Jo-Jo-Effekt: Stoffwechsel bleibt unbeschädigt, Abnehmen lohnt sich
14.06.2026 - 16:39:30 | boerse-global.de
Das zeigt eine aktuelle Analyse von Wissenschaftlern aus Mainz und Düsseldorf.
Die Forscher Faidon Magkos und Norbert Stefan werteten klinische Daten und Tierstudien aus. Ihr Ergebnis: Wiederholte Gewichtsschwankungen hinterlassen keine metabolischen Schäden.
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Vielmehr handle es sich um ein evolutionäres Überlebensprogramm, so die Experten. Die gesundheitlichen Vorteile einer Gewichtsreduktion – bessere Blutzucker- und Blutdruckwerte – überwögen die Risiken einer späteren Zunahme deutlich.
Abnehmen lohnt sich also auch dann, wenn man das Gewicht nicht dauerhaft hält.
Die stille Gefahr beim Abnehmen
Ein Problem bleibt jedoch: der Verlust von Muskelmasse. Besonders bei medikamentöser Gewichtsreduktion mit GLP-1-Analoga wie Ozempic oder Wegovy kann das bis zu 40 Prozent des verlorenen Gewichts betreffen.
Der Endokrinologe Haiko Schlögl von der Uniklinik Leipzig warnt vor den Risiken. Die stark reduzierte Kalorienaufnahme führe zu Proteinmangel – und damit zum Muskelabbau.
Ein möglicher Ausweg: der Antikörper Apitegromab. Ursprünglich gegen Muskelatrophie entwickelt, wird er nun in einer Phase-2-Studie bei medikamentösem Gewichtsverlust getestet.
Für die breite Bevölkerung bleibt die risikoärmere Lösung jedoch simpel: Sport und proteinreiche Ernährung.
Warum regelmäßige Essenszeiten wichtiger sind als gedacht
Die Gastroenterologin Prof. Birgit Terjung betont einen oft unterschätzten Faktor: den Essrhythmus. Der Körper brauche Phasen ohne Nahrung, um eine interne Müllabfuhr zu aktivieren.
Wer ständig snackt, unterbricht diese Reinigungsprozesse. Die Folge: Zellschrott bleibt zurück, der Stoffwechsel verlangsamt sich, Heißhungerattacken werden begünstigt.
Ein bewusster Umgang mit Essenszeiten wirkt wie ein stoffwechselrelevanter Reset. Er unterstützt die natürlichen Reinigungsmechanismen des Organismus.
Fortschritte bei Diabetes: Weniger Unterzuckerungen
Auch in der Diabetes-Versorgung gibt es positive Entwicklungen. Eine Analyse der Daten von 1995 bis 2012 zeigt deutliche Verbesserungen.
Die Rate schwerer Unterzuckerungen sank von 42,3 pro 100 Patienten auf 17,6. Prof. Beate Karges und Prof. Helmut Schatz führen das auf modernere Insulintherapien und bessere Schulungen zurück.
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Der Trend zur Entschleunigung
Parallel zu medizinischen Erkenntnissen zeichnet sich ein gesellschaftlicher Wandel ab. Der Tourismusforscher Harald Pechlaner beobachtet eine wachsende Sehnsucht nach Ruhe.
Der Trend der „Bookcation“ ist ein Beispiel: Laut dem Report „Unpack '26“ interessieren sich 94 Prozent der deutschen Ferienhausurlauber für Reisen, bei denen das Lesen im Vordergrund steht.
Dass Erholung essenziell ist, zeigt ein medizinisch begleiteter Selbstversuch an der LMU München. Eine Probandin musste den Versuch, 72 Stunden wach zu bleiben, nach 47 Stunden abbrechen. Bereits nach 44 Stunden traten erhebliche Defizite bei Konzentration und Gedächtnis auf – plus Schwindel und Koordinationsprobleme.
