Hardware-Lücke, Sicherheitsbedrohungen

iPhone-Sicherheit: Hardware-Lücke bleibt für immer offen

24.06.2026 - 07:17:41 | boerse-global.de

Zwei Sicherheitsbedrohungen setzen iPhone-Besitzer unter Druck. Eine davon ist durch Software-Updates nicht zu beheben.

Apple-Nutzer in Gefahr: Hardware-Lücke und Krypto-Angriffe
Hardware-Lücke - Ein Smartphone, aus dessen USB-Anschluss leuchtende digitale Linien austreten, die eine Datenpanne oder einen Exploit symbolisieren. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Gleich zwei Angriffswellen setzen iPhone- und iPad-Besitzer unter Druck – eine davon lässt sich nicht einmal durch Software-Updates stoppen.

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„usbliter8": Angriff auf die Hardware

Die Sicherheitsfirma Paradigm Shift hat einen Exploit namens „usbliter8" veröffentlicht. Der Fehler sitzt tief im Bootloader (BootROM) der Apple-Chips A12 und A13 sowie der S4- und S5-Chipsätze. Das Problem: Weil der Fehler in der Hardware-Logik steckt, kann Apple keine Software-Patches liefern. Die Lücke bleibt für immer offen.

Betroffen sind zahlreiche Geräte: iPhone XS, XR, die komplette 11er-Serie und das iPhone SE der zweiten Generation. Auch das Studio Display, der HomePod mini, das Apple TV 4K sowie die Apple Watch Series 4, 5 und SE nutzen die anfällige Architektur.

Einzige gute Nachricht: Angreifer brauchen physischen Zugriff über den USB-Anschluss. Ist das Gerät aber erst einmal kompromittiert, können sie tiefe Schutzmechanismen umgehen. Das ebnet unter anderem den Weg für neue Jailbreaks.

Google warnt vor Krypto-Angriffen

Parallel dazu schlagen Googles Bedrohungsforscher Alarm. Eine aktive Kampagne zielt auf die Krypto-Vermögen von iPhone-Nutzern ab. Betrüger betreiben gefälschte Krypto-Websites, die ein neuartiges Exploit-Kit hosten. Es überwindet die Sicherheitsmechanismen des iPhones und greift auf Wallets sowie Zugangsdaten zu.

Der Hintergrund: Die Internetkriminalität wird immer professioneller. Google hat Klage gegen ein chinesisches Phishing-Netzwerk namens „Outsider Enterprise" eingereicht. Ihm werden über 9.000 betrügerische Websites und Millionen von Spam-URLs vorgeworfen. In nur zwei Wochen verschickte das Netzwerk rund 2,5 Millionen Nachrichten.

Der Schaden ist gewaltig: 1,9 Milliarden US-Dollar. Rund 3,8 Millionen Kreditkartendaten wurden gestohlen.

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KI macht Phishing gefährlicher

Die neuen Methoden sind erschreckend effizient. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Phishing-Angriffen ist innerhalb eines Jahres um 500 Prozent gestiegen. Rund 86 Prozent aller Phishing-Attacken nutzen inzwischen KI, um Nachrichten täuschend echt zu gestalten.

Die Erfolgsquote spricht für sich: KI-generierte Angriffe haben eine Trefferquote von 54 Prozent. Klassische Methoden kommen nur auf zwölf Prozent.

Für die deutsche Wirtschaft beziffern Experten den Gesamtschaden durch Internetkriminalität für 2025 auf rund 289 Milliarden Euro. Neben Kreditkartendiebstahl nehmen auch spezialisierte Betrugsformen wie Smishing (SMS-Phishing) und Quishing (QR-Code-Betrug) zu.

So schützt ihr euch

Weil die Hardware-Lücke nicht reparierbar ist, zählt nur eines: Wachsamkeit. Lasst betroffene Geräte nicht unbeaufsichtigt. Schließt sie nicht an unbekannte USB-Ladestationen an.

Apple hat immerhin auf softwarebasierte Angriffe reagiert. Das macOS Terminal bekam ein Update, das vor verdächtigen Aktivitäten warnt – etwa wenn Schadcode per „ClickFix"-Methode in die Konsole kopiert werden soll. Diese Taktik zielt gezielt auf Mitarbeiter in der Fintech-Branche.

Auch für Android-Nutzer zeichnen sich Verbesserungen ab: Android 17 soll eine Live-Erkennung von Bedrohungen und erweiterte biometrische Sperren enthalten. Die steigenden Gefahren durch Geräteverlust und Datendiebstahl machen solche Maßnahmen dringend nötig.

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