Kaffee bei Hypertonie: Bis 5 Tassen täglich sind sicher
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 22:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kaffee und Bluthochdruck – das klingt nach einem Widerspruch. Doch für die meisten Patienten mit gut eingestellten Werten ist der morgendliche Espresso kein Problem.
Moderate Mengen meist unbedenklich
Prof. Dr. Pham Manh Hung vom Krankenhaus 19-8 sieht bei ein bis zwei Tassen täglich – etwa 200 bis 300 Milligramm Koffein – keine Gefahr für Patienten mit kontrolliertem Blutdruck. Zwar steige der systolische Druck kurzfristig um 5 bis 10 mmHg, doch dieser Effekt klinge nach ein bis drei Stunden ab. Ein chronischer Anstieg durch regelmäßigen Konsum sei nicht beobachtet worden.
Die European Society of Cardiology (ESC) bestätigt das: Ihre Richtlinien von 2024 sehen kein erhöhtes Hypertonie-Risiko bei moderatem Kaffeegenuss. Die American Heart Association (AHA) geht sogar weiter und stuft bis zu fünf Tassen täglich als sicher ein – mit potenziell schützender Wirkung gegen Herzinsuffizienz, Schlaganfälle und Typ-2-Diabetes.
Anders sieht es bei stark erhöhten Werten aus: Liegt der systolische Druck über 160 mmHg, raten Mediziner zur Vorsicht. Maximal eine Tasse, besser vorher den Arzt fragen.
Vorsicht bei Betablockern
Kritisch wird es bei der Kombination mit bestimmten Medikamenten. Während ACE-Hemmer, Sartane, Kalziumkanalblocker und Diuretika ihre Wirkung durch Kaffee nicht verlieren, kann Koffein Betablocker teilweise ausbremsen. Das Koffein beeinflusst Herzfrequenz und Gefäßspannung – genau dort setzen die Medikamente an.
Gute Nachricht für Kaffeeliebhaber mit Bluthochdruck: Bis zu fünf Tassen täglich gelten laut American Heart Association als sicher. Doch bei Medikamenten wie Betablockern ist Vorsicht geboten. Unser Ratgeber zeigt, worauf Sie achten sollten. Jetzt kostenlosen Kaffee-Ratgeber anfordern
Auch die Tablettenaufnahme leidet: Kaffee stört die Resorption im Magen-Darm-Trakt. Neben Blutdrucksenkern betrifft das Schilddrüsenhormone wie L-Thyroxin, bestimmte Antibiotika und Osteoporose-Mittel. Die Empfehlung der Pharmazeuten: Medikamente mit Wasser einnehmen und mindestens zwei Stunden Abstand zum Kaffee halten.
Die Zubereitung macht den Unterschied
Gefilterter Kaffee schneidet besser ab als ungefilterter. Letzterer enthält Stoffe, die das LDL-Cholesterin erhöhen können. Dunkle Röstungen und Espresso gelten als bekömmlicher, weil sie weniger Chlorogensäure enthalten.
Kaffee enthält über 1.000 Substanzen und zahlreiche Antioxidantien, die Entzündungen reduzieren können, erklärt Ernährungsmedizinerin Michaela Axt-Gadermann. Wer empfindlich auf Koffein reagiert, kann auf grünen Tee ausweichen – die enthaltenen Katechine können den Blutdruck sogar senken.
Mehr als nur Kaffee: Magnesium und Bewegung
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Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt 300 bis 350 Milligramm Magnesium täglich. Studien zeigen: Eine Supplementierung von 300 bis 600 mg pro Tag senkt den diastolischen Blutdruck signifikant, da das Mineral als natürlicher Calcium-Antagonist wirkt.
Auch Omega-3-Fettsäuren helfen: Drei Gramm täglich reduzieren den Blutdruck um etwa 4,5 mmHg. Und wer zusätzlich 150 bis 300 Minuten pro Woche moderat trainiert, verbessert seinen systolischen Wert spürbar.
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