Junge Generation: 82% wollen Wohneigentum, doch 90% misstrauen Politik
17.06.2026 - 09:52:43 | boerse-global.de
Doch das Vertrauen in die Politik ist erschüttert.
Die Studie „Generation Zuversicht“ des Verbands Privater Bausparkassen zeichnet ein überraschend positives Bild. 59 Prozent der jungen Erwachsenen sehen ihrer eigenen Zukunft zuversichtlich entgegen. Besonders stark ist der Wunsch nach Eigentum: 82 Prozent streben Wohneigentum an, nur 9 Prozent wollen dauerhaft zur Miete wohnen.
Doch die Sorge ums Alter ist groß. Zwei Drittel der jungen Generation fürchten Altersarmut – bei jungen Frauen liegt der Wert mit 72 Prozent sogar deutlich höher. Und das Vertrauen in die Politik? Gleich 90 Prozent der Befragten fühlen sich von der Politik in ihren Belangen nicht ausreichend berücksichtigt.
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Die Falle der finanziellen Freiheit
Der Traum von der FIRE-Bewegung – Financial Independence, Retire Early – lockt viele. Experten warnen jedoch vor zu knappen Kalkulationen. Die Vier-Prozent-Regel für Entnahmen gilt vielen als zu optimistisch. Nötig seien zusätzliche Sicherheitspuffer.
Ein häufiger Fehler: die Unterschätzung von Lebenshaltungskosten und Inflation. Familienausgaben können innerhalb weniger Jahre von 35.000 auf 50.000 Euro steigen. Auch bei Immobilien drohen böse Überraschungen. Rund 70 Prozent der Bauvorhaben in Deutschland werden teurer als geplant.
Die Lösung heißt Streuung. Erfolgreiche Privatiers verteilen ihr Vermögen zu gleichen Teilen auf Aktien, Immobilien und Staatsanleihen. Hochspekulative Anlagen wie Kryptowährungen machen meist weniger als fünf Prozent aus.
Mit 25 Euro im Monat zum Führerschein
Der Grundstein für Vermögen wird immer früher gelegt. Wer 18 Jahre lang monatlich 25 Euro spart, kommt bei fünf Prozent Rendite auf rund 8.650 Euro. Nach Abzug der Inflation von zwei Prozent bleiben etwa 6.050 Euro – genug für den Führerschein, der zwischen 2.500 und 3.500 Euro kostet.
Eltern setzen zunehmend auf spielerische Finanzbildung. Fiktive Taschengeldkonten mit zehn Prozent Zins pro Jahr vermitteln Kindern den Wert des Sparens. In Schulen fördert der Deutsche Gründerpreis für Schüler unternehmerisches Denken. Im Juni 2026 wurden in Köln Teams wie „CareCircle“ (digitale Pflege-Plattform) und „Step Team“ (energieerzeugende Bodenbeläge) ausgezeichnet.
Staatliche Förderung ab 2027
Die Politik reagiert nun auf den Vorsorgebedarf. Zum 1. Januar 2027 soll ein spezielles Altersvorsorgedepot starten. Einzahlungen von bis zu 1.800 Euro pro Jahr werden mit rund 540 Euro staatlich gefördert. Pro Kind gibt es weitere 300 Euro. Das Kapital bleibt bis zum Rentenalter gebunden.
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Junge Milliardäre und Fußball-Investoren
Das Forbes-Ranking der jüngsten Milliardäre führt der 20-jährige Johannes von Baumbach mit 5,8 Milliarden Euro an. Auch im Sport ist der Trend zum Investment angekommen: Fußballprofi Mario Götze hält über eine Beteiligungsgesellschaft Anteile an mehr als 70 Start-ups – mit Fokus auf B2B-Software, Cybersecurity und Gesundheitstechnologie.
In der Risikokapitalbranche entstehen neue, junge Fonds. Die finnische Wave Ventures schloss im Juni 2026 einen dritten Fonds mit zehn Millionen Euro Volumen ab. Ziel: Frühphasen-Investments in Nordeuropa und im Baltikum, noch bevor die Gründer überhaupt eine fertige Idee haben.
