Arktisforschung, Tara Polar Station

„ISS der Arktis“ startet in die einjährige Drift durch das Nordpolarmeer

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 10:19 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Ein internationales Team ist mit der „Tara Polar Station“ auf eine einjährige Drift im arktischen Eis gestartet. Ein Hund an Bord soll die Forscher vor Eisbären warnen.

  • Die «Tara Polar Station» hat eine ovale Form, um dem Eisdruck standzuhalten. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa
    Die «Tara Polar Station» hat eine ovale Form, um dem Eisdruck standzuhalten. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa
  • Wissenschaftler und Besatzungsmitglieder bleiben mindestens acht Monate auf dem Schiff. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa
    Wissenschaftler und Besatzungsmitglieder bleiben mindestens acht Monate auf dem Schiff. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa
  • Die Atmosphärenforscherin Julia Regnery will sich auf der Expedition mit Stricken ablenken. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa
    Die Atmosphärenforscherin Julia Regnery will sich auf der Expedition mit Stricken ablenken. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa
Die «Tara Polar Station» hat eine ovale Form, um dem Eisdruck standzuhalten. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa Wissenschaftler und Besatzungsmitglieder bleiben mindestens acht Monate auf dem Schiff. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa Die Atmosphärenforscherin Julia Regnery will sich auf der Expedition mit Stricken ablenken. (Handout) - Bild: Julia Regnery/Alfred-Wegener-Institut/dpa

Mit der „Tara Polar Station“ hat ein internationales Forscherteam eine ungewöhnliche einjährige Expedition in der Arktis begonnen.

Expedition im arktischen Eis

Zwölf Menschen sollen sich mit dem Spezialschiff im Meereis einschließen lassen und bis zu ein Jahr lang über das Nordpolarmeer driften. Ziel ist es, den Zustand des polaren Ozeans und der Erde besser zu verstehen.

An Bord sind sechs Wissenschaftler und sechs Besatzungsmitglieder. Die Station wurde so gebaut, dass sie dem Eisdruck standhält und Forschung unter extremen Bedingungen ermöglicht.

Hund an Bord

Zu dem Team gehört auch ein Finnischer Lapphund namens Örkki. Er soll auf dem Eis und an Deck frühzeitig vor Eisbären warnen und so zur Sicherheit der Besatzung beitragen.

Die Wissenschaftler können frühestens Mitte April kommenden Jahres abgelöst werden. Bis dahin sind sie auf Versorgung, Disziplin und einen engen Alltag auf engem Raum angewiesen.

Forschung unter Extrembedingungen

Das Projekt ist als Driftstation angelegt und knüpft an ein bewährtes Forschungskonzept an. Das Spezialschiff soll Messdaten zu Klima, Ozean und arktischem Ökosystem liefern.

Die Expedition gehört zu einem international angelegten Forschungsverbund mit mehreren wissenschaftlichen Einrichtungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die Arktis in einer Phase schneller Veränderungen entwickelt.

Warum diese Expedition wichtig ist

Die „Tara Polar Station“ ist ein ungewöhnliches Forschungsprojekt mit hoher wissenschaftlicher Reichweite: Ein Team aus zwölf Menschen soll über Monate im arktischen Meereis leben und arbeiten, um den Nordpolarmeerraum unter Extrembedingungen zu untersuchen. Solche Driftexpeditionen sind selten, weil sie teuer, logistisch aufwendig und von Wetter, Eis und Versorgung abhängig sind.

Was die Forschung verspricht

Im Zentrum steht nicht nur die Beobachtung des Eises, sondern das Zusammenspiel von Atmosphäre, Ozean, Meereis und Organismen. Gerade die Arktis verändert sich besonders schnell; dort wirkt sich die Erwärmung auf Eisbedeckung, Nährstoffkreisläufe und das Ökosystem aus. Dass mehrere Einrichtungen aus verschiedenen Ländern beteiligt sind, zeigt, wie stark Polar- und Klimaforschung heute international vernetzt ist.

Risiko, Isolation und Alltag an Bord

Für Leser zeigt das Projekt auch, wie extrem Feldforschung in der Arktis geworden ist. Die Station muss Sicherheit, Versorgung und Datenerhebung zugleich gewährleisten, während das Team in Dunkelheit, Kälte und Isolation arbeitet. Der Hund als Eisbärenwarnung ist dabei kein kurzes Detail, sondern Teil eines Alltags, in dem menschliche Präsenz auf minimale Fehlerreserven angewiesen ist.

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