Soziales, Soziale Arbeit

Jugend gestaltet Zukunft

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:30 Uhr | pressetext, AD HOC NEWS

St. Pölten - Die 3. Österreichische Jugendforschungstagung fand von 16. bis 18. September 2026 an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten statt. Die Veranstaltung widmete sich unter dem Motto "Jugend gestaltet: Entwicklungen, Erwartungen und Realitäten" aktuellen Fragen des Aufwachsens, der Beteiligung und der Lebenswelten junger Menschen. Die USTP organisierte die Tagung gemeinsam mit dem Österreichischen Netzwerk Jugendforschung. In Keynotes, Fachvorträgen und unterschiedlichen Diskussionsformaten machte die Tagung die Bedeutung der Jugendforschung für Gesellschaft, Soziale Arbeit, Jugendarbeit und Politik sichtbar. Bei der Fachtragung wurde auch der Monika-Vyslouzil-Preis der USTP für Beteiligung in der Sozialen Arbeit vergeben.

Jugend gestaltet Zukunft
Jugendforschungstagung 2026 - Bild: USTP/Thomas Immervoll über pressetext.de

Die Veranstaltung brachte Forschende, Fachkräfte aus der Praxis, politische Entscheidungsträger*innen sowie Studierende und Jugendliche zum fachlichen Austausch zusammen. Ziel der Tagung war es, aktuelle Entwicklungen der Jugendforschung sichtbar zu machen, den interdisziplinären Dialog zu fördern und gemeinsame Perspektiven für die Forschung und Praxis zu entwickeln.

Lebensrealitäten, Beteiligung und Herausforderungen

Im Mittelpunkt standen die Lebensrealitäten junger Menschen, ihre Beteiligungsmöglichkeiten sowie gesellschaftliche Herausforderungen. Vier Keynotes stellten zentrale Ergebnisse und Perspektiven der aktuellen Jugendforschung vor:

Gudrun Quenzel von der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg präsentierte unter dem Titel "Was heißt es, heute aufzuwachsen?" Ergebnisse der österreichweiten Jugendstudie "Lebenswelten 2025 – Einstellungen und Werte junger Menschen in Österreich". Amancay Jenny, Anna-Maria Penetsdorfer und Birgit Bütow von der Universität Salzburg zeigten, dass erlebte Partizipation von Jugendlichen in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften mit Erfahrungen von Verwaltung und Ausschluss verbunden ist. Alexandra Weiss vom Verein Care Leaver Österreich zeigte Wege auf, wie junge Menschen aktiv Veränderungsprozesse im Jugendhilfesystem und in der Jugendforschung mitgestalten können. Nils Wenzler von der Technischen Hochschule Köln widmete sich der politischen Handlungsfähigkeit im Alltag der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Optimismus, Sorge und Partizipation

"Junge Menschen in Österreich haben sehr viele Möglichkeiten. Viele spüren jedoch auch einen erheblichen Druck, aus diesen Möglichkeiten etwas zu machen. Die ganz überwiegende Mehrheit blickt deswegen zugleich optimistisch und sorgevoll in die Zukunft", erklärt Gudrun Quenzel von der PH Vorarlberg.

"Die stationäre Kinder- und Jugendhilfe ist ein spezifischer Ort, an dem herausfordernde Lebensumstände, Erziehungs- und Bildungsaufgaben sowie teils enge strukturelle Rahmenbedingungen zusammenkommen. Deshalb ist es hier besonders wichtig auf demokratische Grundrechte zu achten und Partizipation als das grundlegende Element von sozialpädagogischer Arbeit zu begreifen, das immer wieder und gemeinsam hergestellt werden muss. Unsere Pilotstudie zeigt sowohl dieses Spannungsfeld auf, wie auch Diskrepanzen zwischen dem professionellen Anspruch und den Möglichkeiten der Umsetzung", sagt Birgit Bütow von der Universität Salzburg.

"Die Österreichische Jugendforschungstagung hat sich als wichtiger Anlass für die österreichische Jugendforschung etabliert. Sie leistet einen wertvollen Beitrag zur Sichtbarmachung, Stärkung und Vernetzung der Jugend sowie der Jugendarbeits- und Jugendhilfeforschung in Österreich. Die diesjährige Ausgabe befasste sich unter dem Titel ‚Jugend gestaltet' mit den Partizipations- und Gestaltungsmöglichkeiten von Jugendlichen in Zeiten von vielfältigen Krisen und Herausforderungen beim Erwachsenwerden", sagt Fred Berger, Vorsitzender des Österreichischen Netzwerks Jugendforschung.

