IT-Kosten senken: Unternehmen sparen bis zu 30 Prozent mit Cloud-Strategien
04.06.2026 - 11:30:28 | boerse-global.de
Branchenverbände und Forschungsinstitute verstärken nun ihre Bemühungen, Firmen bei der Optimierung ihrer Technologieausgaben zu unterstützen. Eine Reihe von Veranstaltungen, darunter eine Online-Session der IHK Magdeburg, der HWK Magdeburg und des Mittelstand-Digital Zentrum Magdeburg, widmet sich am 11. Juni 2026 gezielt der IT-Bedarfsanalyse und Kostenoptimierung.
Strukturierte Servicekataloge als Basis für KI
Viele Unternehmen tun sich schwer mit der Einführung von Künstlicher Intelligenz und Automatisierung. Der Grund: veraltete IT-Servicekataloge, wie die Info-Tech Research Group in einer aktuellen Untersuchung feststellt. Diese verhinderten datengetriebene Entscheidungen und bremsten die effiziente Bereitstellung von Diensten.
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Die Forschungsgruppe hat daher eine neue Methodik namens „Design a Service Catalog That Drives Insight and Innovation“ vorgestellt. Das vierphasige Verfahren soll den Servicekatalog von einer simplen Liste in ein strategisches Werkzeug verwandeln. Ziel ist es, fundierte Entscheidungen über IT-Investitionen und die Automatisierungsbereitschaft zu ermöglichen.
Cloud- und KI-Kosten senken: Bewährte Strategien
Mit der zunehmenden Integration von KI und Cloud-Diensten rückt das Kostenmanagement in den Fokus. Plattformanbieter wie Harness versprechen mit ihren Cloud- und KI-Kostenmanagement-Lösungen Einsparungen von 20 bis 30 Prozent – durch bessere Visualisierung und Kontrolle. In Nicht-Produktionsumgebungen sollen automatisierte Abschaltfunktionen sogar 60 bis 70 Prozent der Kosten sparen.
Ein Paradebeispiel aus der Medienbranche zeigt, was möglich ist: Bedrock Streaming, das Plattformen für mehrere europäische Sender betreibt, hat bei AWS eine mehrgleisige Kostenstrategie umgesetzt. Das Unternehmen setzt zu 100 Prozent auf Spot-Instances für Kubernetes und wechselte zu AWS Graviton-Prozessoren – mit Einsparungen zwischen 15 und 20 Prozent. Zusätzlich senkte das Unternehmen die Kosten für die Elastic Container Registry (ECR) von rund 50 Euro pro Tag auf 3 bis 5 Euro – durch automatisierte Bildbereinigung.
Auch die Preismodelle der Cloud-Anbieter passen sich an. Microsofts Azure AI Search bietet zwei Varianten: ein dediziertes Kapazitätsmodell mit stündlicher Abrechnung und ein serverloses Vorschaumodell, das nach tatsächlichem Verbrauch abrechnet. Experten raten, die richtige Region zu wählen und automatische Skalierung zu nutzen, um Kosten zu minimieren.
Digitalisierung im Mittelstand: Hürden und Prioritäten
Eine YouGov-Studie unter rund 4.000 Entscheidern zeigt den Stand der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Demnach betreiben 60 Prozent der KMU eine Website – ein Plus von acht Prozentpunkten. 62 Prozent haben eine geschäftliche E-Mail-Adresse mit eigener Domain, und 44 Prozent nutzen bereits Künstliche Intelligenz.
Doch die Hürden sind hoch: 55 Prozent der Befragten nennen Bürokratie als größtes Hindernis, gefolgt von Kosten (52 Prozent) und Zeitmangel (47 Prozent). Die Investitionsprioritäten liegen klar: IT-Sicherheit steht bei 38 Prozent ganz oben, gefolgt von Online-Sichtbarkeit und KI mit je 35 Prozent.
Im öffentlichen Sektor und regulierten Branchen rücken Compliance und Barrierefreiheit in den Fokus. Seit Juni 2025 überwacht die Marktüberwachungsstelle für Barrierefreiheit (MLBF) in Magdeburg die Einhaltung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes. Die Behörde bearbeitet derzeit knapp 700 Meldungen und plant, ihren Personalbestand auf rund 100 Mitarbeiter aufzustocken.
Infrastruktur-Upgrades: Telekommunikation und Fertigung
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Praktische Beispiele zeigen: Kostensenkung beginnt oft bei der Infrastruktur. Die Zhejiang Hongye Electronic Precision Machinery rüstete ihr 38.000 Quadratmeter großes Werk in China mit einer UniFi-Netzwerkarchitektur aus. Durch ein lizenzfreies Verwaltungsmodell erreichte das Unternehmen 100 Prozent drahtlose Abdeckung und KI-gestützte Sicherheitsüberwachung – bei jährlichen Einsparungen von rund 26.000 Euro.
Im Telekommunikationssektor konzentrieren sich Anbieter wie Saaswedo darauf, den tatsächlichen Verbrauch mit den vertraglichen Tarifen in Einklang zu bringen. Dabei werden Mobilfunk-, Festnetz- und Datendienste analysiert, um überdimensionierte oder ungenutzte Verträge zu identifizieren.
Für langfristige Exzellenz bleibt die Weiterbildung entscheidend. Die iX-Workshop-Reihe bietet im zweiten Halbjahr 2026 mehrere Schulungstermine – unter anderem im Juli, September und November – zur BSI-IT-Grundschutz-Methodik und zum Aufbau von Informationssicherheits-Managementsystemen (ISMS) an.
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