Jugendliche, KI-Fakes

Jugendliche und KI-Fakes: 61% können echte Inhalte nicht unterscheiden

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 09:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Virale Schlafoptimierung birgt Risiken. Experten sehen Existenzängste als wahre Ursache für Schlafstörungen bei Jugendlichen.

Sleepmaxxing-Trend: Mediziner warnen vor gefährlichen Schlafmethoden
Eine junge Person liegt nachts wach im Bett, das Gesicht von einem Smartphone beleuchtet, das Sorgen und Schlaflosigkeit andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die viralen Methoden zur Schlafoptimierung können ernste Gesundheitsrisiken bergen.

Mund zukleben? Bitte nicht!

Biohacker wie Jan-Lucca Sielski zeigen auf TikTok ein breites Spektrum an Hilfsmitteln: Vitamin-Infusionen, Blaulichtfilterbrillen, Infrarotlampen und „Mouth Taping“ – das nächtliche Verschließen des Mundes mit Klebeband. Eine Reportage des Formats Y-Kollektiv untersuchte diese Trends Mitte Juli unter dem Titel „Generation Z - schlaflos“.

Die Experten sind alarmiert. Prof. Ingo Fietze, Schlafmediziner an der Berliner Charité, hält Vitaminpräparate für unnötig. Vor dem „Mouth Taping“ warnt er eindringlich: Die Praxis könne Atemaussetzer provozieren und sei gefährlich. Auch Nackenschaukeln bezeichnet der Mediziner als „vollkommen abwegig“.

Die wahre Ursache der Schlaflosigkeit

Die Reportage identifizierte einen überraschenden Hauptgrund für die Schlafprobleme junger Menschen: Existenzängste. Technische Optimierung ist nicht das Problem – sondern tiefgreifende Zukunftsängste.

Die Zahlen sind alarmierend: 42 Prozent der Schüler litten im Schuljahr 2024/25 unter Schlafstörungen. Das belegt eine aktuelle Erhebung.

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Digitale Abhängigkeit beginnt früh

Das Deutsche Gesundheitsbarometer aus Herbst/Winter 2025 zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen digitalem Konsum und Wohlbefinden. Bei über 40 Prozent der Kinder wurde ein suchtähnliches Verhalten in sozialen Medien festgestellt. Die Studie befragte 1.639 Eltern.

Besonders besorgniserregend: Über 76 Prozent der Kinder begannen vor dem 13. Lebensjahr mit der Nutzung sozialer Plattformen. Und das Nutzungsverhalten der Eltern spiegelt sich direkt bei den Kindern wider.

KI-Fakes und Vertrauensverlust

Die am 16. Juli in Mainz vorgestellte JIMplus-Studie zeigt eine weitere Herausforderung: 61 Prozent der 14- bis 17-Jährigen können nicht zwischen echten Inhalten und KI-generierten Beiträgen unterscheiden.

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Obwohl 71 Prozent regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert werden, meldet nur ein Viertel diese problematischen Inhalte. Die psychische Belastung ist enorm: Rückblickend wünschen sich 47 Prozent der Jugendlichen eine Kindheit ohne soziale Medien.

Die jüngsten Fälle von KI-Fälschungen – von erzwungenen Werbefiguren bis zu manipulierten Bildern nach dem Zugunglück in Leingarten – zeigen, wie schnell das Vertrauen in mediale Inhalte schwindet. Fachleute warnen vor einem fortschreitenden Glaubwürdigkeitsverlust, der den Druck auf die Nutzer weiter erhöht.

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