JarService-Malware, Hacker

JarService-Malware: Hacker infizieren Auto-Systeme über Updates

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher identifizieren erste Schadsoftware für Auto-Infotainmentsysteme. Die Malware JarService nutzt eine Update-Funktion für Werbebetrug und Proxy-Botnetze.

Kaspersky entdeckt JarService: Erste Android-Malware für Auto-Infotainment
Ein dunkler, inaktiver Infotainment-Bildschirm im Armaturenbrett eines modernen Autos bei Nacht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsexperten des Unternehmens Kaspersky haben eine neuartige Schadsoftware entdeckt, die gezielt für Android-basierte Infotainmentsysteme in Fahrzeugen entwickelt wurde.

Die als „JarService“ identifizierte Malware nutzt eine legitime Update-Funktion aus, um Nachrüstsysteme des Herstellers DoFun zu infizieren. Es handelt sich dabei um die erste dokumentierte Infektionskette dieser Art, die speziell auf sogenannte Auto-Head-Units ausgerichtet ist. Ziel der Angreifer ist der Aufbau eines Proxy-Botnetzes sowie die Durchführung von Werbebetrug.

Infektionsweg über vertrauenswürdige Systemfunktionen

Die Sicherheitsforscher stellten fest, dass die Angreifer für die Verteilung der Schadsoftware die vertrauenswürdige TWCore-Update-Funktion der DoFun-Systeme missbrauchten. Durch diesen Mechanismus gelangt die Malware direkt in die Android-Umgebung der Infotainmentsysteme. Die mehrstufige Infektionskette umfasst den Dropper JarService sowie ein zusätzliches Modul namens „zhima“, das als Reverse-Proxy fungiert.

JarService wurde als Anwendung ohne Benutzeroberfläche konzipiert, was eine Entdeckung durch den Nutzer während des regulären Betriebs erschwert. Die Malware verfügt über insgesamt 9 Befehle, mit denen sie vom Command-and-Control-Server gesteuert werden kann. Zu den Funktionen gehören neben der Datensammlung auch das Anzeigen von Inhalten sowie Mechanismen für Ad Fraud (Werbebetrug).

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Integration in globale Proxy-Netzwerke

Ein wesentliches Merkmal der Kampagne ist die Eingliederung der infizierten Fahrzeugsysteme in ein Proxy-Botnetz. Den Analysen zufolge wird die Kampagne mit der MoYu Group beziehungsweise dem sogenannten BadBox-Proxy-Botnet in Verbindung gebracht.

Durch das Modul „zhima“ können die Angreifer die Internetverbindung des Fahrzeugs nutzen, um den Datenverkehr Dritter umzuleiten und die infizierten Geräte als Knotenpunkte für weitere Aktivitäten zu verwenden.

Sicherheitsexperten beobachten bereits seit längerer Zeit, dass internetverbundene Infotainmentsysteme vermehrt in das Visier von Cyberkriminellen raten. Die nun im Juni 2026 identifizierte Kampagne bestätigt Befürchtungen, wonach die steigende Konnektivität von Fahrzeugen neue Angriffsflächen für Botnetz-Betreiber schafft.

Herstellerreaktion und behördliche Warnungen

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Der betroffene Hersteller DoFun hat auf die Entdeckung reagiert und die für die Infektion ausgenutzte Schwachstelle nach offiziellen Angaben bereits behoben. Den dennoch unterstreicht der Vorfall die Risiken, die mit der Installation von Drittanbieter-Nachrüstsystemen und deren Update-Prozessen verbunden sein können.

Die Entdeckung der JarService-Malware folgt auf frühere Warnhinweise von Sicherheitsbehörden. So hatte das FBI bereits in den Jahren 2025 und 2026 vor derartigen Bedrohungsszenarien gewarnt, bei denen vernetzte Fahrzeugkomponenten für großflächige Cyberangriffe missbraucht werden könnten.

Branchenexperten raten Besitzern solcher Systeme, regelmäßig auf Sicherheitsupdates der Hersteller zu achten und nur vertrauenswürdige Quellen für Systemaktualisierungen zu nutzen.

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