Japan plant 10 Millionen Roboter bis 2040: 6,1 Milliarden Euro Investition
01.07.2026 - 14:19:38 | boerse-global.de
Die japanische Regierung hat am heutigen Mittwoch eine ehrgeizige Neuauflage ihrer nationalen Robotik-Strategie vorgestellt. Das Ziel: Bis 2040 sollen landesweit zehn Millionen KI-gestützte Roboter im Einsatz sein. Um das zu erreichen, plant der Staat, in den nächsten fünf Jahren bis zu eine Billion Yen (umgerechnet rund 6,1 Milliarden Euro) in die Entwicklung eines eigenen KI-Basismodells für physische Anwendungen zu stecken.
SoftBank-Konsortium soll nationale KI entwickeln
Minister Ryosei Akazawa präsentierte die überarbeitete Strategie und betonte die Notwendigkeit heimischer Technologien. Japans chronischer Arbeitskräftemangel und die rapide alternde Bevölkerung machen den Druck deutlich. Das Herzstück der Investitionen ist ein Projekt unter der Führung von Noetra, einem Konsortium aus neun Unternehmen unter der Leitung von SoftBank. Weitere prominente Mitglieder sind Sony, Honda, NEC und Preferred Networks, sowie das Nationale Institut für fortgeschrittene Industriewissenschaft und -technologie (AIST).
Die Regierung will die eine Billion Yen über fünf Jahre bereitstellen, um ein eigenes KI-Basismodell zu schaffen. Für das laufende Fiskaljahr hat das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie bereits 387,3 Milliarden Yen (etwa 2,3 Milliarden Euro) für die Initiative freigegeben.
Während Japan massiv in physische KI investiert, stellt die neue EU-KI-Verordnung auch hiesige Unternehmen vor komplexe Herausforderungen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Anforderungen, Pflichten und Fristen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Anders als allgemeine große Sprachmodelle konzentriert sich dieses Projekt auf „physische KI“. Diese Technologie verarbeitet Daten japanischer Unternehmen, um die Geschicklichkeit, Entscheidungsfindung und Effizienz von Robotern in der realen Welt zu verbessern. Die Roadmap für Noetra sieht einen fünfjährigen Entwicklungszyklus vor, mit ersten Software-Veröffentlichungen noch in diesem Fiskaljahr.
Automatisierung in 18 Schlüsselsektoren
Das Regierungsziel von zehn Millionen Robotern bis 2040 erstreckt sich über 18 verschiedene Sektoren. Besondere Schwerpunkte liegen auf der Medizin, der Lebensmittelproduktion und der Gastronomie – Bereiche, in denen der Personalmangel besonders drastisch ist.
Mit der Entwicklung eines eigenen KI-Modells will Japan eine Führungsrolle in der physischen KI übernehmen. Es geht darum, technologische Unabhängigkeit zu sichern und mit den KI-Entwicklungen aus den USA und China mitzuhalten. Die überarbeitete Strategie betont, dass diese KI-gesteuerten Maschinen unverzichtbar sein werden, um die nationale Infrastruktur und den Service-Standard aufrechtzuerhalten, während die heimische Belegschaft weiter schrumpft.
Die rasante Entwicklung von KI-Systemen bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue rechtliche Verpflichtungen für Unternehmen mit sich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und wie Sie die Einhaltung der neuen EU-Regeln sicherstellen. Kostenlosen Report zu Risikoklassen anfordern
Branchenanalysten sehen darin einen klugen Schachzug: Japan setzt auf seine traditionellen Stärken in Hardware und Fertigung und verbindet sie mit modernsten maschinellen Lernfähigkeiten. Ein Ansatz, der auch für deutsche Industrieunternehmen wie Siemens oder Volkswagen interessant sein dürfte – schließlich kämpfen auch sie mit Fachkräftemangel und demografischem Wandel.
