Kaffeekonsum: Bis zu fünf Tassen täglich senken Diabetes- und Herzrisiko
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 16:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Stellungnahmen medizinischer Fachgesellschaften zeichnen ein differenziertes Bild der gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffeekonsum.
In einer wissenschaftlichen Stellungnahme in der Fachzeitschrift Circulation weist die American Heart Association (AHA) darauf hin, dass der Konsum von bis zu fünf Tassen Kaffee täglich das Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und Diabetes senken kann.
Die Datenlage deutet darauf hin, dass insbesondere die Wahl der Zubereitungsmethode sowie die Regelmäßigkeit des Konsums entscheidende Faktoren für die präventive Wirkung darstellen.
Herz-Kreislauf-System und Diabetesrisiko
Den Analysen der AHA zufolge zeigt sich bei gewohnheitsmäßigem Kaffeekonsum ein um 20 bis 30 % geringeres Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes. Im Bereich der Kardiologie belegen Daten zudem positive Effekte auf den Herzrhythmus: Patienten wiesen nach unregelmäßigem Herzschlag ein um 39 % geringeres Risiko für ein Wiederauftreten der Beschwerden auf, wenn sie Kaffee konsumierten.
Diese Beobachtungen werden durch eine Langzeitstudie des American College of Cardiology (ACC) gestützt, die Daten der UK Biobank von 382.535 Personen ohne bekannte Herzerkrankung über einen Zeitraum von zehn Jahren auswertete.
Die Forscher stellten fest, dass ein täglicher Konsum von zwei bis drei Tassen Kaffee das Risiko für koronare Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen sowie die allgemeine Sterblichkeit um 10 bis 15 % reduzierte. Dabei wurde ein U-förmiger Zusammenhang zwischen der Konsummenge und dem gesundheitlichen Nutzen beobachtet.
Ergänzende Ergebnisse lieferte eine im Fachmagazin JAMA veröffentlichte randomisierte kontrollierte Studie mit 200 Teilnehmern. Hierbei reduzierte die Einnahme von einer Tasse koffeinhaltigem Kaffee täglich nach einer Kardioversion das Risiko eines Vorhofflimmern-Rezidivs innerhalb von sechs Monaten signifikant auf 47 %, verglichen mit 64 % in der Kontrollgruppe, die auf Koffein verzichtete.
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Metabolische Veränderungen und neurologische Aspekte
Neben den kardiovaskulären Effekten stehen metabolische und hormonelle Anpassungen im Fokus der Forschung. Eine im Juli 2026 im European Journal of Nutrition veröffentlichte Studie der Universität Oulu mit 2.264 Teilnehmenden im Alter von 46 Jahren assoziierte höheren Kaffeekonsum mit niedrigeren Spiegeln verzweigtkettiger Aminosäuren sowie einer günstigeren Körperzusammensetzung, charakterisiert durch weniger Körperfett und mehr Muskelmasse.
Hormonelle Unterschiede zeigten sich ebenfalls: Bei Männern korrelierte der Konsum mit höheren Testosteron- und SHBG-Werten, während bei Frauen höhere SHBG-Spiegel und niedrigere freie Androgene gemessen wurden.
Untersuchungen der Universität Cork an Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren verdeutlichten zudem einen Einfluss auf das Mikrobiom. Kaffeetrinker, die drei bis fünf Tassen täglich konsumierten, wiesen spezifische Darmbakterien wie Cryptobacterium curtum und Eggerthella sowie höhere Konzentrationen der Metaboliten Paraxanthin und Theophyllin auf. Nach einer zweiwöchigen Abstinenzphase konnten ein sinkender Blutdruck sowie eine abnehmende Impulsivität beobachtet werden.
Im neurologischen Bereich deutet eine über 43 Jahre durchgeführte Beobachtungsstudie mit mehr als 130.000 Erwachsenen darauf hin, dass der langfristige Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee mit einem um etwa 18 % geringeres Demenzrisiko verbunden ist. Als optimale Menge wurden zwei bis drei Tassen Kaffee oder eine bis zwei Tassen Tee täglich identifiziert.
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Bedeutung der Zubereitungsart und Risikofaktoren
Die positiven Effekte des Kaffees scheinen stark von der Zubereitung abhängig zu sein. Die AHA betont, dass die Vorteile primär für papiergefilterten Kaffee und Instantkaffee gelten. Ungefilterter Kaffee hingegen kann negative Auswirkungen haben.
Eine Untersuchung der Universität Uppsala an 14 verschiedenen Büromaschinen zeigte, dass insbesondere Brühmaschinen hohe Mengen der Diterpene Cafestol und Kahweol abgeben, welche das LDL-Cholesterin erhöhen können. Gefilterter Kaffee enthält laut den schwedischen Forschern weniger als ein Hundertstel dieser Substanzen.
Trotz der allgemeinen Vorteile warnen Experten vor spezifischen Risiken. Ein Facharzt für Urologie wies darauf hin, dass übermäßiger Konsum von zuckerhaltigen Limonaden oder Energydrinks – die neben Koffein auch Taurin und Guarana enthalten – das Risiko für Nierensteine und chronische Nierenerkrankungen deutlicher erhöht als Kaffee.
In einem dokumentierten medizinischen Fall führte zudem der Konsum von über Nacht gelagertem Kaffee bei einem Patienten mit Vorerkrankungen zu einer akuten Nierenschädigung infolge schwerer Dehydrierung.
Im Bereich der Produktinnovationen brachte das Unternehmen Naturecan in Japan einen mit NMN (Nikotinamid-Mononukleotid) angereicherten Kaffee auf den Markt. Eine Tasse dieses zuckerfreien Getränks enthält 250 mg ?-NMN mit einem Reinheitsgrad von 99 % bei einem Brennwert von 6,83 kcal. Das Produkt wird zu einem Preis von 4.500 Yen für 30 Portionen angeboten.
