IT-Fachkräftemangel, Stellen

IT-Fachkräftemangel: 79.000 offene Stellen, doch KI ersetzt Positionen

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 16:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bitkom zählt weniger offene IT-Stellen, doch 78 Prozent der Firmen melden weiterhin Engpässe und erwarten überwiegend eine Verschärfung.

IT-Fachkräftemangel sinkt auf 79.000 Stellen, bleibt aber kritisch
Ein leeres, modernes Büro bei Dämmerung mit Blick auf eine Skyline durch eine große Glasfront. Illustration mit AI erstellt.

Der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland hat sich in den vergangenen Monaten spürbar abgeschwächt, bleibt jedoch auf einem Niveau, das die Wirtschaft weiterhin vor Herausforderungen stellt.

Wie aus aktuellen Daten des Branchenverbands Bitkom hervorgeht, ist die Zahl der unbesetzten Stellen für IT-Experten auf 79.000 gesunken. Dies entspricht nahezu einer Halbierung im Vergleich zum Jahr 2023, als noch 149.000 offene Positionen registriert wurden. Auch gegenüber dem Vorjahr 2025, in dem die Lücke bei 109.000 Stellen lag, verzeichnete der Markt einen Rückgang um 28 Prozent.

Trotz der sinkenden Zahlen bewerten die betroffenen Unternehmen die Situation weiterhin als kritisch. Laut der Bitkom-Erhebung berichten 78 Prozent der Firmen von einem anhaltenden Fachkräftemangel in ihren IT-Abteilungen. Lediglich 14 Prozent der Befragten gaben an, eine ausreichende Anzahl an Bewerbern vorzufinden, während nur 5 Prozent ein Überangebot an Arbeitskräften konstatieren.

Die Schwierigkeiten bei der Personalakquise ziehen sich durch fast die gesamte Branche: 97 Prozent der Unternehmen räumten ein, Probleme bei der Besetzung vakanter IT-Posten zu haben. Eine Entspannung ist für die Mehrheit der Betriebe nicht in Sicht; 76 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verschärfung der Lage.

Konjunkturelle Bremsspuren und hohe Gehaltsanforderungen

Für den Rückgang der offenen Stellen führt der Verband primär externe Faktoren an. Neben der schwachen allgemeinen Konjunktur spiele die Verlagerung von IT-Kapazitäten ins Ausland eine wesentliche Rolle. Als größte Hürde bei der Besetzung neuer Stellen erweisen sich zudem die finanziellen Rahmenbedingungen. In 59 Prozent der befragten Unternehmen scheitern Anstellungen an den Gehaltsvorstellungen der Bewerber.

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Zudem zeigt die Untersuchung, dass die Künstliche Intelligenz (KI) beginnt, die Personalstruktur zu beeinflussen, wenngleich sie beim generellen Rückgang der offenen Stellen bislang nur eine untergeordnete Rolle spielt. Dennoch gaben 35 Prozent der Unternehmen, die derzeit einen Stellenabbau vornehmen, an, IT-Positionen durch KI-Anwendungen zu ersetzen.

Bei diesen Streichungen sind unterschiedliche Hierarchieebenen betroffen: In 47 Prozent der Fälle trifft es erfahrene IT-Fachkräfte, bei 30 Prozent fallen Führungspositionen weg und in 25 Prozent der Fälle werden Stellen für Berufseinsteiger gestrichen.

Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf das Jobprofil

Die langfristigen Erwartungen an die Technologie sind hoch. Rund 38 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass KI einzelne IT-Berufe künftig vollständig ersetzen wird.

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Aktuell nutzen bereits 42 Prozent der befragten Firmen Künstliche Intelligenz, während weitere 36 Prozent den Einsatz konkret planen. Diese Transformation verschiebt jedoch auch die Bedarfe: Fast die Hälfte der Unternehmen (49 Prozent) rechnet mit einem steigenden Bedarf an spezialisierten KI-Experten.

Die Datenbasis für diese Analyse bildet eine Umfrage unter 853 Unternehmen, bei der zwischen der 18. und 25. Kalenderwoche des Jahres 2026 insgesamt 602 IT-Entscheider befragt wurden.

Interessanterweise weichen die Beobachtungen der Wirtschaft von den Einschätzungen staatlicher Stellen ab. Während der Branchenverband die Lage als weiterhin angespannt beschreibt, sieht die Bundesagentur für Arbeit nach aktuellen Berichten kaum Anzeichen für gravierende IT-Engpässe. Dieser Gegensatz verdeutlicht die unterschiedliche Wahrnehmung der Marktdynamik zwischen statistischer Erfassung und betrieblicher Praxis.

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