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Jens Spahn zieht sich zurück: Er gibt seinen Posten im Haushaltsausschuss auf

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach Spannungen in der Unionsfraktion gibt Spahn seinen Ausschusssitz auf und will sich stärker Wahlkreis und Familie widmen.

Jens Spahn verlässt den Haushaltsausschuss und richtet den Fokus neu aus
Das Reichstagsgebäude in Berlin in der Dämmerung, aufgenommen von der Spree aus mit Fokus auf die Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Der CDU-Politiker Jens Spahn gibt seine Position im Haushaltsausschuss (HHA) des Deutschen Bundestags auf. Wie aus Berichten vom 28. September 2026 hervorgeht, beabsichtigt Spahn, sich künftig verstärkt auf seine Arbeit im Wahlkreis sowie auf seine Familie zu konzentrieren.

Dieser Schritt erfolgt nach einer Phase erheblicher politischer Spannungen innerhalb der Unionsfraktion, die durch Abwesenheiten und Berichte über sein Privatleben ausgelöst wurden.

Interne Spannungen und die Folgen einer Kurzvisite

Der Rückzug wird maßgeblich mit dem hohen Grad an Politisierung begründet, der eine geregelte parlamentarische Arbeit im Ausschuss derzeit erschwere. In einer Nachricht an die Unionsabgeordneten im Haushaltsausschuss erklärte Spahn laut Berichten vom 28. September 2026, dass er nach reiflicher Überlegung über das Wochenende zu dem Schluss gekommen sei, auf seinen Sitz zu verzichten. Die aktuelle Situation lasse ein normales Arbeiten kaum zu.

Hintergrund der Entscheidung ist eine Kontroverse während der vergangenen Sitzungswoche. Spahn war an zwei Tagen sowohl im Plenum als auch im Ausschuss abwesend und hatte dies mit der notwendigen Betreuung seines kranken Kindes begründet.

Parallel dazu veröffentlichte ein Medienhaus ein Foto, das den Politiker mit seinem Sohn auf Sardinien zeigen sollte. Obwohl der entsprechende Artikel später mit der Begründung zurückgezogen wurde, das Foto sei in einem privaten Rahmen entstanden, löste der Vorfall innerhalb der Unionsfraktion eine Krise aus.

Nach Informationen aus dem parlamentarischen Raum sprach sich eine Mehrheit der Unions-Haushälter für eine Entbindung Spahns von seinen Aufgaben aus. Mehrere der insgesamt 14 Mitglieder der Fraktions-Arbeitsgruppe Haushalt sollen diesen Schritt gefordert haben.

In einer außerordentlichen Sitzung der Arbeitsgruppe, die am Freitag vor dem Rückzug stattfand, intervenierte die Fraktionsführung. Berichten zufolge wurde zunächst eine Bewährungsfrist bis Ende des Jahres vereinbart, bevor Spahn nun selbst den Verzicht auf den Posten erklärte.

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Ein kurzes Intermezzo in der Haushaltspolitik

Die Tätigkeit Spahns im Haushaltsausschuss war von kurzer Dauer. Er hatte den Posten erst Anfang September übernommen. In dieser Funktion agierte er als Berichterstatter für den Einzelplan 05, der das Budget des Auswärtigen Amtes mit einem Volumen von knapp 6 Milliarden Euro umfasst. Noch am 9. September hielt er seine erste Rede nach seinem vorangegangenen Rückzug von der Fraktionsspitze.

Der nun erfolgte Rücktritt vom Ausschussposten geschah in Absprache mit dem CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei. Dieser hatte Spahn, ebenso wie CSU-Chef Markus Söder, zuvor bei der schnellen Wiedereingliederung in die parlamentarische Facharbeit unterstützt. Spahn führte jedoch an, dass sein Rücktritt als Fraktionsvorsitzender im Juli noch zu frisch sei, um bereits wieder voll durchzustarten.

Hintergrund: Die Folgen des Rücktritts im Juli

Die personelle Neuordnung ist eng mit den Ereignissen des Sommers verknüpft. Im Juli war Jens Spahn als Vorsitzender der Unionsfraktion zurückgetreten.

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Vorausgegangen war die Bekanntgabe, dass er und sein Ehemann durch eine Leihmutter in den USA Väter geworden waren – eine Praxis, die in Deutschland rechtlich untersagt ist. Während er sein Bundestagsmandat behielt, wechselte er in den Haushaltsausschuss, um dort eine neue fachpolitische Rolle einzunehmen.

Sein Bundestagsbüro bestätigte den aktuellen Rückzug gegenüber Nachrichtenagenturen. Die Nachricht über den Verzicht auf den Ausschusssitz, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, markiert vorerst das Ende der Bemühungen um eine schnelle Rückkehr Spahns in eine prominente fachpolitische Funktion auf Bundesebene. Der Fokus des Abgeordneten liegt nun auf der regionalen Basisarbeit in seinem Wahlkreis.

Mehr zum Thema bei FAZ: „Jens Spahn zieht sich aus dem Haushaltsausschuss zurück“

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