Jo-Jo-Effekt, Starke

Jo-Jo-Effekt: Starke Gewichtsschwankungen gefährden Muskelmasse

Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 14:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studie zeigt: Gewichtsschwankungen kosten Muskelmasse. Eli Lillys Retatrutide überzeugt in Phase 3, doch Langzeitfolgen bleiben offen.

Jo-Jo-Effekt und neue Abnehm-Medikamente: Was Anleger wissen sollten
Ein Maßband und frisches Gemüse auf einem Holztisch als Symbol für langfristige Gewichtsstabilisierung und Gesundheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Übergang vom Abnehmen zur Gewichtsstabilisierung ist für viele die größte Hürde. Neue Studien zeigen: Wer stark schwankt, verliert vor allem Muskelmasse – und Medikamente könnten den Alterungsprozess beeinflussen.

Jo-Jo-Effekt gefährdet Muskulatur

Wiederholtes Ab- und Zunehmen hat langfristige Folgen für die Körperzusammensetzung. Eine Untersuchung der University of California San Francisco (UCSF) vom Juli 2026 liefert nun konkrete Zahlen: Die Analyse von MRT-Daten von 1.433 Teilnehmern mit erhöhtem Kniearthrose-Risiko zeigt deutliche Unterschiede zwischen Personen mit stabilem Gewicht und solchen mit starken Schwankungen.

Wer über vier Jahre einen ausgeprägten Jo-Jo-Effekt erlebte, verlor im Schnitt 3,7 Prozent seiner Oberschenkelmuskulatur. Zum Vergleich: Bei stabilem Gewicht betrug der Muskelverlust nur ein Prozent. Bemerkenswert: Beim Fettgewebe gab es zwischen beiden Gruppen keinen signifikanten Unterschied. Instabile Gewichtsmuster gefährden also vor allem die funktionelle Muskelmasse.

Neue Medikamente: Große Wirkung, offene Fragen

Im Bereich der Pharmakotherapie sorgt der Wirkstoff Retatrutide für Aufsehen. Eli Lilly präsentierte am 23. Juli 2026 Phase-3-Ergebnisse: Bei Patienten mit Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen war über 80 Wochen ein Gewichtsverlust von bis zu 22,6 Prozent drin, bei Typ-2-Diabetikern rund 20,8 Prozent. Der Zulassungsantrag bei der US-Gesundheitsbehörde FDA soll im ersten Quartal 2027 folgen.

Doch was passiert nach dem Absetzen? Forscher untersuchen parallel, ob GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Semaglutid den Alterungsprozess verlangsamen können. Eine im Mai 2026 in Nature Communications veröffentlichte Studie mit 108 HIV-Patienten deutet darauf hin: Epigenetische Messungen ergaben eine rechnerische Verjüngung von fast fünf Jahren pro Behandlungsjahr. Fachleute warnen jedoch: Ohne dauerhafte Umstellung der Lebensgewohnheiten drohen nach dem Absetzen schnelle Gewichtszunahme und Heißhungerattacken.

Protein: Die Menge macht den Unterschied

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In der Ernährungsforschung wird derzeit intensiv über die optimale Proteinzufuhr diskutiert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen unter 65 Jahren 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Eine Übersichtsarbeit der University of Wisconsin-Madison aus 2026 stellt diese Empfehlung nun differenziert in Frage.

Tierstudien deuten darauf hin, dass eine gezielte Proteinrestriktion die Lebensspanne verlängern kann. Beim Menschen führte eine 43-tägige eiweißarme Ernährung zu besseren Blutzuckerwerten und weniger Körperfett – vermittelt über das Hormon FGF21. Das heißt nicht, dass Protein verteufelt werden sollte, aber die optimale Menge hängt offenbar stark vom individuellen Stoffwechsel ab.

Bauchfett lässt uns schneller altern

Auch die Fettverteilung spielt eine größere Rolle als gedacht. Analysen im Fachjournal Obesity vom Juli 2026 zeigen: Bereits 100 Gramm viszerales Bauchfett beschleunigen das biologische Alter bei Frauen um etwa 0,32 Jahre, bei Männern um 0,16 Jahre. Als effektivste Gegenmaßnahme erwies sich eine Kombination aus Low-Carb-Ernährung und hochintensivem Intervalltraining (HIIT) – damit waren im Schnitt acht Kilogramm Verlust in drei Monaten möglich.

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Neben der Ernährung entscheiden Alltagsgewohnheiten über Erfolg oder Misserfolg. Die Berliner Charité zeigte bereits im Januar 2025: Wer flüssige Kalorien um 30 Prozent reduziert, verliert innerhalb von sechs Wochen 2,4 Kilogramm – ganz ohne zusätzlichen Sport.

Schlafmangel von weniger als sechs Stunden treibt das Hungerhormon Ghrelin hoch und senkt das Sättigungshormon Leptin. Auch Stress mit erhöhtem Cortisol-Spiegel begünstigt die Fettspeicherung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für eine nachhaltige Abnahme 0,5 bis ein Kilogramm pro Woche – unterstützt durch ein tägliches Kaloriendefizit von 500 bis 1.000 Kilokalorien.

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