Isorhoifolin, Pflanzenstoff

Isorhoifolin: Pflanzenstoff fördert Nervenreparatur im Mausmodell

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Pflanzenstoff unterstützte bei Mäusen mit Schädel-Hirn-Trauma die motorische Koordination; Tests am Menschen stehen noch aus.
Nahaufnahme eines großen, strukturierten Monstera-Blattes in einem botanischen Gewächshaus bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Weltweit erleiden jährlich rund 70 Millionen Menschen ein Schädel-Hirn-Trauma. Bislang existiert kein zugelassenes Arzneimittel, das die Reparatur geschädigter Nerven direkt stimuliert.

Eine Forschungsarbeit der National Tsing Hua University (NTHU) liefert nun neue Einblicke in potenzielle therapeutische Ansätze: Ein Team um Chen Linyi vom Institut für Molekulare Medizin konnte nachweisen, dass der pflanzliche Naturstoff Isorhoifolin gleichzeitig an Neuronen sowie Astrozyten ansetzt, das Nachwachsen von Neuriten anregt und oxidativen Stress reguliert. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Phytomedicine veröffentlicht, wie aus Berichten vom 13. Oktober 2026 hervorgeht.

Zweifacher Wirkmechanismus an Neuronen und Astrozyten

Die im Rahmen der Untersuchungen analysierte Wirkungsweise setzt an zwei zellulären Schlüsselstellen an. In den Neuronen hemmt Isorhoifolin das S1PR3-Signal, was die Regeneration von Neuriten begünstigt. Parallel dazu greift die Substanz an Astrozyten über das NQO2-Protein ein. Durch diesen Prozess verringern sich zytosolische und mitochondriale reaktive Sauerstoffspezies maßgeblich, wodurch zellulärer oxidativer Stress gedämpft wird.

Fachleute des Teams ordnen diesen Mechanismus über das Schädel-Hirn-Trauma hinaus als relevante Grundlage für weitere neurobiologische Fragestellungen ein. Die beobachtete Schutzwirkung und Reparaturförderung könnte künftig auch für die Erforschung von Behandlungsansätzen bei Schlaganfällen sowie bei neurologischen Entzündungszuständen von Bedeutung sein, etwa dem im Zuge von Covid-19 beschriebenen Phänomen des sogenannten Gehirnnebels.

Anzeige

Wer sich mit der Regeneration von Nervenzellen und dem Schutz der Gehirngesundheit befasst, findet in diesem Ratgeber wertvolle Tipps zur mentalen Fitness. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Konzentration stärken und mit gezielten Übungen aktiv vorsorgen können. 11 Alltagsübungen für lebenslange geistige Fitness entdecken

Jahrelange Suche im Pflanzenreich und chemische Synthese

Der Entdeckung ging eine über achtjährige Forschungsphase voraus. Das Team sichtete fast 900 Pflanzenarten und mehr als 2.000 Extrakte aus den Beständen des Dr. Cecilia Koo Botanic Conservation Center im taiwanischen Landkreis Pingtung.

Im Verlauf des Screenings rückte die Art Monstera epipremnoides in den Fokus. Aus etwa einem Kilogramm Blättern gewannen die Forschenden die aktiven Fraktionen, die zur Isolierung und strukturellen Identifizierung nach Deutschland weitergeleitet wurden.

Um die Abhängigkeit von begrenztem Pflanzenmaterial zu überwinden, kooperierte die Arbeitsgruppe mit der chemischen Fakultät der NTHU. Gemeinsam gelang eine grammgenaue vollchemische Synthese der Verbindung. Für die Ergebnisse und Verfahren wurde eine Patentanmeldung eingereicht.

Anzeige

Die Wissenschaft zeigt immer deutlicher, wie wichtig eine frühzeitige Unterstützung der Gehirnleistung für den Erhalt der Lebensqualität ist. Dieser kostenlose Leitfaden enthüllt sieben Geheimnisse für ein waches Gedächtnis und gibt praktische Hilfestellungen für den Alltag. Kostenlosen Ratgeber für Gedächtnis und Konzentration hier sichern

Ergebnisse im Tiermodell und nächste regulatorische Schritte

In Laborversuchen an Mäusen mit Schädel-Hirn-Trauma führte die Gabe von Isorhoifolin zu einer messbaren Verbesserung der motorischen Koordination. Als Verabreichungsweg wählte das Forschungsteam die intranasale Applikation: Bereits 15 Minuten nach der Zufuhr ließ sich der Wirkstoff im Hirngewebe der Versuchstiere nachweisen, was auf eine rasche Überwindung anatomischer Barrieren hindeutet.

Trotz der präklinischen Resultate befindet sich das Projekt in einem frühen Entwicklungsstadium. Wie in einem Bericht vom 14. Oktober 2026 betont wird, unterliegt die Entwicklung eines neuen Medikaments strengen Sicherheitsbewertungen.

Vor einer Erprobung am Menschen sind zunächst der Aufbau einer großtechnischen Produktion sowie umfassende Toxizitätstests erforderlich. Als nächster strategischer Schritt ist die Beantragung eines Beratungsgesprächs bei der US-Arzneimittelbehörde FDA geplant, um die Rahmenbedingungen für künftige klinische Studien abzustimmen.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70322053 |