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Johns Hopkins: Thorax-CT könnte Knochenschwund als Gehirnrisiko sichtbar machen

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Studie verknüpft geringe Knochendichte mit Veränderungen der weißen Hirnsubstanz, besonders bei Menschen mit Diabetes; ein Ursache-Wirkungs-Nachweis fehlt.
Ein detailliertes Modell der menschlichen Wirbelsäule in einer hellen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Berichte der Johns Hopkins University deuten darauf hin, dass eine abnehmende Knochendichte in der oberen Wirbelsäule als Frühwarnsignal für eine beschleunigte Gehirnalterung dienen könnte.

Eine Untersuchung unter der Leitung von Sara Momtazmanesh, die im Fachjournal Radiology publiziert wurde, zeigt auf, dass eine geringe Knochendichte der Brustwirbelsäule mit einem schnelleren kognitiven Abbau und rascheren strukturellen Veränderungen der weißen Hirnsubstanz einhergeht.

Veränderungen der weißen Hirnsubstanz im Fokus

Die Datenbasis der wissenschaftlichen Arbeit umfasste insgesamt 2086 Teilnehmer mit vorhandenen Thorax-CT-Aufnahmen. Davon flossen 715 Personen mit vollständigen Daten zu Knochendichte, Magnetresonanztomografie (MRT) und Kognitionstests in die vertiefte Analyse ein.

Das Durchschnittsalter dieser 715 Teilnehmer lag bei ca. 69 Jahren, während die beobachtete Laufzeit ca. 5 Jahre betrug. Ergänzend lagen von 408 Teilnehmern Verlaufsdaten zu White-Matter-Hyperintensitäten sowie von 405 Personen Angaben zur fraktionalen Anisotropie vor.

Die Auswertungen machten deutlich, dass Probanden mit niedriger Knochendichte vermehrt White-Matter-Hyperintensitäten im Corpus callosum aufwiesen. Zudem zeigte sich in dieser Gruppe ein ausgeprägterer Abfall der fraktionalen Anisotropie in der vorderen Capsula interna, was auf einen Verlust an struktureller Integrität der Nervenbahnen hindeutet.

KI-gestützte Analyse bestehender Thorax-Computertomografien

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Für die Vermessung nutzten die Forschenden der Johns Hopkins University eine KI-gestützte Methode. Mittels eines Deep-Learning-Algorithmus aus dem Labor von Shadpour Demehri wurden die 2086 Thorax-CTs automatisiert ausgewertet. Dieses Verfahren ermöglicht eine sogenannte opportunistische Messung der Knochendichte anhand von Bilddaten, die ursprünglich für andere klinische Fragestellungen im Brustbereich angefertigt wurden.

Fachleute sehen in dieser Methode das Potenzial für eine frühe Risikoerkennung über Thorax-CT-Scans, ohne dass Patienten zusätzlichen diagnostischen Belastungen ausgesetzt werden müssen.

Signifikante Unterschiede bei vorliegendem Diabetes

Die beobachteten Korrelationen fielen je nach Vorerkrankung der Teilnehmenden sehr unterschiedlich aus. Während der Zusammenhang bei Personen ohne Diabetes überwiegend nicht beobachtet wurde, zeigte er sich bei vorliegendem Diabetes besonders deutlich ausgeprägt.

Bei Vorliegen von Diabetes ging eine niedrige Knochendichte mit einer um 5% schnelleren Akkumulation von White-Matter-Läsionen einher. Die erfassten Schäden im Bereich des Corpus callosum stiegen dabei um 12,8% pro Jahr. Zudem dokumentierten die Forscher einen Unterschied beim HDL-Cholesterin-Vergleich, der bei 57,0 mg/dL gegenüber 53,0 mg/dL lag.

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Metabolische Alterungsprozesse statt direkter Kausalität

Die Autoren der Johns Hopkins University betonen, dass die Daten keinen Kausalnachweis liefern und ein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht belegt ist. Vielmehr vermuten die Wissenschaftler gemeinsame metabolische Alterungsfaktoren, die sich zeitgleich auf das Skelett und das Gehirn auswirken.

Als mögliche gemeinsame Treiber gelten dabei unter anderem eine fortschreitende Insulinresistenz, veränderte Mechanismen im Fettstoffwechsel sowie hormonelle Umstellungen während der Menopause.

Relevanz vor dem Hintergrund globaler Knochengesundheit

Die Ergebnisse gewinnen vor allem vor dem Hintergrund der weiten Verbreitung von Knochenschwund im Alter an Relevanz. Nach Angaben aus dem Studienkontext betrifft Osteoporose weltweit 18,3% der Bevölkerung, was ca. 200 Mio. Frauen entspricht.

In den USA weisen 12,6% der Erwachsenen ab 50 Jahren eine Osteoporose auf, während 43,1% der Personen in dieser Altersgruppe von einer niedrigen Knochenmasse betroffen sind.

Die Verknüpfung der Knochengesundheit mit neurologischen Prozessen könnte daher neue Ansätze eröffnen, um altersbedingte neurodegenerative Risiken künftig bereits bei routinemäßigen Knochenuntersuchungen frühzeitiger zu erfassen.

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