iPhone-Phishing: AnonyMousKIT entsperrt gestohlene Geräte mit KI-Bots
Veröffentlicht am: 26.08.2026 um 17:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher haben eine Phishing-Plattform enttarnt, die gestohlene iPhones massenhaft entsperrt. AnonyMousKIT arbeitet als „Phishing-as-a-Service" und greift weltweit iPhone-Nutzer an.
KI-Bots geben sich als Apple-Support aus
Die Plattform kombiniert E-Mails, SMS, WhatsApp-Nachrichten und automatisierte Anrufe. Besonders perfide: KI-gestützte Sprachbots geben sich als Apple-Mitarbeiter aus und behaupten, ein gestohlenes Gerät sei gefunden worden.
Um glaubwürdig zu wirken, nutzen die Angreifer echte Gerätedaten wie Modell und IMEI-Nummer vom physisch gestohlenen iPhone. Ein KI-Anruf kostet die Kriminellen gerade mal 0,10 US-Dollar pro Versuch.
Die Opfer werden auf gefälschte „Wo ist?"-Seiten oder Apple-Login-Portale gelockt. Dort sammeln die Betrüger neben Apple-ID und Passwort auch Geräte-Code und Zwei-Faktor-Authentifizierungs-Codes.
Kriminelles Ökosystem mit 500 Domains
AnonyMousKIT ist kein klassisches Hacking-Tool, sondern ein professionelles Software-Unternehmen für Hehlerware. Mehr als 500 verknüpfte Domains und rund 168 Partner-Marken gehören zum Ökosystem.
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Der Grund für das Interesse an den Zugangsdaten liegt auf der Hand: Ohne die Aktivierungssperre bleibt ein gestohlenes iPhone nur als Ersatzteilspender nutzbar. Mit entsperrtem Gerät lässt sich der Wiederverkaufswert massiv steigern.
Brasilien als Schwerpunkt der Angriffe
Die Forscher der SOCRadar Threat Research Unit (STRU) konnten durch Sicherheitslücken in der Plattformstruktur auf Backend-Daten zugreifen. Das Ergebnis: Rund 90 Prozent der untersuchten KI-Anrufe gingen nach Brasilien. Auch Italien, Indien, Indonesien, Südafrika und Kenia sind betroffen.
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Die Plattform ist seit Anfang 2024 aktiv. In den Log-Dateien fanden sich mehr als 6.000 versendete Phishing-E-Mails. Neben Privatpersonen tauchten auch Adressen von Regierungsbehörden und Unternehmen in den Verteilerlisten auf.
Experten raten zu erhöhter Vorsicht bei unaufgeforderten Kontaktaufnahmen nach einem Gerätediebstahl. Apple fordert Nutzer grundsätzlich nie per Telefon oder Nachricht zur Preisgabe von Passwörtern oder Geräte-Codes auf.
