Jungheinrich, Movu

Jungheinrich und Movu: Strategische Partnerschaft für Lagerautomation

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 22:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Jungheinrich und Movu Robotics bündeln Kräfte bei Shuttle-Systemen, um automatisierte Palettenlager effizienter zu planen und zu errichten.

Jungheinrich und Movu Robotics: Strategische Partnerschaft für automatisierte Palettenlager
Automatisierte Lagerhalle mit Regalsystemen und fahrenden Robotern zur Palettenlogistik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Jungheinrich und Movu Robotics haben am 19. August 2026 den Abschluss einer strategischen Partnerschaft bekannt gegeben. Im Rahmen dieser Kooperation wird Jungheinrich zum bevorzugten Integrator für die Shuttle-Systeme von Movu, während Movu im Gegenzug als bevorzugter Lieferant agiert. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Planung und Errichtung automatisierter Palettenlager schneller und effizienter zu gestalten.

Movu Robotics verwies im Zuge der Ankündigung auf eine bereits breite Marktbasis. Die Shuttle-Systeme des Unternehmens seien mittlerweile in über 200 Lagerhäusern weltweit im Einsatz. Als erfolgreiche Referenzprojekte wurden unter anderem die Zusammenarbeit mit Coppenrath & Wiese sowie Mascot online angeführt. Bei Mascot online wurde eine Anlage mit 11.500 Palettenstellplätzen realisiert, die mit 10 Shuttles betrieben wird.

Technologische Dynamik im Bereich der Shuttle-Systeme

Die Partnerschaft erfolgt vor dem Hintergrund eines technologisch hochkompetitiven Marktes für Lagerautomatisierung. Mitte August stellte etwa der Wettbewerber Geekplus mit dem „RoboShuttle Hyper“ ein System vor, das speziell für den Behälterumschlag konzipiert ist.

Die kletternden Roboter erreichen eine Geschwindigkeit von 1,5 m/s und sollen pro 1.000 Quadratmeter Fläche den Umschlag von bis zu 6.000 Behältern pro Stunde ermöglichen. Laut Herstellerangaben erlaubt das System eine um 30 Prozent höhere Pfaddichte und kann bis zu 5.000 Roboter gleichzeitig koordinieren.

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Strategische Allianzen und Datenintegration

Neben der physischen Automatisierung rückt die Integration von Künstlicher Intelligenz und umfangreichen Datenmengen in den Fokus der Branche. So unterzeichneten LG Electronics und NVIDIA Mitte August eine Absichtserklärung (MOU). In einer 10.000 Quadratmeter umfassenden „Data Factory“ in Seoul plant LG, bis zum Jahresende mehrere hundert Roboter einzusetzen.

Bis Ende 2026 strebt LG an, insgesamt 100.000 Stunden an Roboterdaten zu generieren, was etwa einer Betriebsdauer von 12 Jahren entspricht. Dabei nutzt das Unternehmen Technologien wie NVIDIA Omniverse und Isaac, um sich als Anbieter von ganzheitlichen Robotiklösungen zu etablieren.

Auch bei der Hardware-Komponenten-Integration zeichnen sich neue Kooperationen ab. Basler und Syslogic gaben bekannt, Kamerasysteme direkt in robuste Industrie-Computer für Edge-KI-Anwendungen zu integrieren.

Diese Lösungen unterstützen bis zu acht GMSL-Kameras und zielen auf den Einsatz in autonomen mobilen Robotern (AMR) und fahrerlosen Transportsystemen (AGV) ab. Ergänzend dazu erläuterte ein Branchenexperte von Lattice Semiconductor die wachsende Bedeutung von FPGAs für die Sicherheit und die Echtzeit-Motorsteuerung in der Robotik.

Investitionen und Marktentwicklung bei spezialisierten Lösungen

Dass der Sektor auch für spezialisierte Startups und neue Akteure attraktiv bleibt, zeigen aktuelle Finanzierungs- und Marktzahlen. Das von ehemaligen SpaceX-Ingenieuren gegründete Unternehmen „1872“ automatisiert derzeit die Stahlfertigung und sicherte sich hierfür eine Seed-Finanzierung in Höhe von 15 Millionen US-Dollar. Durch den Einsatz von Schweißrobotern könnten die Kosten pro Zoll von 0,78 US-Dollar bei manueller Fertigung auf 0,12 US-Dollar gesenkt werden.

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Parallel dazu trat Wetour Robotics dem Partner-Netzwerk von Qualcomm bei. Für eine erste Bereitstellung im US-Bundesstaat Pennsylvania wird ein Volumen von 500.000 US-Dollar veranschlagt, wobei das Gesamtpotenzial einer 24-monatigen Vereinbarung auf Gebühren von bis zu 20 Millionen US-Dollar geschätzt wird.

Die Primax Tymphany Group präsentierte zudem auf der Fachmesse Automation Taipei 2026 autonome Lieferroboter, deren Massenproduktion für das Jahr 2027 geplant ist. Diese Entwicklungen unterstreichen den Trend zu einer tiefgreifenden Automatisierung, in dem Jungheinrich und Movu Robotics durch ihre neue Partnerschaft ihre Marktposition festigen wollen.

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