Kaffee, Menopause

Kaffee nach der Menopause: Zwei Tassen senken Osteoporoserisiko um 36 Prozent

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 04:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Auswertung von 4.066 Frauen verbindet moderaten Kaffeekonsum mit geringerem Osteoporoserisiko; hohe Mengen können bei wenig Kalzium nachteilig sein.

Kaffee nach der Menopause: Zusammenhang mit Osteoporoserisiko
Eine Tasse schwarzer Kaffee auf einem Holztisch bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Einfluss von Kaffee auf das Skelettsystem wird in der Medizin seit Jahrzehnten diskutiert. Eine Untersuchung des Seoul National University Hospital liefert nun differenzierte Erkenntnisse zur Knochengesundheit bei Frauen nach den Wechseljahren.

Auf Basis der koreanischen Gesundheits- und Ernährungserhebung aus den Jahren 2008 bis 2011 werteten Wissenschaftler die Daten von 4.066 postmenopausalen Frauen aus.

Das Ergebnis: Gegenüber Frauen, die keinen Kaffee tranken, war das Osteoporoserisiko bei einem Konsum von bis zu einer Tasse täglich um 21 Prozent geringer. Bei genau einer Tasse lag die Risikoreduktion bei 33 Prozent und bei zwei Tassen täglich bei 36 Prozent.

Die Dosis und der Schwellenwert für Risiken

Für die Erhebung der Seoul National University wurde eine Portionsgröße von 200 ml je Tasse zugrunde gelegt. Fachleute verweisen darauf, dass erst ab einer Zufuhr von mehr als 330 mg Koffein – was etwa 600 ml beziehungsweise mindestens drei Tassen Kaffee entspricht – osteoporotische Prozesse begünstigt werden könnten.

Bereits ein Bericht aus dem Jahr 1982 brachte Koffein mit einer gesteigerten Kalziumausscheidung über den Urin sowie einer veränderten Kalziumaufnahme im Dünndarm in Verbindung.

Nachfolgende epidemiologische Untersuchungen zeigten bei Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren jedoch keinen Zusammenhang zwischen Koffein und Knochenverlust oder Frakturen. Dagegen beobachtete eine Untersuchung bei Frauen zwischen 34 und 59 Jahren eine Verbindung zu Hüftfrakturen.

Mehr als die Hälfte der epidemiologischen Daten verzeichnet bei Frauen über 50 Jahren zwar Zusammenhänge mit einer niedrigeren Knochendichte. Bei einer ausreichenden Kalziumzufuhr gelten 400 mg Koffein pro Tag Fachleuten zufolge jedoch als voraussichtlich unbedenklich für die Knochendichte.

Internationale Studienlage bleibt geteilt

Die wissenschaftliche Evidenz fällt international vielschichtig aus. Eine groß angelegte Analyse der britischen UK Biobank aus dem Jahr 2024, die 487.594 Teilnehmende über einen durchschnittlichen Zeitraum von 12,8 Jahren begleitete, stellte ebenfalls einen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und einem geringeren Osteoporoserisiko fest.

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Die neue Auswertung von 4.066 Frauen nach der Menopause zeigt: Schon eine Tasse Kaffee täglich ging mit 21 Prozent geringerem Osteoporoserisiko einher, bei zwei Tassen waren es 36 Prozent. Die entscheidende Frage ist nicht ob, sondern wie viel — und was Sie dazu an Kalzium brauchen. Kostenlosen Knochen-Guide jetzt anfordern

Demgegenüber stehen Beobachtungen bei sehr hohem Konsum. Eine im Fachjournal „Nutrients“ publizierte Zehn-Jahres-Studie an 9.704 Frauen ab 65 Jahren zeigte, dass mehr als fünf Tassen Kaffee täglich mit einer geringeren Knochendichte an Hüfte und Oberschenkelhals einhergingen.

Teekonsum korrelierte in dieser Untersuchung hingegen mit einer höheren Knochendichte. Die Autoren betonten, dass die Daten keinen Kausalzusammenhang belegen; während Teekatechine den Knochenaufbau fördern könnten, lasse sich der geringe Einfluss des Koffeins etwa durch die Zugabe von Milch abmildern.

Auch eine schwedische Studie im American Journal of Clinical Nutrition aus dem Jahr 2013, die 61.433 Frauen von 1987 bis 2008 begleitete, zeigte bei mindestens vier Tassen täglich eine um 2 bis 4 Prozent niedrigere Knochendichte an einzelnen Messpunkten, fand jedoch kein generell erhöhtes Bruchrisiko.

Eine weitere schwedische Untersuchung an 31.527 Frauen über durchschnittlich 10,3 Jahre brachte vier oder mehr Tassen am Tag mit einem erhöhten Frakturrisiko in Verbindung – insbesondere dann, wenn die tägliche Kalziumaufnahme unter 700 mg lag.

Kalziumversorgung als entscheidender Faktor

In der medizinischen Einordnung gilt Koffein daher primär als möglicher Risikofaktor und nicht als alleinige Ursache für Knochenschwund. Um eventuelle Verluste auszugleichen, empfiehlt unter anderem die taiwanische Professorin Xiao Ningxin, Kaffee mit Milch wie etwa als Cappuccino oder Latte zu trinken.

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Fachleute raten bei entsprechenden Bedenken zu einem moderaten Konsum von rund zwei bis drei Tassen täglich sowie einer gezielten Versorgung mit Kalzium und Vitamin D.

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