Jodmangel: 32% der Erwachsenen unterversorgt in Deutschland
12.06.2026 - 08:06:53 | boerse-global.de
Aktuelle Studien zeigen: Viele Diät-Mythen halten einer wissenschaftlichen Prüfung nicht stand. Von Cholesterin über Jo-Jo-Effekt bis zu Superfoods – wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.
Cholesterin: Die Ernährung ist nicht der Hauptschuldige
Nur 20 bis 30 Prozent des Cholesterins im Blut stammen direkt aus der Nahrung. Das erklärt Prof. Ulrich Laufs vom Universitätsklinikum Leipzig. Hohe LDL-Werte sind meist erblich bedingt.
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Selbst eine konsequente Ernährungsumstellung senkt den LDL-Spiegel im Schnitt nur um 10 bis 20 Prozent. Für Risikopatienten bleiben Lipidsenker oft unverzichtbar. Der Deutsche Herzbericht 2025 zählte jährlich über 185.000 Klinikeinlieferungen wegen Herzinfarkten.
Jo-Jo-Effekt: Schnell abnehmen ist langfristig besser
Eine norwegische Studie sorgte im Mai auf dem Europäischen Kongress für Adipositas für Aufsehen. Dr. Line Kristin Johnson und ihr Team fanden heraus: Eine sehr kalorienarme Diät kann langfristig erfolgreicher sein als langsames Abnehmen.
Nach einem Jahr zeigte die Schnell-Abnahme-Gruppe eine Reduktion von 14,4 Prozent. Die Vergleichsgruppe lag bei 10,5 Prozent. Einen verstärkten Jo-Jo-Effekt gab es nicht.
Darm-Hirn-Achse: Wie Chicoree das Gehirn beeinflusst
PD Dr. Veronica Witte von der Universität Leipzig erforscht, wie Präparate unsere Essentscheidungen steuern. In einer Studie reduzierte ein Chicoreewurzel-Präparat die neuronale Reaktion auf hochkalorische Speisen im Gehirn.
Das Ziel: personalisierte Ernährungsempfehlungen für die Adipositas-Therapie.
GLP-1-Medikamente: Neue Hoffnung gegen Krebs?
Daten aus dem ASCO-Kongress in Chicago deuten auf erweiterte Einsatzmöglichkeiten hin. Eine Auswertung von über 12.000 Patientenakten zeigt: Die Wirkstoffe könnten das Metastasen-Risiko bei verschiedenen Krebsarten um 38 bis 50 Prozent senken. Das allgemeine Sterberisiko lag um ein Drittel niedriger.
Jodmangel: Jeder dritte Erwachsene betroffen
Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat eine vergrößerte Schilddrüse. Ursache: Jodmangel. Ein WHO-Bericht von 2024 belegt: Nur neun Prozent des in verarbeiteten Lebensmitteln verwendeten Salzes ist jodiert.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 150 µg Jod täglich. Schätzungen zufolge sind 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder unterversorgt.
Kreatin: EU lehnt Gesundheitsversprechen ab
Ende Mai lehnte die EU-Kommission einen Antrag der Alzchem Trostberg GmbH ab. Das Unternehmen wollte Kreatin mit verbesserter kognitiver Funktion bewerben. Die EFSA sah nach 21 Humanstudien keinen konsistenten Nutzen für diese Behauptung bei 3 Gramm täglich.
Ballaststoff-Markt boomt
Funktionale Lebensmittel liegen im Trend. Ballaststoffangereicherte Getränke erreichten 2025 ein Marktvolumen von 3,43 Milliarden US-Dollar. Prognosen sagen ein jährliches Wachstum von 7,8 Prozent bis 2034 voraus. Die 28-Gramm-Regel für Ballaststoffe erreicht der Großteil der Bevölkerung nicht.
Goldener Windbeutel: Foodwatch startet Abstimmung
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Foodwatch hat im Juni die Online-Abstimmung für den Goldenen Windbeutel gestartet. Nominiert sind Produkte mit Shrinkflation, verschwindend geringem Anteil wertgebender Inhaltsstoffe oder nicht belegten Wirkversprechen. Die Abstimmung läuft bis Anfang Juli.
Öl-Shots: Nur was für Leistungssportler
Ernährungsexperten wie Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern warnen vor übertriebenen Erwartungen. Walnüsse oder Olivenöl sind grundsätzlich gesund. „Öl-Shots“ sind aber primär für Leistungssportler mit extrem hohem Kalorienbedarf geeignet. Für den Durchschnittsverbraucher bieten sie keinen Zusatznutzen.
