Japanische Langzeitdaten: Drei Tassen Kaffee senken Sterberisiko um 40 Prozent
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 05:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen analysieren gegenwärtig den Zusammenhang zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und signifikanten gesundheitlichen Vorteilen. Aktuelle Datenauswertungen aus Europa, den USA und Asien deuten darauf hin, dass das Getränk positive Auswirkungen auf die Lebergesundheit, das Herz-Kreislauf-System sowie die allgemeine Mortalitätsrate haben kann.
Internationale Langzeitstudien belegen Rückgang der Sterblichkeitsrate
In Untersuchungen, die im Juli 2026 thematisiert wurden, lieferten das International Agency for Research on Cancer und das Imperial College London Ergebnisse aus der EPIC-Studie. Diese umfasst Daten von über 520.000 Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern über einen Zeitraum von 16 Jahren.
Die Analyse ergab, dass der Konsum von drei oder mehr Tassen Kaffee pro Tag mit dem stärksten Rückgang der Sterblichkeit assoziiert ist. Insbesondere Todesfälle durch Kreislauf- und Verdauungserkrankungen traten demnach seltener auf.
Parallel dazu untersuchte die University of Southern California in einer Multiethnic Cohort rund 185.000 US-Amerikaner. Über ein Follow-up von 16 Jahren zeigte sich, dass Kaffeetrinker seltener an Herzkrankheiten, Krebs, Schlaganfällen, Diabetes sowie Atemwegs- und Nierenerkrankungen starben. Diese Beobachtung galt für alle untersuchten Ethnien und bezog sich ausdrücklich auch auf koffeinfreien Kaffee.
Ergänzende Daten des National Cancer Center und der Universität Tokio, die im Zeitraum von Mai bis Juli 2026 ausgewertet wurden, stützen diese Befunde. Bei einem Konsum von drei bis vier Tassen täglich sank das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen um etwa 40 Prozent, während die Gesamtsterblichkeit um 24 Prozent zurückging. Die Datenbasis bildeten rund 90.000 Einwohner Japans, die seit den 1990er Jahren beobachtet wurden.
Signifikante Reduzierung von Lebererkrankungen und Diabetesrisiken
Besonders deutlich zeigen sich die Effekte in Bezug auf die Leber. Eine im Fachjournal für klinische Gastroenterologie und Hepatologie veröffentlichte Studie mit 13 Jahren Follow-up belegt, dass bereits ein bis zwei Tassen Kaffee täglich das Risiko für Leberzirrhose um 20 Prozent und für Leberkrebs um 24 Prozent senken.
Die leberkrankheitsbedingte Sterblichkeit reduzierte sich um 31 Prozent. Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2021, veröffentlicht in BMC Public Health, kam bei rund 500.000 Teilnehmern zu dem Schluss, dass mäßiger Kaffeekonsum das Risiko für chronische Lebererkrankungen um 21 Prozent und die entsprechende Sterblichkeit sogar um 49 Prozent verringern kann.
Drei bis vier Tassen täglich, und das Sterberisiko durch Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sinkt um rund 40 Prozent — das zeigen japanische Langzeitdaten, die seit den 1990er Jahren erhoben wurden. Wer seine Tasse bewusst wählt, kann daraus eine einfache tägliche Gewohnheit machen. Jetzt kostenlosen Kaffee-Leitfaden anfordern
Hinsichtlich chronischer Erkrankungen lieferte das Deutsche Institut für Ernährungsforschung im März 2026 spezifische Erkenntnisse. Bei einer Untersuchung von über 42.000 Erwachsenen über zehn Jahre konnte zwar kein signifikanter Unterschied bei der allgemeinen Quote chronischer Krankheiten zwischen Kaffeetrinkern und Nicht-Trinkern festgestellt werden, jedoch sank das Risiko für Typ-2-Diabetes bei Kaffeekonsumenten nach Adjustierung von Faktoren wie Gewicht und Rauchen um 23 Prozent. Die Studienleiterin Anna Flögel erklärte dazu, dass gesunde Erwachsene Kaffee konsumieren könnten, ohne chronische Krankheiten zu riskieren.
Einfluss von Zubereitungsart und Zeitpunkt des Konsums
Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass auch die Art der Zubereitung und der Zeitpunkt des Konsums relevant sind. Eine Humanstudie zeigte, dass der tägliche Konsum von 0,9 Litern French-Press-Kaffee über 24 Wochen den LDL-Cholesterinspiegel um 9 bis 14 Prozent im Vergleich zu gefiltertem Kaffee erhöhte. Dies liegt an Stoffen wie Cafestol, die von Papierfiltern zurückgehalten werden, in Metallfiltern jedoch verbleiben. Während eine Tasse Filterkaffee nur etwa 0,1 mg Cafestol enthält, liegt der Wert bei der French Press bei circa 4 mg.
Bezüglich des Zeitpunkts deutet eine Studie der Harvard- und der Tulane-Universität aus dem Jahr 2025 darauf hin, dass vor allem der morgendliche Kaffeekonsum gesundheitsfördernd ist.
Teilnehmer, die ihren Kaffee vorzugsweise morgens tranken, wiesen ein um 16 Prozent geringeres Sterberisiko auf. Bei Personen, die über den ganzen Tag verteilt Kaffee tranken, wurde kein vergleichbarer Effekt festgestellt. Forscher vermuten, dass später Konsum Entzündungen fördern könnte.
Grenzwerte für Koffeinkonsum und Risiken hochdosierter Produkte
Trotz der positiven Befunde mahnen Institutionen wie die Verbraucherzentrale und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zur Vorsicht bei hohen Dosen. Als sicher für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 mg Koffein über den Tag verteilt, was etwa drei bis fünf Tassen entspricht.
French Press, Espresso, Filterkaffee — die Zubereitung entscheidet mit: Papierfilter halten den Stoff Cafestol zurück, Metallfilter nicht, und das kann den LDL-Cholesterinspiegel um 9 bis 14 Prozent erhöhen. Wie Sie Ihre Tasse cholesterinbewusst zubereiten und warum der Morgen der bessere Zeitpunkt ist, steht in diesem Leitfaden. Checkliste für die gesunde Tasse sichern
Kritisch werden insbesondere Energy Shots und reines Koffeinpulver gesehen. Energy Shots können bis zu 230 mg Koffein pro Portion enthalten, während bei Koffeinpulver bereits eine Messerspitze rund 200 mg entspricht.
Da Haushaltswaagen hierfür oft zu ungenau sind, besteht die Gefahr einer Überdosierung; Mengen von 5 bis 10 Gramm können lebensgefährlich sein. Verbraucherzentralen fordern daher Verbote oder zumindest Verkaufsbeschränkungen für Minderjährige. Zudem wird vor der Kombination hoher Koffeindosen mit Alkohol oder intensiver körperlicher Belastung gewarnt.
