Kaffee, Muskelmasse

Kaffee und Muskelmasse: Fünf Tassen täglich senken Körperfett um 3%

Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Moderater Kaffeekonsum kann Muskelmasse erhöhen und Körperfett reduzieren, birgt aber auch Risiken.

Kaffee und Gesundheit: Neue Studien zu Muskeln, Fettabbau und Risiken
Ein Glasbecher gefüllt mit Kaffeebohnen auf einer weißen Marmoroberfläche in einer modernen Laborumgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Wissenschaftliche Publikationen und Übersichtsarbeiten haben im August 2026 den aktuellen Kenntnisstand zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffeekonsum zusammengefasst. Die Datenlage verdeutlicht die komplexen Wechselwirkungen zwischen Koffein, bioaktiven Verbindungen und verschiedenen Körperfunktionen, wobei insbesondere der Einfluss auf die Stoffwechselgesundheit und die Muskelmasse im Fokus der Forschung steht.

Richtlinien und allgemeine metabolische Effekte

Fachorganisationen wie die European Food Safety Authority (EFSA) und die American Heart Association (AHA) haben in ihren Stellungnahmen Orientierungswerte für einen sicheren Konsum definiert. Demnach gelten bis zu 400 mg Koffein pro Tag – was etwa drei bis fünf Tassen Kaffee entspricht – für gesunde Erwachsene als unbedenklich. Während der Schwangerschaft wird empfohlen, die Zufuhr auf 200 mg zu begrenzen.

Aktuelle Datenauswertungen weisen darauf hin, dass ein moderater Konsum von drei Tassen täglich mit einem verringerten Risiko für Typ-2-Diabetes, Parkinson und bestimmte Lebererkrankungen korreliert. Die AHA konstatiert zudem, dass ein moderater Kaffeekonsum mit einem um 20 bis 30 Prozent niedrigeren Risiko für koronare Herzkrankheiten, Herzinsuffizienz und Schlaganfälle einhergehen kann.

Hinsichtlich des Blutdrucks zeigt sich ein differenziertes Bild: Kurzfristig kann Koffein den systolischen Wert bei Gesunden um 3 bis 5 mmHg erhöhen. Während ein Konsum von einer bis drei Tassen täglich den Blutdruck bei optimalen Werten leicht steigern kann, wird eine Zufuhr von mehr als drei Tassen paradoxerweise mit einem niedrigeren Risiko für langfristige Blutdruckprobleme assoziiert. Experten führen dies auf eine Toleranzentwicklung bei regelmäßigem Konsum zurück.

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Einfluss auf Körperzusammensetzung und Muskulatur

Besondere Aufmerksamkeit widmet die Forschung im Jahr 2026 dem Zusammenhang zwischen Kaffee und der Skelettmuskulatur. Eine im Fachjournal Food & Function veröffentlichte Übersichtsarbeit wertete 54 Studien aus, darunter In-vitro-Versuche, Tierstudien und 13 Untersuchungen am Menschen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Inhaltsstoffe wie Trigonellin das Coenzym NAD+ erhöhen, während Cafestol die Insulinaufnahme verbessern könne. In Humanstudien über einen Zeitraum von zwölf Wochen führte der Konsum von drei Tassen Kaffee täglich zu einer Reduktion des Körperfetts und einer gleichzeitigen Erhöhung der Muskelmasse.

Ergänzt werden diese Erkenntnisse durch eine finnische Beobachtungsstudie der Universität Oulu an 2.264 Probanden im Alter von 46 Jahren. Teilnehmer, die fünf oder mehr Tassen Kaffee pro Tag tranken, wiesen im Vergleich zu Konsumenten geringer Mengen (eine bis zwei Tassen) einen signifikant niedrigeren Körperfettanteil (27,14 % gegenüber 30,40 %) und eine höhere Muskelmasse (32,46 kg gegenüber 30,17 kg) auf.

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Auch das viszeralfett lag bei den Vieltrinkern mit 102,52 cm² unter dem Wert der Vergleichsgruppe (108,57 cm²), während der Body-Mass-Index (BMI) in beiden Gruppen nahezu identisch blieb. Bei Männern wurde zudem eine Korrelation zwischen jeder zusätzlichen Tasse Kaffee und einem Anstieg des Gesamt-Testosterons um 0,29 nmol/L festgestellt.

Bioaktive Inhaltsstoffe und physiologische Risiken

Kaffee ist mehr als ein Koffeinlieferant; er enthält Polyphenole wie die Coffeesäure, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Diese Verbindung wird derzeit intensiv auf ihr Potenzial in der Prävention neurodegenerativer Erkrankungen untersucht.

Trotz der beobachteten Vorteile bestehen spezifische Risiken. Ungefilterter Kaffee, etwa aus der French Press oder als Espresso, enthält Cafestol, das das LDL-Cholesterin erhöhen kann. Zudem steigert Kaffee die Produktion von Magensäure.

Mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5 ist er zwar weniger sauer als Softgetränke wie Cola (pH 2,5), dennoch raten Fachleute bei Magengeschwüren, Sodbrennen oder Reflux zur Vorsicht. Weitere Kontraindikationen für einen hohen Kaffeekonsum sind schwere Herzrhythmusstörungen, unkontrollierter Bluthochdruck sowie akute fieberhafte Infektionen.

Zusätze können die positiven Effekte beeinflussen. Während die Kombination mit Chiasamen aufgrund der Gelbildung die Sättigung verlängern kann, warnen Experten vor Energy-Drinks, die oft die drei- bis vierfache Menge an Koffein enthalten und deren hoher Zuckeranteil die metabolischen Vorteile des Kaffees neutralisieren kann.

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de | wissenschaft | 70006289 |