Jugendfitness, Langzeitstudie

Jugendfitness: Langzeitstudie verknüpft gute Ausdauer mit 15 % weniger Depressionen

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine 34-jährige Beobachtung verbindet bessere Ausdauer im Jugendalter mit weniger Depressionen im Erwachsenenleben, ohne einen ursächlichen Zusammenhang zu belegen.

Jugendliche Ausdauerfitness hängt mit geringerem Depressionsrisiko zusammen
Eine leere Laufbahn in einem Park im warmen Licht der Abendsonne. Illustration mit AI erstellt.

Langzeitstudien liefern neue Einblicke in den Zusammenhang zwischen körperlicher Leistungsfähigkeit in jungen Jahren und der psychischen Gesundheit im späteren Leben. Eine australische Kohortenstudie belegt, dass eine bessere kardiorespiratorische Fitness im Jugendalter mit einem geringeren Depressionsrisiko im Erwachsenenalter verbunden ist.

Langzeitbeobachtung über mehr als drei Jahrzehnte

Für die Erhebung griffen Fachleute der Universitäten Tasmanien und Adelaide auf Daten einer Kohorte zurück, die im Jahr 1985 begonnen wurde. Insgesamt wurden mehr als 1.000 Personen begleitet, die im Alter von 7 bis 15 Jahren erstmals sportmotorisch getestet und im Alter von 36 bis 49 Jahren erneut medizinisch erfasst wurden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachjournal Journal of Affective Disorders (Band 414; DOI 10.1016/j.jad.2026.122372) veröffentlicht.

Die Testreihen im Kindes- und Jugendalter umfassten vier verschiedene Fitnessmaße. Neben der Ausdauer über einen 1,6-km-Lauf prüften die Forscher die Muskelpower per Standweitsprung sowie die Leistungsfähigkeit mittels Fahrradergometer- und Handkrafttests.

Kardiorespiratorische Ausdauer als zentraler Faktor

Die Auswertungen zeigen, dass eine bessere kardiorespiratorische Fitness in der Jugend mit einem um 15 % geringeren relativen Depressionsrisiko im Erwachsenenalter einherging. Unter den vier untersuchten Parametern wies der 1,6-km-Lauf den stärksten und beständigsten Zusammenhang auf.

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Eine Zunahme der kardiorespiratorischen Fitness um eine Standardabweichung, gemessen an der Laufgeschwindigkeit über die Distanz von 1,6 Kilometern, war mit einem um 13 % geringeren Depressionsrisiko im Erwachsenenalter verbunden. Die durchschnittliche Laufzeit im Teilnehmerfeld lag bei etwa 8:27 Minuten.

Eine Leistung, die rund 1:15 Minuten schneller als dieser Durchschnitt ausfiel, korrelierte messbar mit dem verminderten Erkrankungsrisiko. Bei der Muskelkraft fiel der Zusammenhang dagegen schwächer aus, während sich für die Muskelpower kein klarer Zusammenhang feststellen ließ.

Verlauf über die Lebensspanne und methodische Grenzen

Der beobachtete Zusammenhang zwischen Jugendfitness und psychischer Gesundheit erwies sich 5 bis 10 Jahre nach den ersten Tests als am stärksten. Im weiteren Verlauf nahm der Effekt zwar ab, blieb jedoch über den gesamten Nachbeobachtungszeitraum von 34 Jahren hinweg nachweisbar. Zudem zeigte sich die Verbindung bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern.

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Die Autoren verweisen zugleich auf die methodischen Rahmenbedingungen der Untersuchung: Es handelt sich um eine reine Beobachtungsstudie. Ein Kausalitätsnachweis liegt damit nicht vor, und ein Mangel an Fitness ist durch die Daten nicht als direkte Ursache für spätere Depressionen belegt.

Bewegungsempfehlungen für das Jugendalter

Die Ergebnisse der Kohortenstudie stützen die bestehenden internationalen Leitlinien zur Bewegungsförderung. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 17 Jahren durchschnittlich mindestens 60 Minuten moderate bis intensive körperliche Bewegung pro Tag. Darüber hinaus sollten an mindestens drei Tagen in der Woche intensive Aktivitäten sowie Übungen zur Muskelstärkung auf dem Programm stehen.

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