Kaffee, Kalzium

Kaffee und Kalzium: Zwei Tassen gehen mit 15 mg Mineralstoffverlust einher

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 07:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Moderate Kaffeemengen zeigen keinen Zusammenhang mit sinkender Knochendichte; sehr hoher Konsum war in einer Studie mit niedrigeren Messwerten verbunden.

Kaffee und Knochengesundheit: Was Studien zu Kalzium und Konsum zeigen
Eine einzelne Kaffeetasse auf einem Holztisch neben mineralischen Rohsteinen im weichen Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Übermäßiger Konsum von Kaffee steht immer wieder im Fokus ernährungswissenschaftlicher Debatten. Aktuelle Berichte und wissenschaftliche Erhebungen widmen sich verstärkt der Frage, wie sich koffeinhaltige Getränke auf den Nährstoffhaushalt des menschlichen Körpers auswirken. Im Mittelpunkt steht dabei der Verlust essenzieller Mineralstoffe wie Kalzium sowie die Frage, wie Kaffeetrinkende ein mögliches Defizit wirksam kompensieren können.

Geringe Mineralstoffverluste bei moderatem Kaffeegenuss

Eine Tasse Kaffee enthält im Schnitt etwa 50 mg Koffein. Untersuchungen zeigen, dass der Konsum messbare Effekte auf die Ausscheidung von Mineralstoffen haben kann: In einer Untersuchung schieden 90 Prozent der Kaffeetrinkenden nach dem Genuss mehr Kalzium im Urin aus als vor dem Konsum. Eine Messung ergab, dass zwei Tassen Kaffee mit einem Kalziumverlust von 15 mg einhergingen.

Gleichzeitig geben ernährungswissenschaftliche Studien Entwarnung für moderate Mengen: Ein Konsum von ein bis zwei Tassen Kaffee täglich verursacht demnach keinen erheblichen Kalziumverlust über den Urin.

Eine tägliche Koffeinaufnahme von bis zu 300 mg gilt in diesem Rahmen als sicher. Obwohl Koffein die Aufnahme von Kalzium sowie den Knochenstoffwechsel beeinträchtigen könnte, stuften Fachberichte diesen biochemischen Effekt insgesamt als möglicherweise gering ein.

Langzeitdaten zur Knochendichte

Langfristig sehr hoher Kaffeekonsum könnte das Risiko für Osteoporose erhöhen. Eine Studie der Flinders University untersuchte diesen Zusammenhang über einen Zeitraum von rund zehn Jahren bei 9.704 Frauen ab 65 Jahren.

Das Ergebnis der Langzeitbeobachtung zeigte, dass mehr als fünf Tassen Kaffee pro Tag mit niedrigeren Messwerten am Oberschenkelknochen und an der Hüfte verbunden waren. Bei einem moderaten Konsum von zwei bis drei Tassen täglich zeigte sich hingegen kein Zusammenhang mit einer sinkenden Knochendichte.

Bemerkenswert war zudem ein weiterer Befund der Untersuchung: Regelmäßiges Teetrinken stand in Verbindung mit einer höheren Hüftknochendichte. Forschende vermuten, dass im Tee enthaltene Catechine den Knochenaufbau unterstützen können.

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In Medienberichten wird mitunter auf Extremfälle verwiesen, etwa auf eine 30-jährige Lehrerin in Changsha, die nach einem Sturz eine Schlüsselbeinfraktur erlitt und bei der eine Knochendichte von ?2,5 sowie Osteoporose festgestellt wurden, nachdem sie täglich bis zu fünf Tassen Kaffee getrunken hatte.

Fachberichte stellen jedoch klar, dass ein direkter Kausalzusammenhang zwischen Kaffeegenuss und Osteoporose nicht belegt ist. Eine Ernährungsprofessorin der New York University betonte, dass moderate Kaffeemengen als unbedenklich einzustufen seien.

Entscheidender für die Knochengesundheit seien eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D, regelmäßige Bewegung sowie der Verzicht auf das Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.

Richtwerte und einfache Kompensationsmöglichkeiten

Um den durch Kaffee bedingten Kalziumverlust auszugleichen, raten Fachberichte regelmäßigen Kaffeetrinkenden zu einer zusätzlichen Kalziumzufuhr von 100 mg täglich oder dem Trinken von mindestens einem Glas Milch.

Auch der Austausch von Kaffeeweißer durch echte Milch könne zur Ergänzung beitragen. 200 ml Vollmilch enthalten etwa 236 mg Kalzium, während 200 ml Magermilch rund 244 mg Kalzium liefern. Zur allgemeinen Knochenstärkung werden zudem täglich mindestens 20 Minuten direkte Sonneneinstrahlung für die körpereigene Vitamin-D-Synthese sowie belastende körperliche Bewegung empfohlen.

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Hinsichtlich der generellen Verträglichkeit gelten für gesunde Erwachsene 200 mg Koffein auf einmal und bis zu 400 mg über den gesamten Tag – was etwa drei bis fünf Tassen Filterkaffee entspricht – als unbedenkliche Höchstgrenze.

Für Schwangere und Stillende liegt die empfohlene Höchstmenge bei 200 mg pro Tag, während für Kinder und Jugendliche maximal 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht täglich angesetzt werden.

Auch im kardiologischen Bereich gibt es klare Richtwerte: Nach Angaben des American College of Cardiology erhöht ein moderater Kaffeekonsum von etwa zwei bis drei Tassen täglich bei den meisten Patienten mit Vorhofflimmern das Risiko für Rhythmusstörungen nicht, wenngleich übermäßige Koffeindosen, viel Salz, größere Mengen Alkohol und üppige Mahlzeiten bei einzelnen Personen Beschwerden triggern können.

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de | wissenschaft | 70191008 |