Wissenschaft, Austausch, Praxis: Junge Menschen im Mittelpunkt

Ergänzt wurden die Keynotes durch zahlreiche Fachbeiträge, Workshops und Diskussionsrunden von Forscher*innen aus Österreich, Deutschland den Niederlanden und der Schweiz. Vertreter*innen von Universitäten, pädagogischen Hochschulen, Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie Praktiker*innen und Jugendliche selbst stellten aktuelles Wissen bereit.

Dabei wurden aktuelle Forschungsprojekte aus den Bereichen Jugendhilfe, Jugendarbeit, Bildung, Partizipation und Sozialpolitik vorgestellt. Die Tagung bot Raum für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und unterstrich die Bedeutung evidenzbasierter Erkenntnisse für die Arbeit mit jungen Menschen.

"Wir freuen uns sehr, dass die 3. Österreichische Jugendforschungstagung an der USTP stattfinden konnte. Der Austausch mit der Fachcommunity ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Als Hochschule verstehen wir uns als Ort der Vernetzung und des Dialogs. Gerade die Jugendforschung ist aus Sicht der Sozialen Arbeit ein besonders wichtiges Themenfeld, um junge Menschen und ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und gemeinsam passende Angebote zu entwickeln", betont Eva Grigori, Hochschul-Dozentin am Department Soziales der USTP.

Preis für Beteiligung in der Sozialen Arbeit

Die Veranstaltung war gleichzeitig das Ilse Arlt Symposium 2026, die jährliche Fachtagung des Ilse Arlt Instituts der USTP. Das Institut vergab heuer auch zum dritten Mal den Monika-Vyslouzil-Preis für Nutzer*innen-Beteiligung in der Sozialen Arbeit. Unterstützt wurde die Auswahl vom Klient*innen-Beirat, einem Gremium von Nutzer*innen der Sozialen Arbeit, welches das Department Soziales der USTP regelmäßig berät und unterstützt. Gewonnen haben in diesem Jahr das Projekt parola und der Verein Care Leaver.

Das Projekt parola schafft einen Begegnungs- und Beteiligungsraum für junge Menschen zwischen 14 und 25 Jahren mit Fluchterfahrung. Es wurde gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt und ermöglicht ihnen durch einen Jugendbeirat, aktiv an Entscheidungen mitzuwirken. Ziel ist es, demokratische Teilhabe zu fördern und die Perspektiven geflüchteter Jugendlicher dauerhaft in die Gestaltung des Angebots einzubinden.

Der Verein Care Leaver Österreich vertritt die Interessen von jungen Menschen, die in Pflegefamilien, Wohngruppen oder anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aufgewachsen sind. Durch Beratung, Vernetzung, Forschung und politische Interessenvertretung unterstützt der Verein beim Übergang in ein selbstständiges Leben und setzt sich für nachhaltige Verbesserungen der Rahmenbedingungen ein. Im Mittelpunkt stehen Selbstvertretung, Beteiligung und die Nutzung eigener Erfahrungsexpertise zur gesellschaftlichen Veränderung.

Die Veranstaltung wurde gefördert von der Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD), dem Land Niederösterreich und der Europäischen Union.

Weitere Informationen: https://jugendforschung.ustp.at

Fotos: Österreichische Jugendforschungstagung 2026 an der USTP und Preisverleihung Monika-Vyslouzil-Preis, Credit: Thomas Immervoll Fotos zum Download: https://fhstp.sharepoint.com/:f:/s/BD/IgCBKZv5mylrQINy8zqDGm4ZATGHW7wePpoxpg5-f3Rv7MA?e=dbgzmi

Über die USTP – University of Applied Sciences St. Pölten Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Pölten (vormals Fachhochschule St. Pölten) steht für innovative Lehre, wirkungsvolle angewandte Forschung und – als leitende Hochschule der European-University-Allianz E³UDRES² – für gelebte Europeanness. Als USTP – University of Applied Sciences St. Pölten unterstreicht sie ihre wachsende Internationalität und ihre Rolle als dynamischer Knotenpunkt für tertiäre Bildung, Forschung und gesellschaftliche Transformation – regional, national und in ganz Europa. Mehr als 4.000 Studierende erhalten in zahlreichen Bachelor- und Master-Studiengängen sowie berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammen eine praxisorientierte Ausbildung in den Themenbereichen Medien, Kommunikation, Management, Digitale Technologien, Informatik & KI, Security, Bahntechnologie, Gesundheit und Soziales. Lehre und Forschung sind dabei eng verzahnt.

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