Japandi-Stil, Objekte

Japandi-Stil: Sieben sichtbare Objekte sollen Räume ruhiger wirken lassen

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Persönliche Bedürfnisse geben die Richtung für Erholungsräume vor: Natürliche Materialien, reduzierte Gestaltung und passende Ausstattung unterstützen Ruhe und Yoga.

Wohnpsychologie: So entstehen Räume für Yoga und Erholung
Minimalistischer, ruhiger Raum mit Naturmaterialien wie Holz und Leinen in sanften Beige- und Salbeitönen zur Entspannung. Illustration mit AI erstellt.

Wohnpsychologische Ansätze empfehlen zunehmend die Umgestaltung privater Wohnbereiche zu funktionalen Orten für Achtsamkeit und Yoga, um die mentale Erholung im Alltag gezielt zu unterstützen. Statt rein repräsentativer Zwecke rückt dabei die Ausrichtung der Räumlichkeiten an den tatsächlichen psychologischen Grundbedürfnissen der Bewohner in den Mittelpunkt.

Wohnbedürfnisse und individuelle Persönlichkeitsprofile

Die Wohnpsychologin Inka Aniol unterscheidet in Anlehnung an die Maslowsche Bedürfnispyramide sechs zentrale Wohnbedürfnisse: Sicherheit, Erholung, Kommunikation, Anerkennung, Ästhetik und Entfaltung. Bei den meisten Personen treten zwei dieser Dimensionen besonders prägend hervor.

Vor diesem Hintergrund rät die Expertin dazu, bestehende Wohnkonzepte kritisch zu hinterfragen. So sei zu prüfen, ob beispielsweise ein selten genutztes Esszimmer mit zehn Stühlen einem authentischen eigenen Wunsch entspringe oder lediglich gesellschaftlichen Konventionen folge.

Ein stattdessen täglich genutzter Raum für Yoga und Entspannung könne einen deutlich größeren Beitrag zum Wohlbefinden leisten. Als analytische Ergänzung verweist Aniol zudem auf das Big-Five-Modell der Persönlichkeitsforschung, das die Faktoren Extraversion, Offenheit, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus umfasst.

Gestaltungsprinzipien von Slow Living und Japandi

Praktische Anknüpfungspunkte für Erholungsräume bieten aktuelle Einrichtungskonzepte wie das sogenannte Slow Living. Dieser Wohntrend nutzt Minimalismus als Methode und setzt vorwiegend auf Naturmaterialien wie Holz, Leinen, Ton und Wolle sowie gedeckte Farbpaletten in Beige-, Salbei- oder Taupetönen.

Um eine beruhigende Atmosphäre zu schaffen, werden mehrere direkte und indirekte Lichtquellen mit warmem, diffusem Schein anstelle von grellem LED-Weiß empfohlen; rötliches Licht von Salzsteinlampen gilt am Abend als schlaffördernd. Ergänzt wird dieses Umfeld durch Düfte aus Lavendel, Zirbe oder Sandelholz sowie durch strukturierte Pausen im Tagesablauf.

Anzeige

Was Minimalisten wissen, das die meisten nie lernen, ist oft der Schlüssel zu einer ruhigeren Umgebung. Dieser kostenlose Ratgeber liefert sofort umsetzbare Strategien für mehr Ordnung und Freiheit durch einen bewussteren Lebensstil. Minimalismus-Geheimnisse jetzt kostenlos als PDF entdecken

Eine stringente visuelle Reduktion verfolgt der Japandi-Stil, der auf festen Richtwerten basiert. Vorgesehen sind maximal sieben sichtbare Objekte pro Stellfläche, wobei mindestens 50 Prozent jedes Bereichs frei bleiben sollen. Farblich und materiell gilt eine Beschränkung auf maximal drei Hauptfarben sowie zwei bis drei Werkstoffe je Raum.

Bei einem Sideboard mit 160 cm Breite und 40 cm Tiefe wird etwa zu höchstens drei Objekten mit einer gemeinsamen Grundfläche von circa 2.100 cm² geraten. Auf einer 3 Meter breiten Wandfläche sollten ein bis zwei Bilder platziert werden, deren Oberkante auf 150 bis 160 cm über dem Boden liegt.

Anzeige

Wer sich mit der Gestaltung einer gehirnfreundlichen Umgebung befasst, profitiert oft von praxiserprobten Strategien zur Reduzierung von Alltagsstress. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie mit minimalem Aufwand zu einer ordentlichen Umgebung finden, die Ihr Wohlbefinden nachhaltig verbessert. 10 goldene Aufräum-Tipps kostenlos anfordern

Weitere Richtwerte sehen eine Sitzhöhe von 40 bis 45 cm, Beistelltische mit 45 bis 50 cm Höhe, Bodenvasen mit 30 bis 40 cm Durchmesser sowie warmweißes Licht mit 2700 bis 3000 Kelvin vor. In Regalen mit fünf Fächern empfiehlt sich das Freilassen von zwei Fächern, während für ein 200 cm breites Sofa ein Teppichmaß von mindestens 200 x 300 cm veranschlagt wird.

Funktionale Ausstattung für Balkon und Rückzugszonen

Auch begrenzte Außenflächen wie Stadtbalkone lassen sich mit gezielten Maßnahmen als Entspannungszonen nutzen. Dazu zählen unter anderem wetterfeste Outdoorteppiche mit Maßen von 80 x 200 cm, die eine geräuschdämmende Wirkung entfalten, sowie winterharter Bambus mit einer Wuchshöhe von etwa 80 bis 150 cm als Sicht- und Lärmschutz.

Ergänzend kommen Elemente wie Sichtschutzelemente aus Weidenruten (130 x 500 cm), Solar-Lichterketten mit warmweißen Leuchtmitteln, Lavendelpflanzen oder Naturgeräuscheboxen infrage.

Für die eigentliche Achtsamkeits- und Yogapraxis in den geschaffenen Zonen stehen Hilfsmittel bereit, die die körperliche Regeneration vertiefen. Im Restorative Yoga, Yin Yoga und während der Endentspannung kommen Yoga-Sandsäcke mit einem Gewicht von 3 bis 5 kg zum Einsatz, die durch die Platzierung auf Becken, Oberschenkeln oder Schultern für Erdung sorgen. Die Hüllen bestehen in der Regel aus Baumwolle mit separatem Bezug, während für meditative Ruhephasen leichtere Augenkissen genutzt werden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70167625 |