IVF-Zusatzverfahren, Methoden

IVF-Zusatzverfahren: 85-Studien-Analyse entlarvt sieben unwirksame Methoden

25.06.2026 - 23:31:16 | boerse-global.de

Eine Lancet-Analyse von 85 Studien belegt: Sieben gängige IVF-Zusatzverfahren wie Akupunktur sind wirkungslos.

IVF-Studie: Akupunktur und Co. ohne belegte Wirkung
IVF-Zusatzverfahren - Eine Akupunkturnadel, die vorsichtig auf dem Bauch einer schwangeren Frau platziert ist, in einem ruhigen, warmen Licht. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Doch neue Studien stellen die Wirksamkeit in der Reproduktionsmedizin infrage.

Studie zerpflückt Zusatzverfahren bei IVF

Eine aktuelle Auswertung von 85 klinischen Studien im Fachmagazin The Lancet sorgt für Aufsehen. Die Analyse unter Leitung von Sarah Lensen von der Universität Melbourne zeigt: Sieben von zehn gängigen Zusatzverfahren bei künstlicher Befruchtung haben keine belegte Wirkung. Dazu zählen neben Platelet-Rich Plasma (PRP) und dem Präimplantations-Screening (PGT-A) auch die Akupunktur.

Trotz der schwachen Datenlage greifen viele Patientinnen zu den Zusatzleistungen. In Australien, Neuseeland und Großbritannien nutzen über 70 Prozent der IVF-Patientinnen mindestens ein solches Verfahren. Nur für EmbryoGlue, Endometrial Scratching und PICSI fanden die Forscher schwache Hinweise auf eine Wirksamkeit.

Akupunktur als IGeL-Leistung

Abseits der Kinderwunschbehandlung hat Akupunktur in der regulären Schwangerschaftsbegleitung einen festen Platz. Sie soll Beschwerden lindern oder auf die Geburt vorbereiten. In Mainz bieten spezialisierte Einrichtungen regelmäßige Sprechstunden an. Die Kosten pro Sitzung liegen bei etwa 35 Euro – und werden meist als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet.

Auch Hebammen integrieren Akupunktur in ihr Angebot. Grundsätzlich übernehmen die Krankenkassen Hebammenleistungen. Komplementärmedizinische Angebote wie Akupunktur müssen Patientinnen jedoch privat bezahlen – solange kein direkter medizinischer Behandlungsauftrag vorliegt.

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Zwischen Hightech-Medizin und Tradition

Die moderne Geburtshilfe ist hochspezialisiert. Das Kepler Uniklinikum verzeichnete in den letzten zehn Jahren über 13.000 Eingriffe in der fetomaternalen Medizin. KI-gestützte Bildanalysen und fetale MRT-Untersuchungen gehören zum Standard – Ende Juni 2026 sind sie Thema auf Fachkongressen in Wien.

In diesem Umfeld ergänzen komplementäre Methoden die Hightech-Medizin. Fachärzte für Gynäkologie, Innere Medizin und Dermatologie setzen weiterhin auf fundierte Labordiagnostik: Blut-, Urin- und Abstrichuntersuchungen sichern die Gesundheit von Mutter und Kind.

Prävention rückt in den Fokus

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Neben der Behandlung gewinnen präventive Ansätze an Bedeutung. Eine im Juni 2026 im JAMA Network Open veröffentlichte Studie der Michigan State University zeigt: Hormonelle Schwankungen beeinflussen das Wohlbefinden und Ernährungsverhalten von Frauen erheblich. Experten empfehlen daher Selbstmonitoring und angepasste Ernährung.

Die Herausforderung bleibt die Abgrenzung: Wo hört evidenzbasierte Medizin auf, wo beginnen individuelle Gesundheitsleistungen? Für Patienten und Behandler ist diese Frage zentral – und wird es wohl auch bleiben.

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