Juli-Patchday, Microsoft

Juli-Patchday: Microsoft schließt 570 Lücken, 3 Zero-Days aktiv genutzt

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 06:46 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Microsoft reagiert auf zögerliche Windows-11-Wechsel und sichert Updates bis 2027. Juli-Patch schließt über 570 Lücken, darunter kritische Zero-Day-Exploits.

Microsoft verlängert Windows 10 Support bis Oktober 2027
Digitale Oberfläche mit Windows 10-Logo und Zeitleiste bis 2027, symbolisiert erweiterten Support. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Unternehmen und Privatanwender erhalten nun ein zusätzliches Jahr Sicherheitsschutz.

Drei Jahre Extra-Support für Windows 10

Microsoft hat sein Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) für Windows 10 offiziell bis zum 12. Oktober 2027 verlängert. Die Entscheidung fiel Mitte Juli 2026 – als Reaktion auf die weiterhin hohe Verbreitung des Betriebssystems. Viele Unternehmen und Privatnutzer zögern noch immer mit dem Wechsel zu Windows 11.

Die Verlängerung betrifft Windows 10 Version 22H2 sowie die Enterprise-LTSC-2021- und IoT-Enterprise-LTSC-2021-Editionen. Auch Neuanmeldungen sind noch möglich. Für Privatnutzer bleibt das Programm kostenlos – Voraussetzung ist die Verknüpfung mit einem Microsoft-Konto. Alternativ gibt es ein Abonnement für bis zu zehn Geräte.

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Juli-Update bringt wichtige Fehlerbehebungen

Parallel zur Support-Verlängerung veröffentlichte Microsoft am 15. Juli 2026 das Sicherheitsupdate KB5099539. Es hebt Windows 10 auf Build 19045.7548 – exklusiv für Teilnehmer des ESU-Programms. Der Patch behebt unter anderem einen Fehler mit OneDrive-Verknüpfungen im Datei-Explorer sowie ein Problem mit dem Dialogfeld des Papierkorbs.

Zu den technischen Verbesserungen zählen:

  • Stärkere RDP-Sicherheit: Das Update führt SHA-2-Zertifikate für Remote-Desktop-Verbindungen ein.
  • Stabilitätsgewinne: Verbesserte Kernel-Absicherung durch optimierte TDI-Transportregistrierung.
  • Secure-Boot-Updates: Die seit 2023 laufende Aktualisierung der Secure-Boot-Zertifikate wird fortgesetzt.
  • Fehlerkorrekturen: Behobene Probleme bei OLE-Automation und verschiedenen Tastaturkürzeln.

Rekordzahl an Sicherheitslücken geschlossen

Das Juli-Update war Teil eines umfangreichen „Patch Tuesday", bei dem Microsoft mehr als 570 Sicherheitslücken schloss. Darunter befanden sich über 60 kritische Schwachstellen und drei Zero-Day-Lücken – zwei davon wurden bereits aktiv ausgenutzt.

Die Updates betrafen ein breites Spektrum an Software: Windows 11, Windows Server, Office, Exchange Server, SharePoint und SQL Server. Bemerkenswert: Microsoft setzte erstmals Künstliche Intelligenz zur Aufspürung der Schwachstellen ein. Experten rechnen daher mit einer steigenden Zahl künftiger Sicherheitsupdates. Für Exchange Server 2016 und 2019 gab es separate Patches im Rahmen eigener ESU-Vereinbarungen für Geschäftskunden.

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Auslaufende Dienste für ältere Versionen

Trotz der Verlängerung des Sicherheitssupports stellt Microsoft ältere Windows-10-Versionen schrittweise kalt. Der OneDrive-Sync-Dienst wird für Windows 10 Version 22H1 und alle früheren Versionen am 15. August 2026 eingestellt. Nutzer dieser Builds sollten auf Version 22H2 aktualisieren, um die Synchronisation weiterhin nutzen zu können.

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