Ischias-Dehnen: Acht Stretching-Sitzungen können Rückenschmerz um 68 Prozent senken
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Berichte zeigen auf, wie gezielte Stretching-Methoden und Yoga-Übungen die Beweglichkeit verbessern und Schmerzen im Bereich des Ischiasnervs sowie der Lendenwirbelsäule signifikant reduzieren können.
Beschwerden durch eine Reizung oder Kompression des Ischiasnervs gehen häufig auf einen Bandscheibenvorfall oder Muskelverspannungen zurück, insbesondere im Bereich des Gesäßmuskels beim sogenannten Piriformis-Syndrom. Typische Symptome reichen von brennenden oder ziehenden Schmerzen über Taubheitsgefühle bis hin zu Kribbeln, das vom Gesäß bis in den Fuß ausstrahlen kann.
Messbare Effekte durch assistiertes Dehnen
Trainer Juan Antonio Samaranch, Mitgründer von ESTIRO, verwies darauf, dass fortgesetztes assistiertes Stretching lumbalen Rückenschmerz in acht Sitzungen um 68 Prozent reduzieren könne. Zudem führe das gezielte Dehnen zu 30 Prozent mehr Flexibilität innerhalb von vier Wochen. Bei Personen über 60 Jahren lasse sich die Mobilität laut Samaranch um 70 Prozent steigern.
Für die Praxis empfiehlt der Trainer ein Programm von zehn bis fünfzehn Minuten Dauer zum Einstieg, das an drei bis fünf Tagen pro Woche absolviert werden sollte. Jede Dehnposition sollte dabei 15 bis 30 Sekunden gehalten werden. Wichtig sei hierbei, dass keine Schmerzen auftreten und ruckartige Nachfederungen unterbleiben.
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Rumpfstabilität und schonende Kräftigung
Neben passivem Dehnen spielen Stabilisationsübungen eine wesentliche Rolle bei der Entlastung des unteren Rückens. Die sogenannten Big-Three-Übungen nach Dr. Stuart McGill zielen auf die Stärkung des Rumpfes ab: Dazu zählen der seitliche Unterarmstütz, der für zehn Sekunden gehalten wird, die Vierfüßler-Übung mit parallel zum Boden gestrecktem Arm und Bein sowie eine modifizierte Rumpfbeuge, bei der Kopf und Schultern nur leicht angehoben werden.
Ergänzt wird die Reihe durch Übungen wie die Sphinx-Haltung beziehungsweise die Kobra in Bauchlage für etwa zehn Sekunden sowie die Beckenbrücke. Fachleute raten dazu, solche Übungen täglich mit wenigen Wiederholungen zu beginnen und die Intensität nur langsam zu steigern.
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Auch eine allgemeine Stärkung der Bauch-, Lenden- und Rückenmuskulatur soll die Stabilität des Rückens verbessern. Vorgesehen sind unter anderem Unterarmstütze mit einer Haltedauer von 30 bis 60 Sekunden bei drei bis füllen Wiederholungen oder das Beckenkippen mit einer Haltezeit von fünf Sekunden über zehn bis fünfzehn Wiederholungen.
Eine Variante des sogenannten Käfers lässt sich ebenfalls anpassen, indem die Beine langsam gesenkt werden und der Rücken durch Kissen gepolstert wird.
Gezielte Yoga-Praxis und Entlastung im Alltag
Yoga bietet Ansätze, um Muskelsteifheit abzubauen und die Durchblutung zu fördern. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) hebt hervor, dass Übungen wie der herabschauende Hund, die Kindhaltung über fünf bis zehn Atemzüge oder sanfte Rückbeugen Verspannungen im Lenden- und Schulterbereich mindern können. Für Anfänger eignen sich ruhige Stile wie Hatha oder Restorative Yoga.
Spezifische Yoga-Sequenzen gegen Ischiasbeschwerden umfassen Übungen wie das Heben des gestreckten Beins in Rückenlage, die sogenannte Nadelöhr-Pose, liegende Drehungen sowie Standhaltungen wie den Krieger I, die jeweils über fünf bis acht Atemzüge gehalten werden. Zur Mobilisation des Gesäßmuskels dient auch die Taubenposition.
Bei sitzenden Tätigkeiten oder langen Fahrten können einfache Bewegungen den Nerv entlasten. Dazu gehören das Heranziehen des Knies zur Brust für zehn bis zwanzig Sekunden, Dehnungen der Oberschenkelrückseite oder Fußkreisen im Sitzen.
Fachleute betonen, dass Übungen stets schmerzfrei bleiben müssen. Treten zunehmende Beschwerden, Taubheitsgefühle oder Störungen der Blasen- und Darmfunktion auf, ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.
