JPHC-Studie, Erwachsene

JPHC-Studie: 90.944 Erwachsene zeigen geschlechtsspezifische Fisch-Effekte

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Langzeitbeobachtung verbindet bei Frauen moderaten Meeresfrüchteverzehr mit geringerer Sterblichkeit; bei Männern zeigen sich spezifische Zusammenhänge.
Ruhige Meeresoberfläche bei Dämmerlicht als Symbol für Ernährung und Gesundheit. Illustration mit AI erstellt.

Der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten gilt seit Langem als wichtiger Bestandteil einer herzgesunden Ernährung. Neue Erkenntnisse der groß angelegten JPHC-Kohortenstudie, die im Fachblatt Journal of Nutrition erschienen sind, deuten jedoch darauf hin, dass die gesundheitlichen Effekte stark von der konkreten Fischart, der Verarbeitungsmethode und dem Geschlecht abhängen.

Die 20-Jahres-Beobachtungsstudie begleitete insgesamt 90.944 Personen in Japan – darunter 42.150 Männer und 48.794 Frauen im Alter von 40 bis 69 Jahren zum Zeitpunkt der Rekrutierung – über elf Regionen hinweg. Während der mittleren Nachbeobachtungszeit von 20,8 Jahren wurden 26.976 Todesfälle verzeichnet.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Frauen und Männern

Die Auswertungen der JPHC-Studie machen deutliche Differenzen zwischen den Geschlechtern sichtbar. Bei Frauen war ein moderater Konsum von Meeresfrüchten in Höhe von etwa 100 g/Tag mit einer geringeren Gesamtsterblichkeit sowie einer niedrigeren Mortalität durch ischämische Schlaganfälle und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Die Autoren betonten allerdings ausdrücklich, dass diese Menge nicht als fest etabliertes Optimum zu verstehen sei.

Zudem zeigte sich bei Frauen, die den höchsten Konsum an Omega-3-reichem Fisch – darunter Lachs, Sardinen, Makrele, Stöcker und Aal – aufwiesen, ein nennenswerter Schutzeffekt: Die Hazard Ratio für einen Tod durch zerebrovaskuläre Erkrankungen lag bei ihnen um rund 19 % niedriger als in der Gruppe mit dem geringsten Verzehr.

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Bei den männlichen Teilnehmern ergab sich ein anderes Bild. Der reine Gesamtkonsum an Fisch und Meeresfrüchten stand bei Männern in keinem messbaren Zusammenhang mit der Gesamtsterblichkeit. Dennoch ließen sich spezifische Effekte feststellen: Der Verzehr von ungesalzenem Fisch und Muscheln war bei Männern mit einem geringeren Risiko verbunden, an zerebrovaskulären Erkrankungen zu versterben.

Die Rolle von Salzgehalt und Zubereitung

Ein zentraler Aspekt der Forschungsarbeit liegt in der Unterscheidung nach Verarbeitungsgrad und Salzgehalt. In der untersuchten Kohorte machten ungesalzene Meeresfrüchte 77,3 % des gesamten Konsums aus, während Omega-3-reicher Fisch 39,2 % des Gesamtverzehrs stellte.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Art der Konservierung entscheidend für den gesundheitlichen Nutzen sein kann. Während frische und ungesalzene Produkte mit positiven Tendenzen bei Gefäßerkrankungen einhergingen, zeigten gesalzen und getrocknet verarbeitete Fischprodukte keinen vergleichbaren Nutzen. Die Studienautoren führen dies auf den hohen Natriumgehalt zurück, der den vorteilhaften Wirkungen der enthaltenen Nährstoffe entgegenwirken kann.

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Methodische Grenzen und weiterer Forschungsbedarf

Trotz der breiten Datenbasis weist die JPHC-Studie methodische Limitationen auf. Da es sich um eine reine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich kein direkter Kausalnachweis zwischen der Ernährungsweise und der Sterblichkeit ableiten.

Zudem wurde das Ernährungsverhalten der Teilnehmenden lediglich einmalig über einen Fragebogen erfasst, spätere Ernährungsumstellungen blieben somit unberücksichtigt. Auch mögliche Schadstoff- oder Kontaminantenbelastungen in den verzehrten Fischen wurden im Rahmen der Untersuchung nicht gemessen.

Vor diesem Hintergrund fordern die beteiligten Wissenschaftler weitere vertiefende Forschung, um die biologischen und verhaltensbezogenen Mechanismen hinter den beobachteten Geschlechtsunterschieden genauer zu entschlüsseln.

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