iPhone-Diebstahl: Polizei warnt vor neuer Phishing-Welle
18.06.2026 - 14:52:44 | boerse-global.de
Kriminelle nutzen iPhone-Diebstähle, um an Apple-ID-Zugangsdaten zu gelangen.
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Gezielte Attacken nach Hardware-Diebstahl
Die Guardia Civil veröffentlichte Mitte Juni eine Warnung: Opfer von iPhone-Diebstählen erhalten Kurznachrichten oder E-Mails, die vorgeben, von Apple zu stammen. Die Nachricht informiert darüber, dass das gestohlene Gerät lokalisiert worden sei.
Die enthaltenen Links führen jedoch auf gefälschte Webseiten. Dort sollen Betroffene ihre Apple-ID und das Passwort eingeben. Ziel der Kriminellen: die Aktivierungssperre umgehen und die Geräte weiterverkaufen.
Sicherheitsexperten identifizierten bereits verschiedene Varianten dieser Nachrichten. Ihr Rat: Keine Links in solchen Benachrichtigungen anklicken. Stattdessen ausschließlich die offiziellen Kanäle von Apple zur Gerätesuche nutzen.
App Store: Datenschutzbedenken bei neuen Funktionen
Parallel zu externen Bedrohungen gerät Apple selbst unter Druck. Sicherheitsforscher berichten über neue Personalisierungsfunktionen im App Store, die nahezu jede Interaktion aufzeichnen sollen.
Das Forscherduo Mysk analysierte die Funktionen. Ergebnis: Das System registriert Interaktionsmuster wie Tippgeschwindigkeit und jede einzelne Berührung. Diese Daten werden direkt mit dem Nutzerkonto verknüpft.
Ein Opt-out ist derzeit nicht vorgesehen. Die Forscher kritisieren zudem, dass die Übertragung nach ihren Erkenntnissen unverschlüsselt erfolgt. Die neuen Funktionen rollt Apple zunächst für englischsprachige Nutzer in den USA aus. Der allgemeine Start umfangreicherer Frameworks ist für September geplant – zusammen mit den neuen Betriebssystemversionen.
WhatsApp: Gefälschte Support-Bots übernehmen Konten
Auch bei Messenger-Diensten verschärft sich die Sicherheitslage. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor einer Masche mit gefälschten Support-Bots. Diese werden in Kombination mit manipulierten Geräteverknüpfungen eingesetzt, um WhatsApp-Konten vollständig zu übernehmen.
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Die Täter locken Nutzer über SMS auf täuschend echte Support-Seiten. Meta reagierte Mitte Juni mit neuen Sicherheitsfunktionen. Dazu gehören Warnhinweise bei verdächtigen QR-Code-Scans und der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Erkennung betrügerischer Muster.
Das Unternehmen entfernte bereits im Vorjahr rund 159 Millionen Spam-Anzeigen. Flankierend identifizierten Sicherheitsforscher von Bitdefender eine internationale Kampagne. Sie nutzt geleakte Buchungsdaten, um Urlauber über WhatsApp mit gefälschten Hotel-Zahlungsaufforderungen zu konfrontieren.
Verbraucherschützer fordern strengere Regeln
Angesichts der steigenden Professionalität der Angreifer – die zunehmend auch KI-generierte Fälschungen einsetzen – mahnt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) konsequentere Maßnahmen an.
Vzbv-Chefin Ramona Pop betont: „Reine Aufklärung reicht nicht mehr aus.“ Sie fordert wirksame Regeln, eine entschlossene Strafverfolgung und eine schärfere Aufsicht über Plattformbetreiber.
Die Dringlichkeit zeigt eine aktuelle Schufa-Umfrage: Jeder vierte Bundesbürger wurde bereits Opfer von Internetbetrug. Rund 45 Prozent der Betroffenen erlitten Schäden zwischen 100 und 1.000 Euro. 13 Prozent verloren Beträge von bis zu 10.000 Euro. In Einzelfällen – wie zuletzt in Frankfurt am Main durch falsche Bankmitarbeiter und Fernzugriffssoftware – entstanden sogar Schäden im mittleren fünfstelligen Bereich.
