Jiaogulan bei Typ-2-Diabetes: Studien zeigen niedrigere Blutzuckerwerte
Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deJiaogulan gehört seit Jahrhunderten zur ostasiatischen Tradition und erfreut sich auch in westlichen Ländern wachsender Aufmerksamkeit. Die Kletterpflanze mit dem botanischen Namen Gynostemma pentaphyllum stammt aus der Familie der Kürbisgewächse und wird im asiatischen Raum traditionell als Kraut der Unsterblichkeit bezeichnet.
Aktuelle Fachübersichten widmen sich verstärkt den Inhaltsstoffen des Gewächses sowie den wissenschaftlichen Belegen für seine gesundheitlichen Effekte. Genutzt werden vor allem die Blätter der Pflanze, die entweder als Aufgussgetränk oder in Form standardisierter Extrakte zum Einsatz kommen.
Botanische Besonderheiten und aktive Inhaltsstoffe
Gynostemma pentaphyllum unterscheidet sich grundlegend von klassischen Teepflanzen. Während herkömmlicher schwarzer oder grüner Tee von Camellia sinensis gewonnen wird, handelt es sich bei Jiaogulan um eine krautige Rankpflanze. Als pharmakologisch bedeutsamste Inhaltsstoffe gelten die sogenannten Gypenoside. Diese pflanzlichen Saponine weisen eine chemische Struktur auf, die den Ginsenosiden aus echtem Ginseng stark ähnelt.
Der Aufguss der Blätter zeichnet sich durch ein vielschichtiges Geschmacksprofil aus. Beschrieben wird der Geschmack als leicht süßlich, vegetabil und grasig, häufig begleitet von feinen Noten, die an Lakritz oder Minze erinnern.
Ein charakteristisches Phänomen bei der Zubereitung ist die Bildung von Schaum an der Oberfläche, wenn der Tee intensiv aufgebrüht wird. Diese Schaumbildung ist auf die natürliche Konzentration an Saponinen zurückzuführen. Da die Pflanze von Natur aus kein Koffein enthält, wird das Getränk als koffeinfreie Alternative mit anhaltender Energie beschrieben.
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Wissenschaftliche Befunde zu Stoffwechsel und Herz-Kreislauf
In Untersuchungen am Menschen stehen vor allem die Auswirkungen auf den metabolischen Bereich im Mittelpunkt. Belege existieren insbesondere für Effekte auf Blutzucker, Blutfette und Körpergewicht. Bei Typ-2-Diabetes senkten sowohl Teezubereitungen als auch Blattextrakte den Nüchternblutzucker, den Langzeitblutzucker sowie die Insulinresistenz stärker als wirkstofffreie Placebos.
Auch im Zusammenhang mit Übergewicht deuten Studienergebnisse auf messbare Veränderungen hin: Unter der Gabe von Extrakten verringerten sich Körpergewicht und Körperfettanteil deutlicher als unter Placebo. Darüber hinaus liegen Hinweise auf günstige Effekte bei Fettleber und veränderten Leberwerten sowie erste Daten zum Herz-Kreislauf-System vor.
Rohstoffanbieter wie Ningbo Inno Pharmchem bewerben die Lieferung von Gynostemma-Blättern für Teeprodukte mit dem Hinweis, dass die enthaltenen Gypenoside gesunde Cholesterinwerte und den Blutdruck unterstützen sollen. Allerdings zeigten spezifische Studien mit Jiaogulan-Tee bei unbehandelten Typ-2-Diabetikern keinen messbaren Unterschied beim Blutdruck im Vergleich zu Placebo-Tee.
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Sicherheitsprofil und Anwendungshinweise
Hinsichtlich der allgemeinen Verträglichkeit traten in placebokontrollierten Untersuchungen keine schwerwiegenden Ereignisse auf.
Gleichwohl mahnen Mediziner zur Wachsamkeit bei längerfristiger Zufuhr. In einem dokumentierten Fallbericht wurde ein Blutplättchenmangel nach mehrmonatiger Einnahme beschrieben. Fachleute raten daher dazu, bei einer länger andauernden Anwendung von Jiaogulan vorsorglich die Blutplättchen regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen.
