Jonglieren: Neue REHORULI-Methode trainiert Gehirn und Motorik
10.06.2026 - 06:10:27 | boerse-global.de
Jonglieren, Schach und Barfußlaufen im Sand – immer mehr Experten setzen auf die Verbindung von körperlicher Aktivität und kognitivem Training. Die Idee dahinter: Wer seinen Körper fordert, trainiert gleichzeitig das Gehirn.
Jonglieren als Doping fürs Gehirn
Ein Paradebeispiel ist das Jonglieren. Die koordinative Herausforderung fördert nachweislich die Neuroplastizität und kurbelt die Dopamin-Ausschüttung an. Anfang Juni wurde mit der REHORULI-Methode ein neues Programm vorgestellt. Es vermittelt das Jonglieren mit drei Bällen in 34 strukturierten Übungen. Ziel ist nicht nur die Verbesserung der Motorik, sondern auch die Stärkung von Selbstvertrauen und Motivation.
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Auch komplexe Ballübungen boomen. Dabei werden Bälle gleichzeitig gegen Wände und Böden gespielt – das schult die periphere Wahrnehmung und trainiert das Arbeitsgedächtnis. Für Physio- und Ergotherapeuten gibt es im Juli in München spezielle Informationsveranstaltungen zum Einsatz solcher Spiele.
Schach erobert die Grundschule
Im Bildungswesen setzt man zunehmend auf Strategiespiele. An einer Schule in Essen beteiligen sich über 140 von rund 280 Schülern an Schach-Aktivitäten. Lehrkräfte berichten von positiven Effekten auf die Konzentrationsfähigkeit – vor allem in Mathe und Deutsch.
Die Pädagogische Hochschule Oberösterreich geht noch einen Schritt weiter. Sie bietet einen Hochschullehrgang für MINT-Lehrkräfte an. Mit kreativen Techniken wie „Denkflex“ und speziellen Experimenten soll die Problemlösekompetenz gesteigert werden. Der Lehrgang umfasst neun ECTS-Punkte und läuft über zwei Semester.
Kreativität als Therapie
In der Ergotherapie spielen spielerische Elemente eine wachsende Rolle. Übungen zur sensorischen Integration wie Barfußlaufen im Sand oder das Legen von Mustern mit Muggelsteinen verbessern die visuelle Wahrnehmung und das Gleichgewicht.
Im Bereich der psychischen Gesundheit setzt man auf kreative Projekte. Das UNaRT-Programm in Essen ermöglicht Teilnehmenden mit Psychiatrie-Erfahrung die Arbeit mit Holz, Ton oder Farben. In Gruppen von vier bis acht Personen verbinden sie künstlerischen Ausdruck mit therapeutischer Unterstützung – in Kooperation mit Kliniken.
Spielend lernen im öffentlichen Raum
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Die neue Bewegung geht auch nach draußen. Im Juni finden mehrere Veranstaltungen statt, die analoge und digitale Spielelemente verbinden:
- In Offenbach gibt es am 11. Juni zum Weltspieltag einen Parcours zu Passwort-Sicherheit und Emoji-Challenges – analog umgesetzt.
- Ein mobiles Escape-Game in Schramberg nutzt am 19. Juni strategische Aufgaben für politische Bildung und Demokratieverständnis bei Jugendlichen.
- In München-Pasing startet Mitte Juni ein mehrwöchiges Such- und Laufspiel, das Bewegung mit Aufgaben im Stadtteil kombiniert.
Regelmäßige Angebote wie offenes Singen, Dot-Painting-Workshops oder Pétanque-Treffen ergänzen das Bild. Sie verbinden soziale Teilhabe mit geistiger Aktivität – und tragen so laut Experten zur allgemeinen Lebensqualität bei.
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