JADEPUFFER: Erste KI-gesteuerte Ransomware bedroht Unternehmen
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 10:17 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher des Kaspersky Global Research and Analysis Team (GReAT) haben eine neue, gezielte Cyberangriffswelle der Hackergruppe SilverFox identifiziert.
Die Akteure nutzen das gegenwärtig hohe Interesse an künstlicher Intelligenz aus, indem sie eine manipulierte Version der Claude-AI-Anwendung verbreiten. Ziel dieser Kampagne ist die Infiltration von Organisationen, wobei der Schwerpunkt der Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum liegt.
Die Angreifer setzen dabei auf eine bewährte Social-Engineering-Taktik: Nutzer, die auf der Suche nach den Desktop-Anwendungen namhafter KI-Anbieter sind, werden auf präparierte Seiten oder Download-Links geleitet. Statt der gewünschten Produktivitätssoftware wird jedoch Schadsoftware installiert, die den Angreifern weitreichenden Zugriff auf die Unternehmensinfrastruktur ermöglicht.
Hohes E-Mail-Aufkommen zu Beginn des Jahres
Die Intensität der Kampagne spiegelt sich in den von den Sicherheitsanalysten erhobenen Daten wider. Den Erkenntnissen zufolge wurden allein im Zeitraum zwischen Januar und Februar 2026 über 1.600 bösartige E-Mails registriert, die in direktem Zusammenhang mit den Aktivitäten von SilverFox stehen. Diese hohe Frequenz deutet auf eine automatisierte und gut organisierte Infrastruktur hin, mit der die Gruppe versucht, initiale Zugangspunkte in Firmennetzwerken zu finden.
Die geografische Ausrichtung der Angriffe ist dabei breit gefächert, konzentriert sich jedoch auf spezifische Schwerpunktregionen. Neben dem asiatisch-pazifischen Raum, in dem insbesondere Indien und Indonesien im Visier stehen, wurden auch koordinierte Angriffe in Südafrika und Russland beobachtet.
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Die Wahl dieser Regionen lässt auf ein Interesse an Schwellenländern und bedeutenden Industriestandorten schließen, in denen die Implementierung moderner KI-Tools in Geschäftsprozesse derzeit rasant zunimmt.
Technologische Zäsur durch JADEPUFFER
Ein besonders besorgniserregender Aspekt der aktuellen SilverFox-Kampagne ist der Einsatz einer neuartigen Malware namens JADEPUFFER. Laut den Experten von Kaspersky handelt es sich hierbei um die erste Ransomware, die durch Large Language Models (LLM) gesteuert wird. Der Einsatz generativer KI innerhalb der Schadsoftware markiert eine technologische Weiterentwicklung in der Bedrohungslandschaft.
Durch die Integration von LLM-Funktionen in JADEPUFFER sind die Angreifer potenziell in der Lage, Teile des Angriffszyklus oder der Kommunikation mit den Opfern zu automatisieren und zu verfeinern. Während herkömmliche Ransomware oft auf statischen Code-Mustern basiert, ermöglicht der LLM-gesteuerte Ansatz eine flexiblere Handhabung der bösartigen Funktionen.
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Risiken für Organisationen durch gefälschte Software
Die Entdeckung zeigt nach Ansicht von Sicherheitsexperten, dass die Gefahr durch "Shadow IT" – also Software, die von Mitarbeitern ohne Zustimmung der IT-Abteilung installiert wird – durch den KI-Boom massiv verschärft wird. Da viele KI-Dienste primär webbasiert arbeiten, suchen Anwender oft nach eigenständigen Programmen für ihr Betriebssystem. Hacker füllen diese Lücke mit täuschend echten Plagiaten.
Für Unternehmen bedeutet die SilverFox-Kampagne eine erhöhte Wachsamkeitspflicht. IT-Sicherheitsexperten raten dazu, Software-Downloads strikt zu reglementieren und Mitarbeiter über die Risiken von Drittanbieter-Apps für KI-Dienste aufzuklären.
Die Kombination aus klassischem Phishing über E-Mails und der technologischen Neuerung durch LLM-basierte Ransomware wie JADEPUFFER erfordere zudem eine Anpassung der bestehenden Abwehrmechanismen, um auch KI-gestützte Angriffsmuster frühzeitig erkennen zu können.
