Joghurt senkt Darmkrebs-Risiko um 50 Prozent: Neue Studie
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 21:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Menschen setzen auf präventive Gesundheit und Longevity-Konzepte.
Die unterschätzte Lücke bei Ballaststoffen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt täglich 30 Gramm Ballaststoffe. Die Realität sieht anders aus: Frauen nehmen im Schnitt nur 18 Gramm zu sich, Männer 19 Gramm. In Österreich erreichen gerade einmal 15 Prozent der Bevölkerung die empfohlene Menge.
Dabei sind Ballaststoffe essenziell für ein gesundes Mikrobiom und senken das Risiko für Zivilisationskrankheiten – besonders ab 45 Jahren. Die Lösung liegt auf dem Teller: Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst mit Schale. Experten raten, die Zufuhr langsam zu steigern und viel zu trinken. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen löslichen Ballaststoffen aus Haferflocken, die sättigen, und unlöslichen Fasern aus Vollkorn für die Verdauung.
Joghurt als Schutzschild gegen Darmkrebs?
Die Forschung liefert überraschende Erkenntnisse. Eine Studie der Chung Shan Medical University in Taiwan wertete Daten von über 9.400 US-Amerikanern ab 50 Jahren aus. Das Ergebnis: Wer regelmäßig Joghurt, Probiotika oder Präbiotika konsumiert, hat ein um 50 Prozent geringeres Risiko für Darmkrebs. In der untersuchten Gruppe lag die Rate bei Konsumenten bei 1,2 Prozent, bei Nicht-Konsumenten bei 2,1 Prozent.
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Eine weitere Studie vom März 2026 bestätigt den Trend: Regelmäßiger Joghurtkonsum senkt das Risiko um 20 bis 40 Prozent – besonders bei Tumoren im oberen Dickdarm. Fachleute warnen jedoch: Es handelt sich um Querschnittsstudien, die Korrelationen, aber keine Kausalität belegen.
Protein-Boom: Von Skyr bis Trinkmahlzeiten
Der Markt für proteinreiche Lebensmittel explodiert. Die Longevity-Ernährung setzt auf pflanzliche Lebensmittel, hochwertige Proteine, Ballaststoffe und ungesättigte Fette. Für Menschen ab 65 Jahren empfiehlt die DGE inzwischen 1,0 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht.
Die Zahlen sprechen für sich:
- Flüssigmahlzeiten: Zweistelliges Umsatzwachstum bei proteinreichen Trinkmahlzeiten zwischen 2022 und 2024 (NIQ).
- Skyr: Absatzplus von 43 Prozent von Februar 2025 bis Februar 2026.
- Österreich: Proteindrinks legten im vergangenen Jahr um 36 Prozent zu – so stark, dass Rohstoffe knapp werden und Preise steigen.
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Handelsketten wie Lidl und Kaufland haben reagiert und ihr Sortiment erweitert. Doch Vorsicht: Ein dauerhaft übermäßiger Proteinkonsum birgt ebenfalls gesundheitliche Risiken.
Tückische Beeren und Rückrufaktionen
Lebensmittelsicherheit bleibt ein Dauerbrenner. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor tiefgekühlten Beeren, die Noro- oder Hepatitis-A-Viren enthalten können. Besonders für Kinder, Senioren und Kranke gilt: Produkte mehrere Minuten auf über 90 Grad Celsius erhitzen.
Im Frühsommer 2026 rief ein Hersteller Bio-Beerenmischungen zurück, die bei einem Discounter verkauft wurden – Noroviren waren nachgewiesen. Auch Fleischwaren waren betroffen: Im Mai 2026 gab es Rückrufe wegen STEC-Erregern in Wurstprodukten eines norddeutschen Herstellers.
Forschung: Dünger aus menschlichen Ausscheidungen
Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) untersucht neue Wege zur nachhaltigen Produktion. Eine Studie in Frontiers in Environmental Science zeigt: Dünger aus menschlichen Ausscheidungen erzielt im Gewächshausanbau von Kohlrabi vergleichbare Erträge wie herkömmlicher Mineraldünger. Die Stickstoffaufnahme der Pflanzen lag sogar 13 Prozent höher.
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