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Isaac GR00T: Nvidia stellt offene Roboter-Plattform vor

03.06.2026 - 16:01:46 | boerse-global.de

Nvidia präsentiert offene Roboterplattform, während China auf massives Datentraining setzt. Der Markt für humanoide Roboter könnte bis 2035 auf bis zu eine Billion Euro wachsen.

Isaac GR00T: Nvidia stellt offene Roboter-Plattform vor - Bild: über boerse-global.de
Isaac GR00T: Nvidia stellt offene Roboter-Plattform vor - Bild: über boerse-global.de

Während Nvidia auf standardisierte Forschungssysteme setzt, sammelt China mit ungewöhnlichen Methoden Trainingsdaten für menschenähnliche Roboter. Die Branche erlebt derzeit einen bemerkenswerten Doppel-Takt.

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Nvidia setzt auf offene Forschungsplattform

Am 1. Juni 2026 präsentierte Nvidia auf der GTC Taipei die Isaac GR00T Reference Humanoid Robot Platform. Das System ist als offene Forschungsplattform konzipiert und vereint Komponenten mehrerer internationaler Partner. Das Herzstück: ein Unitree H2 Plus-Chassis mit 1,83 Metern Höhe und 68 Kilogramm Gewicht. Der Roboter verfügt über 31 Freiheitsgrade.

Für die Feinmotorik sorgen Sharpa Wave-Hände mit je 22 Freiheitsgraden und einem digitalen Tastsensor. Jede Fingerspitze besitzt über 1000 Pixel und kann Drücke bis zu 0,02 Newton erfassen. Die Rechenleistung liefert der Nvidia Jetson AGX Thor T5000 mit 2070 FP4 TFLOPS und 128 Gigabyte Speicher.

Ab Oktober 2026 soll die Plattform über Unitree erhältlich sein. Zu den ersten Nutzern zählen das Stanford Robotics Center, die ETH Zürich, die University of California San Diego und das Allen Institute for AI.

Chinas Daten-Strategie: Zehntausend Wiederholungen pro Aufgabe

Während sich die Hardware standardisiert, bleibt das Training der Roboter die eigentliche Herausforderung. Chinesische Unternehmen setzen dabei auf einen ungewöhnlichen Ansatz. In Suqian sammelt der Logistikriese JD.com zehn Millionen Stunden Verhaltensdaten – und bezahlt Einwohner dafür, sich beim Hausputz filmen zu lassen. Rund 20 Yuan (knapp drei Euro) pro Stunde erhalten die Teilnehmer.

In Peking betreibt man eine regelrechte „Humanoiden-Schule". Dort trainieren Spezialisten Roboter für Aufgaben vom Regaleinräumen bis zur Massage. Bis zu 10.000 Wiederholungen pro Tätigkeit sind nötig, bis die Maschinen sie beherrschen. Das Ziel: „Verkörperte Intelligenz" – Roboter, die aus realen Umgebungen lernen.

Ein Meilenstein gelang dem Unternehmen PaXini Sensing Technology: Es erhielt die Exportgenehmigung für seinen taktilen Datensatz „OmniSharing DB" – ein Novum im internationalen Handel mit Trainingsdaten für humanoide Systeme.

Neue Modelle für Industrie und Forschung

Der Juni 2026 brachte gleich mehrere Neuheiten. Das Shenzhener Unternehmen Pudu Robotics stellte am 2. Juni den PUDU D7 vor. Der semi-humanoide Industrieroboter stemmt 14 Kilogramm Nutzlast, erreicht zwei Meter und navigiert mit einem 360-Grad-LiDAR. Sein KI-Modell PuduFM 1.0 lernt direkt aus den Betriebsdaten in Fabriken und Lagern.

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Einen Tag zuvor präsentierte ROBOTIS den AI Sapiens K0. Mit 1,3 Metern Höhe ist er kompakter, dafür vollständig quelloffen – inklusive Hardware-Design. Angetrieben von Dynamixel-Q-Aktoren und der Jetson-Orin-NX-Plattform richtet er sich an Forscher, die eine günstige Einstiegsplattform suchen.

Milliardenmarkt in Sicht

Analysten von Barclays und Wedbush taxieren den Markt für humanoide Roboter bis 2035 auf 200 Milliarden bis eine Billion Euro. In China, wo die Produktionskosten mit rund 50.000 Euro pro Einheit etwa halb so hoch liegen wie im Westen, waren Ende 2025 bereits über 150 Unternehmen aktiv.

Erste Praxistests laufen. In Fuding in der Provinz Fujian wurden humanoide Roboter kürzlich bei der Teeernte eingesetzt. Die Maschinen zeigten hohe Präzision bei der Temperaturkontrolle während des Röstprozesses – scheiterten aber an der filigranen Handarbeit beim Pflücken der zarten Blätter.

Vom 22. bis 26. August 2026 finden in Peking die zweiten World Humanoid Robot Games statt. Die Branche dürfte dann zeigen, wie weit sie wirklich ist.

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