Kalte Füße: TCM-Arzt empfiehlt tägliches Fußbad bei 40 Grad Celsius
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deAnhaltende Kältegefühle in den Beinen und Füßen stellen für viele Menschen eine wiederkehrende Belastung dar. Dr. Tan Wenfeng, Chefarzt für Rheumatologie und Immunologie am Jiangsu-Provinzkrankenhaus, legte in einem Fachbeitrag dar, über welche Ansätze die Ausleitung von Kälte aus den unteren Extremitäten erfolgen kann.
Das Spektrum reicht von Temperatur- und Verhaltensregeln über physikalische Anwendungen bis hin zu spezifischen Rezepturen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Fußbäder und thermische Anwendungen im Alltag
Als grundlegende Maßnahme nennt Dr. Tan Wenfeng ein tägliches Fußbad in etwa 40 Grad Celsius warmem Wasser für die Dauer von 20 bis 30 Minuten, wahlweise versetzt mit Ingwer oder Beifuß. Zudem rät der Mediziner dazu, warme lange Hosen zu tragen, jede Stunde fünf Minuten Bewegung einzuplanen und wärmende Lebensmittel wie Lamm, Ingwer sowie Datteln in den Speiseplan zu integrieren.
Auch andere Fachleute betonen den Nutzen gezielter Bäder. Dr. Yang Jiao von der Hautklinik des Guang'anmen-Krankenhauses der Chinesischen Akademie der TCM-Wissenschaften beschreibt eine Mischung aus 30 Gramm Beifuß, 30 Gramm Ingwer, 15 Gramm Engelwurz, 5 Gramm Safran und 20 Gramm Abendsegge.
Nach einem zehnminütigen Aufkochen sollte das Bad bei 40 bis 45 Grad Celsius über 15 bis 20 Minuten erfolgen, bis sich leichtes Schwitzen einstellt. Weitere Anleitungen sehen vor, ein halbes Stück Ingwer in Scheiben zehn Minuten zu kochen und mit kaltem Wasser auf 40 bis 42 Grad Celsius abzukühlen, wobei das Wasser über die Knöchel reichen sollte.
Bei Rezepturen mit rund 2 Gramm Sichuanpfeffer wird empfohlen, diesen 20 Minuten aufzukochen und nach einer Anwendungswoche eine Pause einzulegen; für Kinder ist die Dosis zu halbieren oder um zwei Drittel zu reduzieren.
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Dr. Zhong Junhui von der TCM-Klassikabteilung des Chongqing-Stadtkrankenhauses empfiehlt Fußbäder vor dem Schlafen mit einer Temperatur, die am Handgelenk nicht als heiß wahrgenommen wird, sowie das Warmhalten von Knöcheln, Nacken, Rücken, Bauch und Taille.
Ergänzend dazu führt Dr. Jakob Berger vom Bayerischen Hausärzteverband das ansteigende Fußbad an, bei dem die Wassertemperatur über 15 bis 20 Minuten schrittweise von etwa 33 Grad Celsius auf höchstens 40 Grad Celsius erhöht wird, indem alle zwei bis drei Minuten heißes Wasser nachgegossen wird. Dies könne einer Erkältung vorbeugen oder Beschwerden lindern; im Anschluss empfiehlt sich eine zwanzigminütige Ruhephase mit hochgelagerten Beinen.
Physikalische Verfahren und Akupressur
Neben Bädern empfiehlt Dr. Tan Wenfeng physikalische Methoden: Eine Moxibustion an den Akupunkturpunkten Zusanli, Yongquan und Yanglingquan für jeweils 10 bis 15 Minuten, die Nutzung einer Wärmflasche oder Infrarotbestrahlung für 20 Minuten sowie das Schröpfen entlang des Blasenmeridians.
Für die medikamentöse Unterstützung unter strenger ärztlicher Anleitung führt er Präparate wie Fuzi Lizhong Wan, Jinkui Shenqi Wan oder Tianma Wan an, begleitet von 30 Minuten Ausdauersport.
Traditionell finden zudem Akupressurpunkte Beachtung. Genannt werden unter anderem Taixi, Sanyinjiao, Bafeng und Yongquan, die mit sanftem Druck stimuliert werden können. Wissenschaftlich ist eine Heilung von Kälteempfindlichkeit durch Fußreflexzonenmassage allerdings nicht belegt.
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Ein Review von Cochrane Australien aus dem Jahr 2024 mit zwölf Studien und 782 Teilnehmenden wies bei niedriger Evidenzsicherheit lediglich auf eine mögliche Verbesserung der Schlafqualität hin. Eine Studie in PLOS ONE aus demselben Jahr untersuchte Akupunktur und Elektroakupunktur bei 72 Frauen mit Kältegefühl; die Ergebnisse lassen sich jedoch nicht direkt auf eine Selbstanwendung übertragen.
Differenzierung und Kontraindikationen
Dr. Zhang Chunhua, Chefärztin für TCM am Shenzhen University General Hospital, weist darauf hin, dass Kältegefühle an Händen und Füßen differenziert betrachtet werden müssen. Mögliche Ursachen sind Yang-Mangel, Yang-Stauung oder Wind-Kälte-Feuchtigkeit.
Bei Begleiterscheinungen wie Kreuzschmerzen, Schwindel, Tinnitus oder Blässe sei eine eingehende Untersuchung erforderlich. Wenn Kälte trotz warmer Umgebung anhält oder mit Schmerz, Taubheit, Farbveränderungen oder Herzklopfen einhergeht, müssen Erkrankungen wie Anämie, Schilddrüsenstörungen oder ein Raynaud-Syndrom abgeklärt werden.
Tritt ein einseitig kalter Fuß plötzlich mit starken Schmerzen und Bewegungsstörungen auf, liegt möglicherweise eine akute Durchblutungsstörung vor, die eine sofortige Notfallbehandlung erfordert.
Fußbäder sind zudem nicht für jeden Patienten uneingeschränkt geeignet: Bei Schwangerschaft, starker Menstruation, Blutungsneigung, Thrombose, Herzproblemen, Krampfadern, arteriellen Gefäßerkrankungen, Hautläsionen sowie dem diabetischen Fuß raten Experten dringend von einer eigenmächtigen Durchführung ab oder verlangen eine vorherige ärztliche Rücksprache.
Dr. Tan Wenfeng betont in diesem Zusammenhang, dass allgemeine Empfehlungen lediglich als Referenz dienen und einen Arztbesuch bei bestehenden Beschwerden nicht ersetzen.
