IT und Geschäftsbereiche immer stärker. Eine Analyse der kobaltblau-Studie mit über 100 IT-Verantwortlichen prognostiziert: Bis 2027 werden IT und Business weitgehend verschmelzen. 95 Prozent der Befragten sehen das als Chance. Aber nur knapp die Hälfte der Fach- und Führungskräfte fühlt sich ausreichend vorbereitet.

Die Otto Group reagiert mit massiven Investitionen. Für das Geschäftsjahr 2026/27 sind 350 Millionen Euro für KI und Tech geplant – unter anderem für KI-Einkaufsassistenten und Robotik in der Logistik.

Bewegung auf Partnerebene

Auch auf Führungsebene tut sich etwas. Dr. Frank Jungblut wechselte von EY als Partner zu Mazars, um den Healthcare-Sektor in Stuttgart auszubauen. Bei Dr. Wieselhuber & Partner wurde Dr.-Ing. Dirk Artelt zum Managing Partner ernannt.

Während mittelständische IT-Beratungen zweistellige Wachstumsraten verzeichnen, warnen Wirtschaftsforschungsinstitute vor regionalen Disparitäten. Das Ifo-Institut sprach im Mai 2026 auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum von einem drohenden wirtschaftlichen Anschlussverlust bestimmter Standorte.

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