Kaffee und Knochendichte: Fünf Tassen täglich erhöhen Osteoporose-Risiko
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kaffee gehört für viele ältere Menschen zum täglichen Ritual. Eine Studie der Flinders University, veröffentlicht im Fachjournal Nutrients, wirft nun ein differenziertes Licht auf den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Knochendichte bei Frauen ab 65 Jahren. Die Forscher beobachteten 9.704 Frauen über einen Zeitraum von rund zehn Jahren, wie ein Bericht von sedaily.com zeigt.
Mehr als fünf Tassen mit niedrigerer Knochendichte verbunden
Die Auswertung ergab, dass ein Konsum von mehr als fünf Tassen Kaffee pro Tag mit einer niedrigeren Knochendichte in Verbindung stand. Bei einem moderaten Konsum von zwei bis drei Tassen täglich fanden die Forscher hingegen keinen klaren Zusammenhang. Für Frauen im höheren Alter, bei denen der natürliche Knochenabbau ohnehin fortschreitet, liefert dieser Befund einen Anhaltspunkt dafür, dass Menge eine entscheidende Rolle spielt.
Die Relevanz dieser Erkenntnis wird durch Zahlen aus Südkorea unterstrichen: Laut einer Erhebung der KDCA (National Health and Nutrition Examination Survey) aus dem Jahr 2024 liegt bei etwa einer von drei Frauen ab 65 Jahren eine Osteoporose vor. Angesichts dieser Verbreitung gewinnt die Frage, welche Lebensstilfaktoren die Knochendichte beeinflussen, zusätzliches Gewicht.
Folgen von Wirbelkompressionsfrakturen und Behandlungserfolge
Osteoporose erhöht das Risiko für Wirbelkompressionsfrakturen, die für Betroffene erhebliche Einschränkungen im Alltag bedeuten können. Eine Studie der Jaseng-Klinik, veröffentlicht im Fachjournal Medicine, untersuchte 166 Patienten mit einer solchen Fraktur und dokumentierte den Verlauf verschiedener Beschwerde-Indizes.
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Der Rückenschmerzwert auf der NRS-Skala sank demnach von 5,75 auf 3,90, der Behinderungsindex ODI verbesserte sich von 48,92 auf 27,6, und der Lebensqualitätswert EQ-5D stieg von 0,59 auf 0,75. Diese Zahlen verdeutlichen, welche Belastung solche Frakturen für Betroffene darstellen und wie relevant Prävention – etwa durch Ernährungs- und Lebensstilfaktoren – für diese Altersgruppe ist.
Einordnung: Wie viel Kaffee gilt als unbedenklich?
Für gesunde Erwachsene gelten laut einem Bericht von kaffee-reise.de drei bis vier Tassen Kaffee täglich meist als unbedenklich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt eine Obergrenze von 400 Milligramm Koffein pro Tag für gesunde Erwachsene und 200 Milligramm für Schwangere. Wird zu viel Koffein konsumiert, kann dies Nervosität, Schlafstörungen, Herzklopfen und einen vorübergehend erhöhten Blutdruck auslösen.
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Gleichzeitig weisen Beobachtungsstudien laut kaffee-reise.de auf mögliche positive Effekte hin: Sie zeigen ein geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes, Lebererkrankungen und Parkinson im Zusammenhang mit Kaffeekonsum.
Für ältere Menschen ergibt sich damit ein zwiespältiges Bild – während moderater Konsum offenbar unproblematisch bleibt und sogar mit gewissen Schutzeffekten einhergehen kann, deutet die Flinders-Studie darauf hin, dass ein sehr hoher Konsum speziell für die Knochengesundheit älterer Frauen ein zusätzliches Risiko darstellen könnte.
Für die Praxis bedeutet dies vor allem, dass die Menge entscheidend ist: Wer im moderaten Bereich von zwei bis drei Tassen täglich bleibt, muss den Erkenntnissen der Flinders-Studie zufolge keine negativen Effekte auf die Knochendichte befürchten. Bei deutlich höherem Konsum lohnt sich angesichts der hohen Osteoporose-Prävalenz in dieser Altersgruppe ein genauerer Blick auf die eigenen Trinkgewohnheiten.
