Jo-Jo-Effekt, Bakterium

Jo-Jo-Effekt: Bakterium Akkermansia senkt Gewichtszunahme um 50%

25.05.2026 - 18:48:26 | boerse-global.de

Studie zeigt: Bakterienpräparat reduziert Gewichtszunahme nach Diät um mehr als die Hälfte. Forscher beobachten zudem verbesserte Insulinwirkung.

Jo-Jo-Effekt: Bakterium Akkermansia senkt Gewichtszunahme um 50% - Foto: über boerse-global.de
Jo-Jo-Effekt: Bakterium Akkermansia senkt Gewichtszunahme um 50% - Foto: über boerse-global.de

Eine Studie in Nature Medicine zeigt: Wer nach einer Diät das pasteurisierte Bakterium Akkermansia muciniphila einnimmt, nimmt deutlich weniger Gewicht wieder zu. In der Placebogruppe stieg das Gewicht um durchschnittlich 33 Prozent des verlorenen Gewichts – in der Bakteriengruppe nur um 14 Prozent. Das entspricht einem Unterschied von drei Kilogramm.

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Akkermansia muciniphila ist kein Exot: Normalerweise macht es ein bis fÜnf Prozent der menschlichen Darmflora aus. Es ist für die Regeneration der Darmschleimhaut und die Regulierung des Stoffwechsels zuständig. Ein niedriger Gehalt wird oft mit Adipositas, Typ-2-Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten in Verbindung gebracht.

Die Forscher beobachteten zudem eine verbesserte Insulinwirkung und weniger Entzündungen im Fettgewebe. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.

Intervallfasten: Nicht besser als Kalorienzählen

Das Intervallfasten gilt vielen als Wundermittel. Doch eine Cochrane-Analyse vom Februar 2026 mit rund 2.000 Teilnehmern zeigt: Es führt zu keinem größeren Gewichtsverlust als eine herkömmliche Kalorienreduktion.

Eine Studie des ISGlobal vom April 2026 bestätigt: Männer, die auf das Frühstück verzichten, haben keinen Gewichtsvorteil. Ein niedrigerer BMI wurde stattdessen mit einem frühen Frühstück und verlängertem nächtlichen Fasten assoziiert.

Die Wirksamkeit hängt stark vom Alter ab. Für 18- bis 30-Jährige empfehlen Experten Methoden wie 16:8 oder OMAD („One Meal A Day“). Ab 40 raten sie zu kürzeren Fastenfenstern (14:10), wobei das Essen in der ersten Tageshälfte liegen sollte. Ab 50 steht die Proteinzufuhr im Vordergrund – gegen den altersbedingten Muskelabbau.

Besondere Vorsicht ist in den Wechseljahren geboten. Durch hormonelle Veränderungen sinkt der Grundumsatz, und das Bauchfett nimmt zu. Strenge Diäten oder lange Essenspausen können das Stresshormon Cortisol erhöhen – das begünstigt die Fetteinlagerung. Die Empfehlung: regelmäßige Mahlzeiten alle vier bis fünf Stunden und eine nächtliche Pause von etwa zwölf Stunden.

Warum manche leichter abnehmen als andere

Das National Institutes of Health (NIH) in Arizona hat „sparsame“ und „verschwenderische“ Stoffwechseltypen identifiziert. In einer sechswöchigen Studie unter identischen Bedingungen verloren die „verschwenderischen“ Typen mehr als 12 Prozent ihres Körpergewichts, die „sparsamen“ nur 4 Prozent.

Der Grund: die Menge an braunem Fettgewebe, das Energie zur Wärmeerzeugung verbrennt. Diese Menge ist teilweise genetisch bedingt, kann aber durch Kälteexposition gefördert werden.

Auch der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme spielt eine entscheidende Rolle. Daten von über 300.000 Nutzern einer Stoffwechsel-Plattform zeigen: Ein frühes Abendessen hilft dem Körper, den Fettstoffwechsel zu aktivieren und den Blutzucker über Nacht stabil zu halten. Kohlenhydrate gehören in die erste Tageshälfte oder rund ums Training.

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Das „Kaiser-König-Bettelmann“-Prinzip bleibt aktuell: morgens reichlich, abends wenig.

Bewegung: Weniger ist mehr – zur richtigen Zeit

Schon 10 bis 15 Minuten Spaziergang innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Essen dämpfen den Blutzuckeranstieg am stärksten. Drei kurze Spaziergänge nach den Hauptmahlzeiten verbessern die 24-Stunden-Werte sogar nachhaltiger als eine 45-minütige Einheit am Morgen.

Für die Fettverbrennung empfehlen Experten drei Lauftage pro Woche plus Krafttraining. Hochintensives Intervalltraining (HIIT) verstärkt den Nachbrenneffekt.

Medikamente: Muskelabbau als Nebenwirkung

GLP-1-Agonisten wie Semaglutid oder Tirzepatid boomen – doch eine Übersichtsarbeit in den Annals of Internal Medicine zeigt ein Problem: Bei 36 untersuchten Studien machte der Muskelabbau durchschnittlich 34,9 Prozent des gesamten Gewichtsverlusts aus. Bei 68 Prozent der Teilnehmer lag der Anteil über dem kritischen Wert von 25 Prozent.

Die Konsequenz: Medikamentöse Therapien müssen durch Krafttraining und proteinreiche Ernährung begleitet werden.

Fazit: Personalisierte Ernährung statt Kalorienzählen

Die Studienlage vom Mai 2026 zeigt: Nachhaltige Gewichtsreduktion geht weit über das Zählen von Kalorien hinaus. Der Fokus verschiebt sich auf das individuelle Mikrobiom und den Stoffwechseltyp.

Postbiotika wie Akkermansia muciniphila könnten den Jo-Jo-Effekt medizinisch begleiten. Für den Alltag bleiben bewährte Prinzipien: unverarbeitete, mediterrane Kost, Kohlenhydrate nach Aktivität ausrichten, spätes Essen vermeiden.

Und: Kleine, beständige Veränderungen – wie der Spaziergang nach dem Essen – sind oft wirkungsvoller als radikale Verzichtskonzepte.

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