Junge Generation: 63% halten Vorsätze länger durch als je zuvor
08.06.2026 - 14:11:23 | boerse-global.de
63 Prozent der 14- bis 29-Jährigen haben Vorsätze für 2026 gefasst – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt die junge Generation weit vor dem Rest der Bevölkerung: Nur 41 Prozent aller Deutschen haben konkrete Pläne fürs neue Jahr. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit vom November 2025.
Familie statt Bildschirm
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Die Prioritäten haben sich verschoben. 71 Prozent der jungen Befragten wollen mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Jeder Zweite plant einen Digital Detox – also den bewussten Verzicht auf soziale Medien und Co. Und die Umsetzung klappt überraschend gut: 63 Prozent halten ihre Vorsätze länger als drei Monate durch. Das ist der höchste Wert seit 15 Jahren.
Psychische Gesundheit als neues Thema
Das Bewusstsein für mentale Stabilität wächst. 73 Prozent der jungen Menschen bewerten ihren Gesundheitszustand als sehr gut. Gleichzeitig fürchtet sich fast die Hälfte (47 Prozent) vor psychischen Erkrankungen – gesamtgesellschaftlich sind es nur 31 Prozent.
Aus diesem Bedürfnis entstehen neue Trends. Silent Book Clubs und Reading Partys boomen. Beim gemeinsamen, stillen Lesen suchen junge Menschen den Ausgleich zur digitalen Reizüberflutung. Experten sehen darin den Versuch, Stress abzubauen und die Konzentration zu fördern.
Die Schattenseite der Digitalisierung
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Der Wunsch nach Digital Detox hat handfeste Gründe. Rund 1,5 Millionen Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren zeigen eine riskante Social-Media-Nutzung. Bei 6,6 Prozent ist das Verhalten bereits pathologisch. Das belegt eine Langzeitstudie der DAK und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) aus dem Jahr 2025.
Ein neues Problem kommt hinzu: KI-Chatbots als Einsamkeitsersatz. 7 bis 8 Prozent der Minderjährigen nutzen sie, um fehlende soziale Kontakte zu kompensieren. Bei Jugendlichen mit depressiven Symptomen steigt der Anteil auf über 30 Prozent. Gesundheitsexperten fordern deshalb strengere Regeln und mehr Medienkompetenz-Förderung.
Alkoholkonsum auf historischem Tief
Während die digitalen Risiken steigen, gibt es einen Lichtblick: Der klassische Suchtmittelkonsum geht zurück. 2024 wurden nur 8.781 Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt – der niedrigste Stand seit 25 Jahren. Das sind über 5 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt meldet.
Initiativen wie das Präventionsprogramm „bunt statt blau“ (2026 fortgeführt) sowie neue Angebote zur Finanzbildung und Berufsorientierung ergänzen diesen Trend. Die junge Generation übernimmt zunehmend Verantwortung für ihre Zukunft – analog wie digital.
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