IT-Transformation, Migrationen

IT-Transformation: Nur 25% der Migrationen laufen planmäßig

Veröffentlicht am: 22.08.2026 um 16:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

IT-Migrationen scheitern häufig an Budget und Zeitplan: 82 Prozent überschreiten Kosten, 80 Prozent verfehlen Fristen. KI treibt Wandel, erhöht aber Komplexität.

IT-Transformationsstudie 2026: Nur 25 Prozent der Migrationen im Plan
Ein IT-Experte arbeitet konzentriert an einer komplexen Systemmigration in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine im August 2026 veröffentlichte Untersuchung der Unternehmen Natuvion und NTT DATA zur IT-Transformation verdeutlicht die erheblichen Risiken bei der Modernisierung von Unternehmensstrukturen. Die Ergebnisse der IT-Transformationsstudie 2026 zeigen, dass lediglich 25 Prozent der IT-Migrationen planmäßig verlaufen. Die überwiegende Mehrheit der Projekte kämpft demnach mit signifikanten Abweichungen bei Kosten und Zeitplänen.

Finanzielle Risiken und zeitliche Verzögerungen im Fokus

Laut der gemeinsamen Analyse von Natuvion und NTT DATA überschreiten 82 Prozent der untersuchten Unternehmen ihr Budget bei Migrationsprojekten. Die finanziellen Mehraufwände bewegen sich dabei in einem Rahmen zwischen 5 Millionen Euro und 50 Millionen Euro. Parallel dazu verfehlen 80 Prozent der Projekte den ursprünglich gesteckten Zeitrahmen.

Angesichts dieser Herausforderungen sehen sich viele Betriebe gezwungen, ihre Strategien während der laufenden Prozesse anzupassen. Demnach verändern 71 Prozent der Unternehmen ihre Methodik. Als größte Hürde bezeichnen 39 Prozent der Befragten die fundierte Analyse der bestehenden IT-Landschaft, während 26 Prozent mangelnde Datenqualität als zentrales Problem für den Erfolg von Transformationsvorhaben identifizieren.

KI als zentraler Treiber und neue Herausforderung

Künstliche Intelligenz (KI) nimmt in der aktuellen IT-Landschaft eine Doppelrolle ein. In der Studie von Natuvion und NTT DATA gaben 60 Prozent der Unternehmen an, KI als wesentlichen Treiber der Transformation zu betrachten. Entsprechend hoch ist die Adaptionsrate: 76 Prozent der Organisationen nutzen KI bereits aktiv innerhalb ihrer Migrationsprozesse.

Dass der Einsatz von Technologie auch die Komplexität erhöht, bestätigen weitere Marktbeobachtungen aus dem August 2026. Eine Studie von Redgate im DACH-Raum kommt zu dem Ergebnis, dass 83 Prozent der Verantwortlichen die Datensicherheit mittlerweile als komplex empfinden.

Anzeige

Die technologische Modernisierung bringt neue rechtliche Anforderungen mit sich, die viele IT-Abteilungen vor große Herausforderungen stellen. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle Fristen, Pflichten und Risikoklassen des EU AI Acts. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Infolgedessen investieren 85 Prozent mehr Zeit in Compliance und Sicherheit. Dennoch sehen 73 Prozent der von Redgate befragten Unternehmen langfristige Sicherheitsvorteile durch den Einsatz von KI-Modellen, die bereits von 58 Prozent der Betriebe selbst entwickelt werden.

Fortschritte bei der digitalen Prozessorganisation

Trotz der Schwierigkeiten bei großen Systemmigrationen zeigen Daten des Branchenverbandes Bitkom einen Trend zu einer besseren digitalen Organisation im Kleinen. Im Jahr 2025 nutzten demnach 72 Prozent der Unternehmen weniger Papier als noch zwei Jahre zuvor. Dennoch verharren viele Organisationen in alten Strukturen: 34 Prozent verfügen weiterhin über denselben Bestand an Aktenordnern wie vor fün Jahren.

Praxisbeispiele illustrieren jedoch das Effizienzpotenzial einer konsequenten Digitalisierung. Die Ausländerbehörde Kerpen digitalisierte mit Hilfe von KI etwa 6.000 Akten und konnte dadurch schätzungsweise 1,5 Jahre manueller Arbeit einsparen. Während die KI bei Bauanträgen Empfehlungen ausspricht, dient sie bei Asylakten vorrangig der Strukturierung, wobei die Letztentscheidung weiterhin beim Menschen verbleibt.

Anzeige

Wer die Digitalisierung im Unternehmen vorantreibt, muss auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für neue Technologien im Blick behalten. Compliance-Experten informieren in diesem kostenlosen Report über die neuen Regeln und Risikoklassen der EU-KI-Verordnung. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern

Auch mittelständische Versorgungsunternehmen wie die Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung (MEGA) konnten durch den Einsatz von Enterprise-Content-Management-Systemen (ECM) ihre Durchlaufzeiten verkürzen und die Transparenz erhöhen. Seit dem Start des Projekts im Jahr 2019 wurden dort Workflows für den Rechnungseingang mit automatisierter KI-Extraktion sowie das Vertrags- und Personalwesen digitalisiert.

Strategische Ansätze für die IT-Infrastruktur

Um den Risiken komplexer Migrationen zu begegnen, setzen IT-Verantwortliche zunehmend auf hybride Modelle. Ein CIO aus dem Bereich der Berufsgenossenschaften betonte in aktuellen Fachbeiträgen die Notwendigkeit von Multi-Cloud-Strategien. Da kaum eine Behörde die Sicherheitsstandards großer Cloud-Anbieter aus eigener Kraft erreichen könne, bedeute digitale Souveränität vor allem, handlungsfähig zu bleiben, statt alle Systeme selbst zu betreiben.

Die technologische Unterstützung für diese Transformationen wird kontinuierlich ausgebaut. Anbieter wie QNAP integrieren mittlerweile lokale KI-Modelle für semantische Suchen direkt auf NAS-Systemen, während M-Files in aktuellen Cloud-Releases die Transparenz von KI-Metadaten und die Steuerung von Speicherverwaltungen optimiert hat, um die Verwaltung großer Datenmengen effizienter zu gestalten.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69986643 |