ISM1354, Insilico

ISM1354: Insilico Medicine nominiert GIPR-Antagonisten gegen Adipositas

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der präklinische GIPR-Antagonist zeigt hohe orale Bioverfügbarkeit; Insilico Medicine wählte 2026 bereits zehn Kandidaten aus.

Insilico Medicine nominiert ISM1354 gegen Adipositas und Folgeerkrankungen
Moderne Laborumgebung mit Glasgefäßen auf einer Edelstahloberfläche in einer sauberen, wissenschaftlichen Atmosphäre Illustration mit AI erstellt.

Im Bereich der metabolischen Erkrankungen gewinnen KI-gestützte Ansätze zur Wirkstofffindung zunehmend an Bedeutung. Das Biotechnologieunternehmen Insilico Medicine hat mit ISM1354 einen neuen präklinischen Wirkstoffkandidaten nominiert, der als niedermolekularer GIPR-Antagonist gezielt gegen Adipositas und damit verbundene Folgeerkrankungen entwickelt wurde.

Wie aus Berichten vom 30. September 2026 hervorgeht, wird zudem eine künftige Ausweitung des Entwicklungsprogramms auf Indikationen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Betracht gezogen.

Pharmakokinetische Eigenschaften und toxikologisches Profil

In präklinischen Untersuchungen zeigte ISM1354 nach Angaben von Insilico Medicine eine hohe orale Bioverfügbarkeit. Über verschiedene Spezies hinweg – darunter Mäuse, Ratten, Hunde und Affen – bewegte sich der Wert zwischen 75 und 104 Prozent (75–104 %). Bei gleicher Dosis lag die Plasmaexposition von ISM1354 mindestens 18-mal höher als bei einem klinischen Vergleichswirkstoff.

Auch hinsichtlich der zellulären Verträglichkeit lieferten Laboranalysen vorteilhafte Werte. In Hepatozyten blieb die Zellviabilität unter dem Einfluss von ISM1354 bis zu einer Konzentration von 200 ?M weitgehend erhalten.

Beim Vergleichswirkstoff lagen die mittleren inhibitorischen Konzentrationen (IC??) dagegen bei etwa 25 ?M in menschlichen Hepatozyten und bei rund 20 ?M in Leberzellen von Affen. In einer nicht-GLP-Toxikologiestudie an Affen ermittelte Insilico Medicine zudem eine geschätzte Sicherheitsmarge von rund 45-fach für den neuen Wirkstoffkandidaten.

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Hohe Schlagzahl bei der Kandidaten-Nominierung

Die Vorstellung von ISM1354 unterstreicht das Tempo, mit dem Insilico Medicine seine Pipeline ausbaut. In den ersten 9 Monaten 2026 nominierte das Unternehmen insgesamt 10 präklinische Kandidaten. Seit dem Jahr 2021 beläuft sich die Gesamtzahl der vom Unternehmen ausgewählten Entwicklungskandidaten damit auf 34.

Forschung identifiziert genetische Schutzfaktoren gegen Stoffwechselrisiken

Parallel zur Entwicklung niedermolekularer Inhibitoren liefern genetische Großstudien neue Einblicke in biologische Mechanismen des Fett- und Zuckerstoffwechsels. Eine Sequenzierung der protein-kodierenden DNA von 1.032.116 Menschen aus Amerika, Europa und Asien identifizierte insgesamt 59 Gene, die in Verbindung mit dem Verhältnis von Triglyceriden zu HDL-Cholesterin stehen.

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Besondere Aufmerksamkeit widmeten die Forscher seltenen Varianten des Gens FNIP1, die bei rund 0,01 Prozent der untersuchten Personen auftraten. Träger dieser Genveränderungen wiesen ein günstigeres Triglycerid/HDL-Verhältnis, weniger Leberfett sowie einen niedrigeren Blutzuckerspiegel auf. Das Risiko für kardiometabolische Erkrankungen lag bei Personen mit entsprechenden FNIP1-Varianten laut Studie um etwa 60 Prozent niedriger.

Experimentelle Versuche bestätigten diesen Zusammenhang auf zellulärer Ebene. In Leberzellen steigerte eine reduzierte FNIP1-Aktivität den Fettabbau. Bei fettreich ernährten Mäusen führte eine gezielte Verringerung von Fnip1 und Fnip2 zudem dazu, dass sowohl die Gewichtszunahme als auch die Fetteinlagerung in der Leber wirksam begrenzt wurden. Diese Erkenntnisse ergänzen das Spektrum möglicher Ansatzpunkte im Umfeld chronischer Stoffwechselerkrankungen.

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